Umfrage: Baukindergeld für Mehrheit uninteressant

Nach langer Wartezeit sollen ab Ende März die Antragsformulare für das neue Baukindergeld eingereicht werden können. Welchen Effekt der staatliche Zuschuss tatsächlich haben wird, ist unsicher. Daher untersuchte das Beratungs- und Vermittlungsportal Baufi24.de in einer aktuellen Befragung, ob durch die Finanzspritze tatsächlich neue Kaufanreize geschaffen werden. Die Ergebnisse sprechen dagegen: Rund zwei Drittel verneinten eine Beeinflussung ihrer Kauf- oder Bauentscheidung, viele waren unentschlossen. 

Baukindergeld für Großstädte ungeeignet

Während die Immobilienpreise in ländlichen Gebieten zum Teil sogar sinken, verschärft sich die Wohnungsknappheit in den Ballungsgebieten zusehends und lässt die Preise kontinuierlich steigen. Ein Blick auf die Flächenverteilung zeigt: Mit zunehmender Bevölkerungsdichte sinkt die Bedeutung des Baukindergeldes. „Gerade dort, wo die Wohnsituation besonders prekär ist und Anreize zur Eigentumsförderung oder Neubauten am dringendsten benötigt werden, erweist sich das Baukindergeld als besonders wirkungslos“, so Stephan Scharfenorth von Baufi24.de.

Geringverdiener außen vor

Der Erwerb von Eigentum ist einer der wichtigsten Möglichkeiten, um sich vor Altersarmut zu schützen. Doch für die gefährdeten Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen ist der Kaufanreiz durch das Baukindergeld am geringsten. Die Umfrageergebnisse zeigen: Je niedriger oder höher die Kaufkraft, desto geringer ist die Anreizwirkung, die vom Baukindergeld für den Immobilienerwerb ausgeht.

„Gutverdiener sind nicht darauf angewiesen und für Geringverdiener reicht es nicht, um eine solide Finanzierung zu ermöglichen“, erklärt Scharfenorth das Ergebnis. Der Finanzierungsexperte kritisiert: „Man kann sehen, dass das Baukindergeld zwar die Mittelschicht unterstützt, nicht aber Haushalte mit niedrigerer Kaufkraft.“ Die Höhe der Förderung hält er für zu gering, um eine spürbare Entlastung herbeizuführen. Daher prognostiziert Scharfenorth: „Bei den meisten Anträgen wird es sich um die Folge eines Mitnahmeeffektes handeln.“

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