Darmstädter bauverein AG: Studierende des Fachbereichs Architektur entwerfen Konzepte für innovative Radabstellanlagen

Darmstadt ist eine Radfahrerstadt. Mit weiterhin steigenden Bevölkerungszahlen, weiterer Zunahme des Verkehrs und Dieselfahrverboten wird sich auch die Zahl derer erhöhen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Entwicklung autoarmer Quartiere wie der Lincoln-Siedlung oder des Ludwigshöhviertels, bei denen das Rad eine wichtige Komponente des Mobilitätskonzeptes ist, tut ein Übriges.

Wenn immer mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen, wächst natürlich der Bedarf an Abstell- und Parkmöglichkeiten für das mitunter teure Vehikel. Nachhaltig, platzsparend, intelligent und möglichst sicher soll der Stellplatz sein. Eine Herausforderung! Um innovative, neue Ideen und Konzepte rund ums Radparken zu entwickeln, lobte die bauverein AG (www.bauvereinag.de) gemeinsam mit dem Fachbereich Architektur der TU Darmstadt einen Wettbewerb aus. Unter dem Titel „Radrast“ ging es darum, Ideen für intelligente, flexibel aufstellbare Radabstellanlagen zu sammeln, die – ganz im Sinne eines attraktiven Stadtmöbels – auch zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten erlauben.

Zwei Wochen hatten die Studenten aus dem Fachgebiet „Entwerfen und Gebäudelehre“ von Prof. Joachim Raab und Prof. i. V. Ruben Lang Zeit, sich Gedanken zum Thema Radabstellanlagen zu machen. Sieben Kriterien galt es dabei zu berücksichtigen. Die Entwürfe sollten über einen Witterungs- und Diebstahlschutz verfügen, für unterschiedliche Radgrößen und -typen ausgelegt sowie modular aufbaubar und flexibel an den jeweiligen Standort anpassbar sein. Sie sollten darüber hinaus einen hohen Vorfertigungsgrad aufweisen, als sogenanntes „Stadtmöbel“ einen hohen ästhetischen Anspruch erfüllen sowie eine Mehrfachnutzung ermöglichen, also mehr als nur reiner Radparkplatz sein. Neben einem Modell mussten die Studierenden in der zweiwöchigen Entwicklungsphase auch eine Zeichnung im Maßstab 1:20 sowie eine Beschreibung des Entwurfs in Text- und Skizzenform erstellen.

Das Rennen machten am Ende vier Entwürfe – zwei wurden von einzelnen Studenten eingereicht, zwei von Zweierteams. Als Belohnung gab es von der bauverein AG 500 Euro pro ausgewähltem Entwurf. Das Geld erhielten Diana Schlez, Benedikt Thorwart, das Team Lukas Feile und Christopher Galliniari sowie das Team Yessim Loos und Max Nohe. Die Preisübergabe erfolgte am 22. Mai durch Bernd Bärfacker, Bereichsleiter Bau und Instandhaltung bei der bauverein AG, und Prof. Joachim Raab.

Fast allen vier Gewinnerentwürfen gleich ist, dass sie eine senkrechte Radaufbewahrung sowie ein Dach als Witterungsschutz vorsehen. Mal jedoch werden die Räder mit Bügeln befestigt und gesichert. Mal laden integrierte Bänke zum Ausruhen nach der sportlichen Betätigung ein. Auch an Erweiterungsfunktionen wurde gedacht. Die Abstellanlage als Bücherschrank oder Picknickstation – mit ihren Entwürfen beweisen die Studentinnen und Studenten Fantasie. So ist ein Modell mit Begrünungselementen und Kräuterbeeten versehen. Alternativ kann das Stadtmöbel um einen Schlauchautomat, Schließfächer, eine Givebox oder eine Akkuladestation erweitert werden. Und beim Modell mit dem augenzwinkernden Titel Stadtregal „Bölly“ stand, man erkennt es am Namen und der skizzenartigen Aufbauanleitung, sogar eine große schwedische Möbelhauskette Pate.

Direkt an die Umsetzung geht es nach der Auslobung nicht. Vielmehr wird in der nächsten Projektphase zunächst ein Prototyp erarbeitet, der dann realisiert werden soll. Hierzu, das machten Prof. Joachim Raab und Bernd Bärfacker in ihrer Laudatio deutlich, könnten beispielsweise unterschiedliche Elemente aus den Siegerentwürfen kombiniert werden. Auch wo das erste Stadtmöbel aufgestellt werden könnte, ist noch offen. Fest steht aber: Bedarf gibt es in Darmstadt mehr als genug.

„Die Kreativität der Studierenden hat uns begeistert und wir freuen uns sehr, dass es so viele brauchbare Vorschläge gab“, so Bernd Bärfacker, Bereichsleiter Bau und Instandhaltung bei der bauverein AG: „Radrast ist jedoch kein Experiment, sondern ein Projekt, aus dem heraus sich etwas entwickelt, was wir dann später auch erfolgreich bauen und vervielfachen können. Etwas, mit dem wir eine Antwort darauf geben, wie sich Räder an wichtigen Knotenpunkten in der Stadt künftig platzsparend, sicher und auf attraktive Weise parken lassen.“

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