Deutscher Immobilien Kongress 2019 des BFW: Vor dem bezahlbaren Wohnen steht das bezahlbare Bauen

„Vor dem bezahlbaren Wohnen steht das bezahlbare Bauen. Alle erforderlichen Maßnahmen sind bereits in zahlreichen Gremien analysiert worden. Diese gehen aber immer wieder im Streit zwischen den Ministerien, Bund, Länder und Kommunen unter“, mahnte BFW-Präsident Andreas Ibel in seiner Eröffnungsrede des Deutschen Immobilien Kongresses in Berlin. „Statt Haltung und Führung sehen wir vielerorts nur Zögern, Zaudern oder abenteuerliche Vorschläge, mit denen keine einzige bezahlbare Wohnung geschaffen wird.“

„Die Wohnungsfrage ist nicht nur eine soziale, sondern eine existenzielle Frage. Trotzdem hat die Politik keinen verbindlichen Masterplan. Wie passt das zusammen?“, fragte Ibel vor rund 400 Experten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. „Bei unseren oftmals inhabergeführten Mitgliedsunternehmen ist der Kampf für neue Wohnungen jedenfalls Chefsache. Der Mittelstand hat vor zwanzig Jahren gebaut, als die Kommunen ihre Bestände verkauft haben; er baut heute trotz Widerständen von allen Seiten und er wird auch in zwanzig Jahren noch bauen, wenn alle internationalen Fonds das Land längst wieder verlassen haben.“

Mit Blick auf die Enteignungsdebatten in Berlin forderte der Verbandspräsident ein „klares Bekenntnis der Parteien zur sozialen Marktwirtschaft und dem über 70 Jahre entwickelten Schutz der Mieter durch Mietrecht und Mieterbund".

„Bezahlbarer Wohnraum ist eine zentrale Zukunftsfrage“

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer betonte in ihrem Grußwort gegenüber den mittelständischen Immobilienunternehmen: „Die Frage bezahlbaren Wohnraums ist eine zentrale Zukunftsfrage für uns. Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung der politischen Akteure gemeinsam mit der Immobilienbranche notwendig. Die CDU will die schwierige Wohnungssituation in unserem Land im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft mit den Mitteln des Marktes beheben."

BFW-Umfrage: Rahmenbedingungen für Neubau weiter verschlechtert

Das Programm des Deutschen Immobilien Kongresses spiegelte die Herausforderungen, denen die mittelständische Immobilienwirtschaft täglich ausgesetzt sind: Stetig steigende Baukosten, ein zunehmend überreguliertes Mietrecht, veränderte Anforderungen über das reine Gebäude hinaus und immer weniger ausgewiesenes Bauland zu immer höheren Preisen. In der neuesten Konjunkturumfrage des Verbandes hatten 70 % der befragten Mitgliedsunternehmen angegeben, dass sich die Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr weiter verschlechtert haben. Die mittelständischen Mitgliedsunternehmen des BFW sind für rund 50 % des Wohnungs- und 30 % des Gewerbeneubaus verantwortlich.

Parallel zum Hauptprogramm des DIK fand erstmals das Digitalforum „Start me up!" statt. Hier trafen mittelständische Immobilienunternehmen auf Start-ups und PropTechs, um Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten.

BFW-Präsident und Vorstand einstimmig im Amt bestätigt

Im Rahmen des Kongresses trat auch die Mitgliederversammlung des BFW zusammen. Andreas Ibel wurde einstimmig für weitere drei Jahre als Präsident bestätigt. Auch die Vize-Präsidenten Dr. Christian Kube und Frank Vierkötter sowie Schatzmeister Dirk Salewski wurden wiedergewählt. Mit Christian Bretthauer aus dem Landesverband Bayern wird es künftig einen dritten Vizepräsidenten geben.

Die Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes Anett Barsch, Andreas Eisele, Ivonne Kutzner, Uwe Kraft, Karl-Heinz Maerzke, Christian Manke und Karl Strenger wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Michael Henninger aus dem BFW Landesverband Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland. Er isr damit Nachfolger von Dr. Walter Winkelmann, der nicht mehr zur Wahl antrat.

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