Alpenkonvention – Deutscher Vorsitz

BMUB initiiert erste Alpenbaukonferenz

Die Bundesrepublik Deutschland hat anlässlich der XIII. Alpenkonferenz am 21. November 2014 in Turin den Vorsitz der Alpenkonvention von Italien übernommen. Ausgeführt wird die Präsidentschaft vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Ministerin Dr. Barbara Hendricks ist die Präsidentin der Alpenkonferenz.

Die Alpenkonvention ist ein internationales Abkommen zwischen den Alpenländern Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Schweiz, Slowenien und der EU mit dem Ziel, eine nachhaltige Entwicklung im Alpenraum zu fördern.

Die Bundesregierung und der Freistaat Bayern, das einzige deutsche Land im Perimeter der Alpenkonvention, gestalten den deutschen Vorsitz gemeinsam. Auf der Grundlage der Rahmenkonvention, ihrer Protokolle und Deklarationen sowie im Einklang mit dem Mehrjahresprogramm 2011-2016 will Deutschland in enger Zusammenarbeit mit den Vertragsparteien, Beobachtern, der Zivilgesellschaft, den alpinen Netzwerken und dem Ständigen Sekretariat einen konkreten Beitrag zum Erhalt und zur Entwicklung der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft der Alpen im Zeitraum 2015-2016 leisten. Darüber hinaus sollen neuen Entwicklungen zur Gestaltung der Zukunft der Alpenkonvention aktiv begleitet werden.

Der deutsche Vorsitz endet mit der XIV. Alpenkonferenz am 13. Oktober 2016 auf der Insel Herrenchiemsee. Die Präsidentschaft wird an das Nachbarland Österreich übergeben.

Alpenbaukonferenz

Auf Initiative des deutschen Vorsitzes fand am 16. und 17.März 2016 in Garmisch-Partenkirchen die erste Alpenbaukonferenz mit dem Titel „Towards Net Zero Energy Buildings (NZEB)“ statt. Organisiert wurde die Konferenz vom BMUB gemeinsam mit der Bayerischen Architektenkammer, der Technischen Universität München und mit Unterstützung des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention.

Insgesamt besuchten die Konferenz über 250 Teilnehmer aus den Vertragsstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, Schweiz und Slowenien, sowie vom Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention und von den Beobachterorganisationen CIPRA und Club Arc Alpin. Zusätzlich konnten Interessenten aus der Slowakei und aus Großbritannien begrüßt werden.

Der Generalsekretär der Alpenkonvention Markus Reiterer dankte in einem kurzen Grußwort zu Beginn der Alpenbaukonferenz den Organisatoren und den Teilnehmern für ihren  Beitrag zur Umsetzung des Energieprotokolls und drückte seine Zuversicht darüber aus, dass die Resultate des Erfahrungsaustauschs den Gremien der Alpenkonvention vorgelegt werden.

Durch Beiträge aus den Vertragsstaaten der Alpenkonvention und Vorträge von international anerkannten Fachleuten wurden im Rahmen der Konferenz die Themenfelder „Niedrigstenergiegebäude“ und „nachhaltige Quartiere“ vor dem Hintergrund der spezifischen Eigenheiten des Alpenraums und der vielfältigen, regionalen Baukultur dargestellt und mit den Teilnehmern erörtert. Dabei wurde insbesondere der interdisziplinäre Austausch zwischen Entscheidungsträgern auf gesellschaftlich-politischer Ebene und andererseits Architekten, Planern und Ingenieuren sowie Vertretern aus der Forschung gefördert. 

Im Rahmen von breit angelegten Diskussionen wurden die Konferenzteilnehmer in die Auseinandersetzung mit den genannten Fragestellungen aktiv eingebunden.

Insbesondere wurden die folgenden, aktuell relevanten Themenschwerpunkte aufgearbeitet:

– Energieeffizienz und erneuerbare Energien / integrierte Konzepte für die Gebäudehülle / spezifische Ansprüche an das Bauen in der Alpenregion

– Strategien für klimaneutrale Quartiere / Effizienzanalysen und Carbon-Footprint-Betrachtungen

– Energieeffizienz auf dem Gebiet der Gebäudesanierung / Erhalt eines hohen baukulturellen Standards

– Öffentlich-rechtliche Anforderungen an Wohn- und Nichtwohngebäude / Konzepte für die Erfolgskontrolle

– Bauen mit lokalen Materialien / Lebenszyklusbetrachtung / Graue Energie

Impuls zur Fortsetzung des Veranstaltungsformats Alpenbaukonferenz

Unter dem Auftaktthema der Niedrigstenergiegebäude bestätigte die erste Alpenbaukonferenz das generell große Interesse in den Alpenländern, in einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zum nachhaltigen und energieeffizienten Bauen sowie zu baukulturellen Themen zu treten. Die Kongressteilnehmer sprachen sich für die Fortsetzung des Fachaustauschs in den kommenden Jahren aus. 

Der Vorsitz plant, aus den Rückmeldungen der ersten Alpen­baukonferenz Impulse und Handlungsempfehlungen für die wei­­tere Zusammenarbeit der Alpenstaaten zu Bauthemen zu erstellen. Dieser Bericht soll im Rahmen der XIV. Alpenkonferenz im Oktober 2016 präsentiert werden. Insgesamt soll mit dieser Maßnahme der Grundstein für eine Alpenbaukonferenz gelegt werden, die regelmäßig Bau- und Architekturthemen im Alpenraum aufgreift.

Prof. Dr.-Ing. Werner Lang, M.Arch.II (UCLA) Architekt Lehrstuhl für energieeffizientes und nachhaltiges Planen und Bauen an der Technischen Universität München Dipl.-Ing. (FH) Architektin Andrea Pfeil BMUB Berlin, Referat B I 5 Bauingenieurwesen, Nachhaltiges Bauen, Bauforschung
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