Kalksandsteinindustrie: Absatzsteigerung trotz Corona-Pandemie

Der neue Vorsitzende des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie: Jan Dietrich Radmacher.
Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V.

Der neue Vorsitzende des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie: Jan Dietrich Radmacher.
Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V.
Die deutsche Kalksandsteinindustrie schließt das Jahr 2020 mit einem unerwartet guten Ergebnis ab. Der Steinabsatz stieg um 9,34 % auf knapp 2,3 Mrd. Vol.-NF oder rund 4,5 Mio. m³. Das ist bereits das sechste Jahr in Folge mit einem positiven Ergebnis. „Das vergangene Jahr war für viele Branchen und Industrien in Deutschland sehr schwierig. Wir sind sehr froh darüber, dass wir die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie nicht zu spüren bekommen haben“, sagte Jochen Bayer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie (BV KSI, www.kalksandstein.de), bei der jüngsten virtuellen Mitgliederversammlung.

„Gebaut werden muss auch weiterhin, um den hohen Bedarf an benötigtem Wohnraum decken zu können. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Entwicklungen im laufenden Jahr leider nicht so positiv bleiben werden“, so Bayer weiter. „Die aktuelle Diskussion zur Knappheit von Baumaterialien können wir aus Sicht der Kalksandsteinindustrie nicht bestätigen. Wir sind lieferfähig, allerdings kommt es durch Lieferengpässe anderer Baustoffe zu Verzögerungen auf den Baustellen. Dadurch können bestellte Mengen an Kalksandsteinen teilweise erst später abgerufen werden.“

Roadmap weist den Weg zur klimaneutralen Kalksandsteinindustrie

Die Themen Klimaschutz und Green Deal bestimmen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der nächsten Jahrzehnte immens und sind damit auch für die Kalksandsteinindustrie von großer Bedeutung. Sie muss sich für das Ziel „Klimaneutralität“ erheblich anpassen, damit künftig keine neuen Treibhausgase durch die KS-Produktion in die Atmosphäre gelangen. „Wir nehmen alle Anstrengungen auf uns, um dieses Ziel zu erreichen“, erläuterte der stellvertretende BV KSI-Vorsitzende Rudolf Dombrink. Die Basis bilde die Klimastrategie „Roadmap treibhausgasneutrale Kalksandsteinindustrie in Deutschland“, die im Laufe des Jahres veröffentlicht werde.

BV KSI-Geschäftsführer Roland Meißner ergänzte: „Ein Expertenkreis der Kalksandsteinindustrie begleitet die Erstellung der Roadmap und liefert den erforderlichen Input, damit die Strategie ihre volle Aussagekraft entfalten kann.“ Für die Kalksandsteinwerke lasse sich künftig hieraus zusätzliche Handlungsempfehlungen ableiten, die zu klimatechnischen Verbesserungen in der Kalksandsteinproduktion führe. Die Roadmap zeige unterschiedliche Wege auf, wie die deutsche Kalksandsteinindustrie durch den Einsatz unterschiedlicher Technologien treibhausneutral produzieren kann. Auch die dafür jeweils erforderlichen Maßnahmen in den Werken und den damit verbundenen Kosten sei Inhalt der Roadmap. „Die Roadmap ist ein Wegweiser für die Transformation der Kalksandsteinindustrie. Auf Basis ihrer Ergebnisse werden wir auch mit konkreten Forderungen an die Politik herantreten, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die zur Erreichung der Klimaneutralität für unsere Industrie unabdingbar sind“, betont Meißner.

BV KSI-Vorstand mit neuer Zusammensetzung

Nicht nur inhaltlich ist Kalksandsteinindustrie für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Mit der Vorstandswahl bei der diesjährigen Mitgliederversammlung ist nun auch das oberste Entscheidungsgremium des BV KSI auf eine gute Basis gestellt. Nach fünf Jahren als Vorstandsvorsitzender übergibt Jochen Bayer den Staffelstab an Jan Dietrich Radmacher, der bereits seit einigen Jahren Mitglied im Vorstand ist. Seine Stellvertretung übernimmt Frederic A. Dörlitz von seinem Vorgänger Rudolf Dombrink. Mit Michelina von Peterffy-Rolff und Christian Bertmaring gibt es zudem zwei neue Vorstands-Gesichter. Auf eigenen Wunsch ausgeschieden sind Dr. Hans Georg Leuck und Rudolf Dombrink.

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