Leipziger Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“: Hochhaus wächst weiter, Mitgliederzahl auch – und das bei sinkendem Leerstand

Der „Lipsia-Turm“ wächst weiter in die Höhe.
Foto: Diringer und Scheidel Bauunternehmung

Der „Lipsia-Turm“ wächst weiter in die Höhe.
Foto: Diringer und Scheidel Bauunternehmung
„Der Hochhausneubau ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Stadtteils und ein Signal dafür, dass hier etwas Besonderes entsteht“, betont Dr. Kristina Fleischer, Vorstandsvorsitzende der Leipziger Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“ eG (www.wg-lipsia.de), mit Blick auf den „Lipsia-Turm“. Der markante 13-Geschosser an der Grünauer Miltitzer Allee wächst derzeit Etage für Etage in die Höhe. 15 Bauarbeiter sind dafür täglich im Einsatz.

Die Wände bis zum 3. Obergeschoss sind bereits aufgebaut, jetzt wird dessen Decke betoniert. Beindruckend: Eine 1,20 Meter dicke Bodenplatte mit hohem Bewehrungsanteil dient dem Bauwerk als Fundament. „Die Baumaßnahmen verliefen bisher planmäßig und ohne nennenswerte Schwierigkeiten“, freut sich Dr. Kristina Fleischer. Bis Sommer 2019 soll der Rohbau fertiggestellt sein und das Richtfest stattfinden.

Mit dem „Lipsia-Turm“, immerhin der erste Hochhausneubau in Leipzig nach der Wende, leistet die Wohnungsgenossenschaft einen wichtigen Beitrag, um die Wohnungsversorgung in der Messestadt sicherzustellen – zugleich trägt sie auf besondere Weise zur bundesweiten Renaissance der Hochhäuser bei. Denn anders als die Wohntürme in Metropolen wie Berlin und Frankfurt am Main richtet sich das Leipziger Pendant nicht an eine ausgesprochen kaufkräftige Klientel, sondern liefert vergleichsweise bezahlbaren Wohnraum bei sehr guter Wohnungsausstattung.

„Der Neubau wird sich harmonisch in das Stadtbild fügen und positiv auf seine Umgebung abstrahlen“, sagt Lipsia-Vorstand Marco Rosenberger. Der Mietpreis für die 60 Ein- bis Dreizimmerwohnungen wird voraussichtlich bei 10,50 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt liegen, zuzüglich einer Pauschale von 2 Euro pro Quadratmeter für das dazugehörende umfangreiche Service-Konzept, das dem Genossenschaftsgedanken Rechnung trägt. 

Hoch hinaus will die Lipsia auch weiterhin bei der Wohnraumqualität in den vorhandenen Beständen. „Diese auch zukünftig so zu modernisieren, dass sie nachhaltig den Bedürfnissen möglichst vieler Bevölkerungsgruppen entgegenkommen, ist eines unserer wesentlichen Ziele“, unterstreicht Dr. Kristina Fleischer. Im Jahr 2018 war die Wohnungsgenossenschaft in dieser Hinsicht vor allem in den Stadtteilen Grünau, Kleinzschocher und Marienbrunn aktiv. Insgesamt 1,8 Mio. Euro hat sie für Modernisierungen wie Balkon- und Aufzugsanbau sowie Baderneuerung investiert.

„Die Resonanz der Mitglieder war durchweg positiv. Die neuen Aufzüge an der Zwickauer Straße 70-78 beispielsweise haben jüngere und ältere Genossenschafter gleichermaßen begrüßt“, so Marco Rosenberger. Für Modernisierungsprojekte im Jahr 2019 plant die Lipsia bislang ein Investitionsvolumen in Höhe von insgesamt rund 2,1 Mio. Euro. So sollen etwa an der Fockestraße 25-33 neue Balkone angebaut sowie in Objekten der Johannes-R.-Becher-, Zwickauer und August-Bebel-Straße die Aufzugsanlagen erneuert werden.
 
Die Wohnungsgenossenschaft blickt optimistisch in die Zukunft. Nicht zuletzt dank einer positiven Entwicklung beim Mitgliederstand. Allein zwischen Januar und Oktober 2018 nahm die Lipsia 340 neue Genossenschafter auf, die Mitgliederzahl stieg auf 8.498 (Stand: Oktober 2018). Das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Jahresende 2017.

Der Bestand der Genossenschaft umfasst derzeit 7.897 Wohneinheiten und der Leerstand wird zum Jahresende 3,2 Prozent betragen. Das ist etwa ein halbes Prozent weniger als Ende 2017. Dr. Kristina Fleischer resümiert: „Damit haben wir eine Vollvermietung nahezu erreicht. Unser Leerstand dient als notwendige Fluktuationsreserve. Wir können somit auch weitere Steigerungen der Nachfrage auffangen.“

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