BFW-Seniorenimmobilientag: Ab 2030 braucht jeder Dritte eine altersgerechte Wohnung

Im Jahr 2030 wird jeder Dritte 65 Jahre oder älter sein. Das entspricht einem Mehrbedarf von bis zu drei Millionen altersgerechten Wohnungen: Schließlich ist der größte Wunsch der meisten Senioren, möglichst lange autark in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Wie dies ermöglicht werden kann, diskutierten rund 50 Experten auf dem dritten Seniorenimmobilientag des BFW Bundesverbandes und des BFW-Landesverbandes NRW.

„Die Bedürfnisse älterer Menschen im Lebensalltag verändern sich und beeinflussen immer mehr zukünftige Wohntrends“, so die Geschäftsführerin des BFW Nordrhein-Westfalen Elisabeth Gendziorra. Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung habe die zunehmende Bedeutung dieser Thematik erkannt, sagte Gendziorra: So findet der Seniorenimmobilientag des BFW erstmals unter der Schirmherrschaft von Ina Scharrenbach, der Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen statt.

In ihrer Eröffnungsrede betonte Ministerin Scharrenbach die zentrale Aufgabe und Verantwortung der Politik, die Zielkonflikte zwischen höherem Grundkomfort und Bezahlbarkeit zu reduzieren. „Dabei muss auch die umliegende Infrastruktur berücksichtigt werden“, so die Ministerin: „Ein Lösungsansatz dazu soll der Leitfaden „barrierefreies Bauen“, der gemeinsam mit dem BFW Nordrhein-Westfalen und anderen Sozialverbänden entwickelt wird, bieten. Dieser begegnet der Frage, wie wir zukünftig Immobilien gestalten, die allen Anforderungen gerecht werden.“

Wie sich Leben und Wohnen im Alter bedarfsgerecht und selbstbestimmt realisieren lässt, skizzierte Katrin Witthaus (InWIS Forschung & Beratung GmbH): „Wohnwünsche und Lebensstile haben einen besonderen Einfluss auf das altersgerechte Wohnen der Zukunft. Von besonderer Bedeutung ist aber natürlich eine barrierearme, im Idealfall barrierefreie Ausstattung der Wohnung.“ Hier komme es oftmals auf die Details an, da schon kleine Schwellen können schnell zum Hindernis werden könnten, so Witthaus weiter.

Gudrun Kaiser (Wohnqualität im Alter WiA) analysierte in ihrem Vortrag die Vorgaben der neuen Landesbauordnung für barrierefreies Wohnen: „Wenn wir Qualität und Quantität bedarfsgerechter Wohnformen für ältere Menschen steigern möchten, sollten wir die Anforderungen aus Normen, Bau- und Heimgesetzgebung kennen, bestmöglich auslegen und Öffnungsklauseln nutzen. Barrierefreiheit muss verhältnismäßig sein!“ In anschließenden Vorträgen von Werte + Wohnen, IBAC Consulting und der VEWO Wohnungsverwaltung GmbH wurden Wohnformen präsentiert, die den Bewohnern größtmögliche Selbstständigkeit bei gleichzeitiger Sicherheit gewährleisten wollen.

Rolf Schettler, Leiter des BFW Fachausschusses „Wohnen im Alter“, resümierte: „Auch wenn es vorübergehend den Anschein hatte, als sei der demografische Wandel infolge der Flüchtlingsproblematik und der Debatte um bezahlbares Wohnen in Ballungsräumen von der wohnungspolitischen Agenda verschwunden, so bleibt doch die Gestaltung altersgerechter Quartiere und zeitgemäßer Wohnangebote für hochaltrige Menschen unverändert eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben. Schon lange geht es dabei nicht nur um Grundrißgestaltung, sondern um intelligente Vernetzung von Wohnung und Dienstleistung mit moderner Technik und lebendiger Heimat.“

Thematisch passende Artikel:

7/8/2011 Studie „Wohnen im Alter“ veröffentlicht 

Altersgerechter Umbau ganz oben auf der Agenda

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe hat eine im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) erstellte Studie „Wohnen im Alter – Marktprozesse und...

mehr

Seniorenimmobilien: Ab 2030 ist jeder Dritte auf altersgerechte Wohnung angewiesen

Es sind nur noch zwölf Jahre bis etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung 65 Jahre und älter sein wird. Der Wunsch im Alter: Noch möglichst autark in den eigenen vier Wänden leben. Dennoch werden...

mehr
11/2011 Altersgerechte Wohnformen

VdW RW fordert Reform des WTG

Um das Angebot altersgerechter Wohnformen auszubauen, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Landesebene verbessert werden. Das hat eine Studie der Terranus Consulting GmbH im Auftrag des VdW...

mehr
12/2015 Umzugswünsche von Senioren werden überschätzt

Einen alten Baum verpflanzt man nicht

Stimmt es tatsächlich, dass fast zwei Drittel aller Senioren umziehen möchten? „Nein“, sagt das Beratungsunternehmen Analyse & Konzepte. Denn wenn die Senioren selbst befragt werden, zeigt sich:...

mehr

LEG startet Initiative: „Wohnen für Generationen“

Die LEG Immobilien AG (www.leg-wohnen.de) startet ihre Initiative „Wohnen für Generationen“. Ziel ist es, zusätzlichen Wohnraum in bezahlbaren Quartieren für Familien und Senioren zu schaffen und...

mehr