Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt: Chemnitz und Leipzig bleiben beim Wohnungsbau hinter Bedarf zurück, Dresden mit starkem Zuwachs

„Die Entwicklung des Wohnungsbaus verlief 2016 in den sächsischen Metropolen höchst unterschiedlich und mit Ausnahme von Dresden deutlich am Bedarf vorbei“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt nach Bekanntgabe der Anzahl der Wohnungsfertigstellungen 2016 in Sachsen durch das Statistische Landesamt.

Fertigstellungen unzureichend

Während in der Stadt Dresden 2016 4.167 Wohnungen fertiggestellt wurden (+68,7 %), sank die Zahl der Wohnungsübergaben in der Stadt Chemnitz auf 306 (-28,2 %) und in der Stadt Leipzig auf 915 (-8,4 %). „Im Vergleich mit der Bevölkerungsentwicklung verlief die Entwicklung des Wohnungsbaus in Chemnitz und Leipzig nicht bedarfskonform“ merkte Momberg an.

Die Zahl der Einwohner stieg 2016 in Leipzig in Relation zum Vorjahr um 2,9 % an, in Chemnitz um 2,1 % und in Dresden um 1,4 %. Rein rechnerisch harmonierte damit lediglich in Dresden das Wohnungsbaugeschehen mit der Entwicklung der Einwohnerzahlen. Allein, um den steigenden Einwohnerzahlen gerecht zu werden, hätten in Leipzig 2016 etwa 1.100 Wohnungen gebaut werden müssen, in Chemnitz etwa 450.

„Der künftig eher weiter steigende Bedarf ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt worden“, so Momberg und verwies in diesem Zusammenhang auf das 2016 vom Verband herausgegebene Positionspapier „Die Zukunft des Wohnungsbaus in Sachsen und Sachsen-Anhalt“, in dem die künftige Bedarfsentwicklung beschrieben und die notwendigen flankierenden Maßnahmen zur Erreichung des Ziels aufgezeigt werden.

Kostenentwicklung besorgniserregend

Die Entwicklung des Wohnungsbaus verläuft nach Verbandsangaben in Sachsen – mit einigen Ausnahmen – noch nicht zielführend. Nur die zügige Schaffung und Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum in Städten mit hoher Anziehungskraft, könne dem besorgniserregenden Preisauftrieb entgegenwirken und der gegenwärtigen und künftigen Entwicklung der Bevölkerungszahlen gerecht werden.

„Bund, Länder und insbesondere die Kommunen müssen alle bestehenden Programme und Förderinstrumente zur Schaffung von Wohnraum gerade im unteren Preissegment umsetzen und darüber hinaus weitere Anstrengungen unternehmen und Initiativen entwickeln, die den Wohnungsbau in den Kommunen weiter ankurbeln, um das Wohnungsproblem bis 2020 zu lösen“, so das Fazit von Momberg.

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