Modellstandort in Berlin: Neues Vorhaben zur politischen Bildungsarbeit im Quartier

In Stadtteilen und Quartieren mit erhöhten sozialen Anforderungen gibt es einen besonderen Handlungsbedarf im Hinblick auf politische Teilhabe und Integration. Denn das Interesse an Politik und an politischen Bildungsangeboten ist dort oftmals geringer. Daher starten das Bundesinnenministerium (BMI) und die Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam das Modellvorhaben „‘Gleiche politische Teilhabe‘ – Erprobung von Ansätzen einer aufsuchenden politischen Bildung“. Das Fördervolumen beträgt rund eine Millionen Euro.

BMI-Staatsekretärin Anne Katrin Bohle: „Wir wollen die Menschen dort abholen, wo sie leben, und ihnen politische Bildung und Austauschmöglichkeiten anbieten, die an ihre Alltagssituation anknüpfen. Damit wollen wir Lernprozesse in Gang setzen und Dialoge – auch interkulturell und gruppenübergreifend – anstoßen. Auf diese Weise werden Respekt und Anerkennung untereinander gefördert – eine wichtige Voraussetzung für eine aktive gesellschaftliche und politische Teilhabe.“

Das neue Modellvorhaben möchte einen Impuls für die noch stärkere Öffnung der politischen Bildungsarbeit hin zum Stadtteil als Sozialraum geben und geeignete Formate mit bundesweiter Übertragbarkeit entwickeln. Das Projekt wendet sich vor Ort an Menschen, die sich selber als „politikfern“ empfinden und Angebote einer klassischen politischen Bildung nicht wahrnehmen.

Das Projekt wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung in vier Berliner Bezirken in Gebieten des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ umgesetzt. Die Ergebnisse werden als Handlungsempfehlungen bundesweit zur Verfügung gestellt. Die Fördergebiete Falkenhagener Feld Ost und West im Berliner Bezirk Spandau stehen als Modellstandort bereits fest. Die Landeszentrale wird mit Projektpartnerinnen und -partnern zusammenarbeiten, die im Bezirk bereits vernetzt sind. Das sind etwa Träger von Stadtteilzentren.

Das BMI und die Bundeszentrale für politische Bildung fördern das Modellvorhaben bis 2024 mit rund einer Million Euro. Es wird seitens BMI aus der ressortübergreifenden Strategie „Soziale Stadt – Nachbarschaft stärken, Miteinander im Quartier“ finanziert. Weitere Informationen unter www.miteinander-im-quartier.de

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