BBSR-Auswertung: Wohninvestments - Große Nachfrage, geringes Angebot

Der Handel mit größeren Wohnungsbeständen ab 800 Einheiten bleibt verhalten: In den ersten sechs Monaten kam es zu zehn Verkäufen, bei denen 31.700 Wohnungen gehandelt wurden. Ausschlaggebend für den geringen Handelsumfang sind fehlende Angebote. Auch der Handel mit kleineren Beständen verliert an Bedeutung. Das zeigt eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR, www.bbsr.bund.de). 

Aktivste Käufergruppe waren deutsche Wohnungsunternehmen. Sie erwarben im ersten Halbjahr 20.700 Wohnungen in Portfolios mit mehr als 800 Einheiten. Kommunen kauften bei zwei Transaktionen 4.700 Wohnungen. Börsennotierte Wohnungsunternehmen traten dagegen nur in einem Fall als Käufer in Erscheinung.

Dass attraktive Wohnungspakete knapp sind, verdeutlicht auch die Entwicklung bei den kleineren Transaktionen mit Beständen zwischen 100 und 800 Einheiten: Das BBSR zählte in der ersten Jahreshälfte lediglich 30 Verkaufsfälle – der niedrigste Wert seit dem ersten Halbjahr 2014. Das langjährige Mittel liegt bei 38 Verkaufsfällen pro Halbjahr. Infolge der geringen Handelsaktivitäten sank in den ersten sechs Monaten auch die Zahl der verkauften Wohnungen. Die Akteure veräußerten bei kleineren Transaktionen insgesamt 8.200 Wohnungen. Damit wurden erstmals seit dem ersten Halbjahr 2014 weniger als 10.000 Wohneinheiten gehandelt.

„Der Handel mit Bestandswohnungsportfolios pendelt sich auf niedrigem Niveau ein“, sagt BBSR-Wohnungsmarktexperte Jonathan Franke. „Auch in der zweiten Jahreshälfte 2019 dürfte er kaum zunehmen. Viele zahlungskräftige Nachfrager treffen auf ein beschränktes Angebot an verfügbaren Portfolios. Besonders die börsennotierten Unternehmen finden derzeit keine geeigneten Bestandsportfolios für weiteres Wachstum. In der Folge kommt es nur vereinzelt zu umfangreicheren Verkäufen, stattdessen werden weiterhin größtenteils kleinere und mittlere Wohnungspakete gehandelt.“

In seiner Datenbank erfasst das BBSR seit 1999 Transaktionen von großen Wohnungsportfolios ab 800 Wohnungen, seit dem zweiten Halbjahr 2006 auch Transaktionen kleiner Wohnungsportfolios zwischen 100 und 800 Wohnungen. Das BBSR veröffentlicht halbjährlich Auswertungen des Transaktionsgeschehens.

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