Saubere Luft vom Dach

Bäume nutzen die Photosynthese, um die Luft zu reinigen. Die Dachstein-Oberfläche „ClimaLife“ wandelt bis zu 90 % der Schadstoffe aus Verkehr, Heizung oder Industrie, die der Wind über die Dächer weht, bei Tageslicht in unbedenkli­ches Nitrat um – ohne Sonne bis zu 70 %.

Stickoxide (NOX) von drei Gasheizungen oder 17.000 gefahrenen Pkw-Kilometern – solche Schadstoffmengen kann ein einziges ClimaLife-Dach eliminieren.

Die Oberfläche der Dachsteine von den Dachziegelwerken Nelskamp enthält Titandioxid, das schädliche Substanzen umwandelt. Vor allem in Ballungsräumen wo ständig Smogalarm droht, trägt die Technologie zu saubererer Luft bei. Viele Wohnbaufirmen setzen auf den umwelt-aktiven Dachstein und decken ganze Straßenzüge mit den Katalysator-Produkten ein.

„Aktiver Umweltschutz ist ein zentrales Thema. Mit dieser Technologie leisten wir dazu gezielt einen Beitrag“, betonen mehrere Geschäftsführer von Wohnungsbaugesellschaften. Firmenchef Heiner Nelskamp ergänzt: „Jedes Jahr werden bis zu 20 Mio. qm Dachfläche in Deutschland mit Dachsteinen eingedeckt – ein riesiges Potenzial für saubere Luft in Städten und Gemeinden.“ Speziell im urbanen Raum, wo die meisten Schadstoffe aus der Verbrennung von Öl und Gas aus Heizun­gen, Kraftwerken und Fahrzeugen entstehen, ist die Verringerung von Stickoxiden über die Dachflächen besonders wirksam – auch vor dem Hintergrund der ständig weiter verschärften EU-Richtlinien.

„Wenn es um den Klimaschutz geht, müssen wir zügig handeln und die praktikablen Lösungen gemeinsam mit den Industrie­partnern umsetzen“, stellen Vertreter der Wohnungswirtschaft fest. „Die Sanierung von Dachflächen ist dabei eine wichtige Facette im Rahmen der energetischen Aufwertung der Wohnungsbestände.“

Katalysator fürs Dach

Vor allem Stickoxide sind gesundheitsgefährdend und erhöhen die Ozon-Belastung. Deren Abbau reduziert also auch die Sommersmog-Probleme. Denn die relativ neue Technologie baut Auto- und Heizungsabgase ab. Die Oberfläche ist mit nano-kristallinem Titandioxid durchsetzt. Dieses regt unter Einwirkung von Sonnenlicht die Umwandlungsreaktion an. Weil es ein Katalysator ist, wandelt es u.a. Stickoxide „ein Dachleben lang“ in ungefährliches Nitrat um. Der Regen erledigt den Rest und spült alles ab.

Wirksamkeit bewiesen

Zur Verringerung der Stickoxide in der Luft wird die Photokata­lyse bereits seit den 90er Jahren erfolgreich in Japan ange­wendet. Nach einem von der EU geförderten Projekt konnte ihre Wirksamkeit auch messtechnisch nachgewiesen werden: Unter optimalen Bedingungen, also bei maximaler Sonnenein­strahlung, ließ sich in wenigen Stunden eine NOX-Reduzierung von bis zu 90 % feststellen. Bei schlechtem Wetter sind es immer noch bis zu 70 %. Der Prozess wird durch die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichts ausgelöst, darum läuft die Reaktion auch bei diffusem Licht ab.

Als Reaktionsprodukt entsteht in kleinen Mengen wasserlösli­ches Nitrat. Im natürlichen Stoffkreislauf steht es Pflanzen als Nährstoff zur Verfügung, wenn nicht vorher eine Kläranlage den Stoff ausfiltert.

Auch das Institut für Technische Chemie der Universität Hannover bestätigt: „Insgesamt zeigen die ClimaLife-Dachsteine eine stabile Abbaueffizienz.“ Bei 2000 Sonnenstunden im Jahr bauen 100 qm ClimaLife-Dachsteine 481 g Stickoxide ab. Die Studie belegt: Schon 200 qm Dachfläche können die Abgase von etwa 17.000 Fahrkilometern eines Euro 4-Benzin-Pkw beseitigen.

Bis zu 30 Mio. qm Dachfläche werden jährlich mit Dachsteinen eingedeckt – ein riesiges Potenzial für saubere Luft in Städten und Gemeinden.

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