Home-Office, Arbeitslosigkeit und Single-Haushalte sorgen für höheren Energieverbrauch: Gütersloh bundesweit vorn

Die zehn Städte mit den höchsten Energieverbräuchen im deutschen Wohnungsmarkt liegen allesamt in Nordrhein-Westfalen. Gütersloh steht im Primärenergieverbrauch bundesweit an der Spitze der Kommunen über 100.000 Einwohner, gefolgt von Düsseldorf und Dortmund. Die erste Stadt in der Liste, die nicht in NRW liegt, ist Offenbach auf Rang 13. Dies ist das Ergebnis einer Analyse von 21st Real Estate (www.21re.de), einem führenden Anbieter für Markt- und Standortanalyse, auf der Basis von rund 1,55 Mio. Wohnungsangebotsdaten mit Energieausweis sowie weiteren Daten des statistischen Bundesamtes. 

Heike Gündling, CEO von 21st Real Estate, kommentiert: „Es war bereits bekannt, dass das Industrieland NRW im Vergleich der Bundesländer Platz eins beim Energieverbrauch belegte. Wir können diesen Umstand nun auch für private Wohnhaushalte datenseitig belegen.“ Ein Treiber ist dabei die Anzahl der Singlehaushalte. Denn laut Erhebungen des statistischen Bundesamtes steigt der Energieverbrauch nicht linear zur Anzahl der Haushaltsmitglieder: Ein 2-Personen-Haushalt verbraucht demnach 50 Prozent mehr als ein Single-Haushalt, ab drei Personen beträgt der Verbrauch rund doppelt so viel wie bei einer Einzelperson. 

Dementsprechend liegt der Anteil der 1-Personen-Haushalte in den unter den Top-5 befindlichen Kommunen wie Düsseldorf, Aachen und Essen bei 50 bis 60 Prozent. Darüber hinaus zeigt der Blick auf die Top-10 dieser Städte aber auch eine hohe Dynamik auf dem Arbeitsmarkt: Gütersloh weist beispielsweise das höchste Beschäftigtenplus und die niedrigste Arbeitslosenquote auf, Herne und Gelsenkirchen hingegen haben den höchsten Anteil an Arbeitslosen mit jeweils über elf Prozent.

„Home-Office und Arbeitslosigkeit führen bekanntlich zu längeren Aufenthaltszeiten zu Hause, was sich wiederum direkt auf den Energieverbrauch der Privathaushalte niederschlägt. Die positive Energiebilanz des Home-Office durch entfallende Arbeitswege steht einer Verlagerung des Verbrauchs in die Privathaushalte entgegen. Hier muss der Hebel für die energetische Sanierung zuerst angesetzt werden“, ergänzt Gündling. In Gütersloh beispielsweise geht die Stadt laut Berechnungen von 2021 davon aus, dass drei von vier Wohngebäuden energetisch sanierungsbedürftig sind. Die ostwestfälische Stadt zählt zu den Kommunen mit dem höchsten Bevölkerungswachstum bundesweit, der Neubaubedarf bis 2035 liegt laut empirica bei über 5.000 Wohnungen. 

Mit Blick auf die besonderen energetischen Herausforderungen in NRW empfehlen sich Fördermaßnahmen auf kommunaler Ebene anstelle eines landesweiten Gießkannenprinzips. Gündling erklärt: „NRW hat das Problem des hohen Energieverbrauchs erkannt und will diesem Umstand u.a. mit der geplanten Reduzierung der landesweit über 330 Krankenhäuser entgegenwirken, die einen äußerst hohen Verbrauch aufweisen. Bei Fördermaßnahmen für energetischen Umbau von Wohnraum sollten Städte mit dem höchsten Einsparpotenzial Priorität genießen.“ 

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