Dank Kraft-Wärme-Kopplung bereit zur Energiewende

Auf dem ehemaligen Zuckerfabrik-Areal in Regensburg befindet sich das Candis-Viertel, ein neues Quartier mit 1.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Zwei mit Biomethan befeuerte Blockheizkraftwerke (BHKW) versorgen die Bewohner effizient, wirtschaftlich und umweltfreundlich mit Wärme und Strom. Um in den Genuss von Förderprogrammen zu kommen, war eine hocheffiziente Wärmeversorgung mit einem Primärenergiefaktor von weniger als 0,4 Voraussetzung.

Der Projektentwickler und Bauträger, die Ferdinand Schmack jun. GmbH, suchte für das neu erschlossene Wohn- und Gewerbegebiet nach einem umweltfreundlichen und effizienten Konzept zur Wärmelieferung. Den Zuschlag erhielt der Energiemanager Techem, der sowohl die Planung als auch die Errichtung und Finanzierung für die Wärmeversorgung des Candis-Quartiers übernahm. Mehr als drei Mio. € investierte der Dienstleister in den Bau einer Heizzentrale mit zwei Blockheizkraftwerken.

Optimale Wärmeerzeugung

Neben den beiden mit Biomethan betriebenen BHKW und einem Spitzenlastkessel auf Erdgasbasis verfügt die Anlage über einen Wärmespeicher von 60.000 l Fassungsvermögen, um die Wärmeerzeugung optimal zu steuern. Techem übernahm das Nahwärmenetz des Bauträgers und baute die Hausanschlussstationen in den einzelnen Liegenschaften.

Die BHKW werden mit Brennstoff aus dem öffentlichen Erdgasnetz betrieben, für das an anderer Stelle eine entsprechende Menge Biomethan von Landwirten aus Brandenburg und Sachsen eingespeist wird. Im Jahr 2014 konnten so bereits 3.200 MWh Wärme und 2.500 MWh Strom erzeugt werden. Über 87 % der benötigen Wärme werden über die beiden BHKW geliefert, der Rest über einen Spitzenlastkessel erzeugt. Im Jahr 2015 wird mit einer Wärmelieferung von 4.235 MWh gerechnet, davon wird 90 % mit den beiden BHKWs abgedeckt.

Die Anlage erreicht einen testierten Primärenergiefaktor von 0 und ermöglicht den Entwicklern des Candis-Viertels eine Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der Primärenergiefaktor berücksichtigt den Energieverlust bei der Gewinnung, Umwandlung sowie Verteilung eines Energieträgers. Er ist damit die Messgröße für die Energieeffizienz und den schonenden Umgang mit den vorhandenen Ressourcen bei der Energiebereitstellung. Je niedriger dieser Wert, umso geringer ist die Umweltbelastung. „Ein niedriger Primärenergiefaktor war für uns ein Muss, um eine nachhaltige Ausrichtung des neuen Viertels zu gewährleisten und auf verschiedene Förderprogramme zugreifen zu können“, erklärt Ferdinand Schmack, Geschäftsführer der gleichnamigen Projektentwicklungsgesellschaft.

Weiterer Ausbau setzt auf Direktvermarktung

Der auf Biomethan-Basis erzeugte Strom wird aufgrund der bisherigen Rahmenbedingungen (EEG 2012 in Verbindung mit EEG 2014) nach EEG in das öffentliche Netz eingespeist. Die Strommenge wird an der Leipziger Strombörse direkt vermarktet. Diese Vergütung ermöglicht eine günstige Preisgestaltung für die gelieferte Wärme. Durch die intelligente Steuerung ist es schon jetzt möglich, die Stromerzeugung und den Wärmeverbrauch zu entkoppeln.

Bei dem geplanten Ausbau des Candis-Viertels um die Quartiere Candis II und Candis-Dreibrücken erstellte der Energiemanager ein Konzept für eine Direktvermarktung des vor Ort produzierten Stromes. Seit April dieses Jahres besteht so die Möglichkeit, an dem Regelenergiemarkt des Netzbetreibers teilzunehmen. „Damit tragen wir zum Ausgleich von Netzschwankungen bei und leisten einen aktiven Beitrag zum Gelingen der Energiewende“, erläutert Peter Corell, Leiter Produktmarketing Contracting, Techem Energy Services GmbH.

Die Anlage erreicht einen testierten Primärenergiefaktor von 0 und ermöglicht den Entwicklern des Candis-Viertels eine Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

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