Erster Rüsselsheimer Immobilienmarktbericht bescheinigt Stadt enormes Entwicklungspotenzial

Er ist 44 Seiten stark und jetzt erstmals erschienen. Rüsselsheims oberster Wirtschaftsförderer, Oberbürgermeister Udo Bausch, legte jetzt einen wegweisenden Immobilienmarktbericht für Rüsselsheim am Main (www.ruesselsheim.de) vor. „Der Bericht ist eine Markteinschätzung und stellt vor allem die Entwicklungspotenziale des Standorts dar. Er fasst die relevanten Entwicklungen in der Stadt zusammen und dient dazu, Unternehmen, Investoren und Projektentwicklern den Standort näherzubringen“, erläutert Bausch seine Ziele. Der Rüsselsheimer Oberbürgermeister war langjährig für die Frankfurter Wirtschaftsförderung tätig. Schon damals lag ein Schwerpunkt auf Immobilienwirtschaft und Standortmanagement. Von 2010 bis 2017 war er Dezernent für Wirtschaft, Konversion und Beschäftigungsentwicklung in Bad Kreuznach, bevor er die Direktwahl zum Oberbürgermeister in Rüsselsheim für sich entscheiden konnte.

Derzeit verzeichnet Rüsselsheim ein deutliches Wachstum und verfügt über erhebliche Flächenreserven für Wohnen und Gewerbe, die im Rhein-Main-Gebiet ihresgleichen suchen. Durch Zuwanderungsbewegungen und Geburtenüberschuss stieg die Bevölkerung im Jahr 2017 um 900 auf 64.922 Einwohner an. Bevölkerungsprognosen, darunter die der Bertelsmann Stiftung, zeigen eine Entwicklung auf rund 67.000 Einwohner bis 2030 auf. Die Realisierung der neuen Wohngebiete Eselswiese und Quartier am Ostpark sind darin noch nicht eingegangen. Prognostisch ist daher eher von 69.000 Einwohnern auszugehen. „Dies ist Ausdruck der Lagegunst im Herzen der Rhein-Main-Region, aber auch der sozialen Infrastruktur mit Schulen und Kinderbetreuung jeder Art. Mit der Bevölkerungsentwicklung muss auch die Bautätigkeit mithalten,“ sagt Bausch.

Aktuell entstehen am Verna-Park 66 neue Ein- bis Vierzimmerwohnungen (Erstbezug 2019), im Quartier im Ostpark ab 2021/22 420 attraktive neue Wohneinheiten. Das langjährig brachliegende Karstadt-Areal wird gerade einer neuen Nutzung zugeführt. Für Bausch eine einmalige Chance in der Innenstadtentwicklung. Nachdem die Politik die Weichen gestellt hatte und ein städtebaulicher Wettbewerb bereits durchgeführt ist, entsteht mitten in der Innenstadt neuer Wohnraum, verbunden mit Büroflächen für die Stadtverwaltung. Das Areal wird von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft gewobau Rüsselsheim entwickelt, die der größte örtliche Player für Wohnungsbauinvest ist. Der hohe Marktanteil der Wohnungen im Eigentum der gewobau wirkt preisdämpfend in diesem Segment. Das Unternehmen investiert jährlich in zweistelliger Millionenhöhe in Neubauten und Modernisierung.

Ebenfalls in der Innenstadt plant die Activ-Immobilien GmbH & Co. KG im Opel-Altwerk eine „Motorworld-Manufaktur“ mit knapp 65.000 Quadratmeter Grundstücksfläche und einer Bruttogeschossfläche von insgesamt 100.000 Quadratmetern. „Die ehemalige Opel-Hauptverwaltung mit dem historischen Hauptportal ist das Schlüsselareal für die Stadtentwicklung der nächsten Jahre in Rüsselsheim. In bester Innenstadtlage, direkt am S-Bahnhof gelegen, bietet der Komplex in einem einzigartigen historischen Ambiente ein hohes Entwicklungspotenzial“, sagt Bausch. Motorworld und Activ-Immobilien werden ein innerstädtisches Quartier mit kleinteiligem Einzelhandel, Gewerbe-, Werkstatt-  sowie Büro- und urbanen Wohnflächen entwickeln, ergänzt um Event-, Konferenz- und Gastronomieflächen.

Für die weitere Stadtentwicklung wird das künftige Wohn- und Gewerbegebiet Eselswiese eine große Rolle spielen. Es liegt am Stadtrand in Bauschheim und erstreckt sich über rund 60 Hektar, davon 13 Hektar für Gewerbe. Die derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche soll als neues Wohngebiet und Gewerbegebiet mit gemischter Baufläche entwickelt werden. Perspektivisch entstehen hier Wohnungen für bis zu 4.000 Einwohner mit Kitas, Schulen und Nahversorgung. „Mit den Gewerbeflächen der Eselswiese wird Rüsselsheim langfristig über eines der größten Entwicklungsareale im Rhein-Main-Gebiet verfügen“, ist sich Bausch sicher. Weitere Gewerbestandorte sind die Innenstadt, das Gewerbegebiet Hasengrund und der Business Park Blauer See.

Große Bedeutung misst der Rüsselsheimer Rathauschef der Zukunftsausrichtung des Standorts Rüsselsheim bei. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und des steigenden Bevölkerungswachstums in der Region geht er von einer deutlichen Expansion des Ballungsraums Rhein-Main aus. „Der Regionalverband FrankfurtRheinMain rechnet bis 2030 mit einem Bedarf von 180.000 weiteren Wohnungen. Das Land geht hessenweit von einem Bedarf an zusätzlichen 500.000 Wohnungen bis 2040 aus. Die höchsten Zuwächse werden für Südhessen erwartet. Zum einen müssen wir uns für diese Anforderungen wappnen, zum anderen möchte ich für Rüsselsheim ein großes Stück von dem zu verteilenden Kuchen abschneiden“, hebt Bausch hervor. Er verweist dazu darauf, dass die Preise für Grundstücke und Wohneigentum in Rüsselsheim deutlich niedriger sind als in Frankfurt. Damit will er jenseits der guten Infrastruktur punkten.

Wenn Bausch von Zukunftsausrichtung spricht, geht sein Blick weit über den Grundstücksmarkt hinaus. Die Hochschule RheinMain treibt an ihrem Standort in Rüsselsheim am Main das Projekt „Impact RheinMain“ voran. Der Fokus liegt auf Transfer in den Bereichen Smart Energy (Energiegenerierung in dezentralen, nachhaltigen Systemen und Energie-Speicherung), Smart Home (intelligente Steuerung der privaten Wohnumwelt) und Smart Mobility (nachhaltige und vernetzte Mobilität im Individualverkehr). Im Transfer mit Kooperationspartnern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden innovative Digitalisierungsprojekte initiiert und umgesetzt.

Die Stadtwerke Rüsselsheim entwickeln seit April 2018 das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Forschungsprojekt „Quartier der Zukunft“ in einem Rüsselsheimer Stadtviertel. Als Partner mit im Boot sind das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) aus Berlin, das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) aus Dortmund, das Softwareunternehmen Urban Institut aus Darmstadt und die Stadtwerke-Kooperation Trianel aus Aachen. Der gemeinsame Forschungsantrag wurde 2017 beim Bundesministerium gestellt und konnte sich trotz starkem Wettbewerb in dem Programm „Smart Service Welt II“ durchsetzen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt, offizieller Start war am 1. April 2018.

Auch die Stadt selbst arbeitet am Thema Digitalisierung. Sie erhielt im Oktober 2018 eine Fördermittelzusage vom Bund über 2,5 Mio. € für die Digitalisierung  ihrer kommunalen Verkehrssysteme. Insgesamt werden 5 Mio. € darin investiert. Das Projekt wird im Rahmen des von den Stadtverordneten beschlossenen „Green-City-Masterplans“ zur Reduzierung der Luftschadstoffe umgesetzt. Verkehrs- und Umweltdaten in und um Rüsselsheim werden dabei in Echtzeit in einer zentralen Datenplattform erhoben werden können. Bis 2020 soll die dafür notwendige Systeminfrastruktur entstehen. Ziel ist, die Daten des Verkehrsrechners mit Lkw-Überwachungsdaten und Umweltdaten aus verschiedenen Messstellen plattformübergreifend miteinander zu verknüpfen und zu kontrollieren. Außerdem sollen Lichtsignalanlagen intelligenter geschaltet und die Busbevorrechtigung hin zu einem GPS-gestützten System modernisiert werden.

Das Thema Elektromobilität ist ebenso im Fokus. Um auf den zu erwartenden Aufschwung der Elektromobilität vorbereitet zu sein, entsteht am Stammsitz des Automobilherstellers Opel die höchste Ladesäulendichte für Elektroautos in der Europäischen Union. Gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium sollen in wenigen Monaten rund 1.300 Ladepunkte im gesamten Stadtgebiet installiert werden. Das 12,8 Mio.-Euro-Projekt wird in mehreren Stufen bis zum Jahr 2020 realisiert.

„Rüsselsheim am Main ist ein innovativer Standort mit einem Schwerpunkt im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Stadt ist ein weltweit führendes Zentrum für automobile Fachkompetenz, Forschungs- und Design-Know-how,“ sagt Bausch. Mit dem Hauptsitz und dem technischen Entwicklungszentrum der Opel Automobile GmbH und dem südkoreanischen Autobauer Hyundai Motor Europe (mit den Marken Kia und Hyundai) habe sich die Stadt zu einem internationalen Kompetenzzentrum für Mobilität entwickelt. Seit 2003 betreibt Hyundai hier sein Europe Technical Center. In einem Umfeld von Wissenschaft und Forschung bieten sich vielen Unternehmen beste Entwicklungsmöglichkeiten. Die Forschungskompetenz der Hochschule RheinMain mit zahlreichen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen im unmittelbaren Umfeld oder das Steinbeis-Transferzentrum für Biopolymeranalyse und Biomedizinische Massenspektronomie setzen weitere wegweisende Schwerpunkte.

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