Glasfaser: Gestalten statt gestatten
Mehr als vier von fünf Wohnungen in deutschen Mehrfamilienhäusern haben noch keinen Glasfaseranschluss. Lange galt der Ausbau als Sache der Netzbetreiber: Sie erschließen, der Eigentümer gestattet, dann wird gebaut. Dieses Rollenbild hat ausgedient. Die digitale Infrastruktur eines Gebäudes braucht denselben langen Blick wie Heizung, Aufzug oder Elektrik – und einen Eigentümer, der gestaltet, statt nur zu gestatten.
Foto: Deutsche Telekom AG
FTTH im Entscheidungsvakuum
Dass Glasfaser lange nicht oben auf der Prioritätenliste stand, ist verständlich: Energetische Sanierung, Heizungstausch und steigende Baukosten binden Budget und Aufmerksamkeit. Doch FTTH, also Glasfaser bis in jede Wohnung, scheitert selten an einem Nein. Meist rutscht das Thema zwischen Bauherrn, Architekten und TGA-Planung durch. In der Ausschreibung steht dann „Breitbandversorgung“ – von Glasfaser bis in jede Wohnung keine Rede. Entschieden hat sich niemand. Rechtzeitig gehandelt auch nicht.
Dabei kostet das Minimum wenig: Leerrohre mitverlegen, wann immer ohnehin ein Schacht, eine Wand oder eine Fassade offen ist. Für größere Bestände gilt mehr: FTTH gehört in die Portfoliostrategie, nicht in den Zufall.
Wo endet das Glas?
„Giganetz“ und „Kabel-Glasfaser“ klingen nach Zukunft. Doch bei Koax (DOCSIS) und Kupfer (G.fast) endet das Glas bestenfalls im Keller. Beide Techniken brauchen stromintensive Verstärker, hinken bei der Latenz hinterher, und im Kabelnetz steht der Anbieter faktisch fest. Sie taugen bestenfalls als Brücke. Besser ist es, gleich den direkten Weg zu gehen: Glasfaser bis in die Wohnung.
Vier Fragen an den Ausbaupartner
- Ist das Netz offen? Entscheidend ist nicht nur, wer baut, sondern wer darüber Tarife anbieten kann. Vergleichen lohnt sich: Auf dem Glasfasernetz der Telekom sind es mehr als 45 nationale und regionale Partner. Wer sich für die Infrastruktur entscheidet, legt sich also nicht auf einen Anbieter fest. Vier Fasern je Wohnung halten zusätzliche Reserven frei – ein Prinzip, das die Wohnungswirtschaft selbst entwickelt hat.
- Ist der Partner auch in 20 Jahren noch da? Glasfasernetze bleiben Jahrzehnte im Gebäude. Bauqualität, Entstörung und wirtschaftliche Stabilität zählen deshalb so viel wie der Preis. Die Telekom investiert in den kommenden drei Jahren weitere 800 Millionen Euro in den Glasfaser-Ausbau, zusätzlich zu den ohnehin geplanten Milliardeninvestitionen. Das schafft Sicherheit. Generationen präsent. Der Wechsel von DSL auf Glasfaser wird so zur Modernisierung eines vertrauten Anschlusses – das erleichtert Kommunikation und Umstellung im Bestand.
- Kennen die Bewohner den Anbieter? Die Telekom ist in einem großen Teil der Mehrfamilienhäuser seit Generationen präsent. Der Wechsel von DSL auf Glasfaser wird so zur Modernisierung eines vertrauten Anschlusses – das erleichtert Kommunikation und Umstellung im Bestand.
- Passt das Modell ins Portfolio? Wohnungsunternehmen brauchen Standards statt Einzelfalllösungen. Der GdW hat dafür 2023 mit der Telekom Musterregelungen ausgehandelt, die Rechts-, Bau- und Betriebsfragen einheitlich klären, und diese seither erweitert. Wo Technik, Verträge und Prozesse zusammenpassen, nimmt der Ausbau Fahrt auf.
Souveränität statt Technologiewette
Welche Anwendung in 20 Jahren wie viel Bandbreite braucht, kann niemand seriös vorhersagen. Das muss auch niemand. Klüger ist eine Infrastruktur, die spätere Entscheidungen offenhält: Glasfaser bis in die Wohnung, Reserven im Haus, freie Anbieterwahl und ein Betriebsmodell, das auch im großen Portfolio trägt. Wer das heute regelt, gestaltet. Wer abwartet, lässt gestalten.
Weitere Informartionen: www.telekom.de/wohnungswirtschaft
