BFW: Baupreise in NRW steigen dramatisch – Behörden müssen jetzt Tempo machen beim Wohnungsbau

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW steigen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Nordrhein-Westfalen weiter stark an: Im Mai 2019 lagen sie um 3,8 % höher als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Februar 2019 erhöhten sich die Preise im Mai 2019 um 0,5 %. „Die Zahlen sind alarmierend. Während in 2016 die Steigerung von 1,6 % bereits als höchste Teuerungsrate seit 2013 galt, erleben wir seit Ende 2017 Steigerung zwischen 3 und 4 Prozent jährlich. Das ist eine Verdoppelung des Preisanstiegs“, so Martin Dornieden, Vorsitzender des BFW Nordrhein-Westfalen.

„Tatsächlich müssen wir in lang dauernden Wohnungsbauprojekten weitaus höhere Preissteigerungen einkalkulieren, denn bereits innerhalb weniger Monate werden Kostenvoranschläge nach oben korrigiert“, berichtet Dornieden aus der Unternehmerpraxis. Ursachen für den dramatischen Preisanstieg sind die hohe Auftragslage und der Fachkräftemangel im Baugewerbe.

„Beim Fachkräftemangel helfen ein Einwanderungsgesetz und attraktive Förderprogramme. Trotzdem gibt es eine weitere Preisbremse, auf die wir seit Jahren hinweisen: zügige Plan- und Genehmigungsverfahren. Wenn die Erstellung von Bebauungsplänen vier oder mehr Jahre braucht und Baugenehmigungen im Schnitt ein Jahr in der Bearbeitung sind, dauert es fünf bis zehn Jahre bis die dringend benötigten Wohnungen entstehen. So gelingt weder bezahlbares Wohnen noch kommen die Einspareffekte des seriellen oder modularen Bauens zum Tragen. Was die in NRW überlasteten Wohnungsmärkte brauchen ist ein Deregulierungs- und Beschleunigungs-programm für alle am Bau beteiligten Verwaltungsstellen – ob Bezirksregierungen, Kreisverwaltung oder kommunale Bauaufsicht. „Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft liefert die Lösung für bezahlbares Wohnen – schnellen Wohnungsbau. Damit dieser an Fahrt aufnimmt, muss der Staat auf allen Ebenen für Tempo sorgen.“

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