Regeneratives Mieterstromprojekt in Burg in Sachsen-Anhalt senkt die Stromkosten der Anwohner

Die Agentur für Erneuerbare Energien (www.unendlich-viel-energie.de) zeichnete die sächsisch-anhaltische Stadt Burg für ihr Engagement als Energie-Kommune des Monats aus. Ein Mieterstromprojekt sorgt vor Ort dafür, dass 230 Mietparteien Solarstrom zur Deckung eines Teils ihres Strombedarfs direkt vom Dach ihrer Wohnungen beziehen können. „Mieterstromprojekte sind ideal, um die Energiewende vor Ort voranzutreiben und gleichzeitig viele Bürger einzubeziehen – entweder durch die finanzielle Beteiligung an den Anlagen oder durch den Bezug von Ökostrom“, erklärt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.
 
Im Rahmen des ersten Mieterstromprojektes der Stadt betreiben die hiesigen Stadtwerke auf den Dächern von zehn Mietshäusern einer Wohnungsbaugenossenschaft Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 283 kWp. Bisher nutzen bereits rund 57 % der Mieter den solaren Mieterstrom, den sie für 20 Jahre zum Festpreis erhalten. Das bedeutet Planungssicherheit. In Summe ist der Preis für den Strom vom Mietshausdach günstiger als der Grundversorgungstarif – ein großer Vorteil.

Hinzu kommt die Gewissheit, woher ein Teil des verbrauchten Stroms stammt: Nämlich vom Dach direkt über der eigenen Wohnung; aus der Kraft der Sonne und damit klima- und umweltfreundlich. „Das Projekt Sonnenburg ermöglicht den Mietern, direkt von den Kostenvorteilen des Stroms aus Photovoltaikanlagen zu profitieren“, sagt Alfred Kruse, Geschäftsführer der Stadtwerke Burg.

Während der Planungszeit hatten die Mieter außerdem Gelegenheit, sich an der Finanzierung der Photovoltaikanlagen zu beteiligen und so vom Stromverkauf zu profitieren. „Die beispielhafte Kooperation von Stadtwerken und Wohnungsbaugenossenschaft zeigt eindrucksvoll, wie die Energiewende vor Ort die städtische Infrastruktur aufwertet und zur Attraktivität unserer Stadt beiträgt“, lobt Bürgermeister Jörg Rehbaum. 

Die von den Photovoltaikanlagen direkt vor Ort erzeugte Strommenge von jährlich 290.000 kWh reicht aus, um ein Drittel des Strombedarfs zu decken. Ein höherer Anteil von solarem Mieterstrom konnte bei diesem Projekt nicht realisiert werden, da die Stadtwerke bei der Planung nicht nur technische Herausforderungen meistern mussten. Für das Unternehmen war es außerdem entscheidend, die Wirtschaftlichkeit zu wahren und ein Projekt zu konzipieren, das sich in Zukunft auch auf andere Objekte übertragen lässt.

Nicht jedes war unter den genannten Bedingungen geeignet. „Daher begrüßen wir auch die derzeitige Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums zur Förderung von Mieterstrom“, erklärt Stadtwerkechef Kruse. „Würden Mieterstromprojekte zukünftig gefördert bzw. von Abgaben entlastet werden, eigneten sich mehr Dachflächen oder größere Anlagen könnten aufgebaut werden. Der Zubau von Erzeugungsanlagen und die direkte Nutzung von Ökostrom vor Ort erhielten damit einen Anschub.“

Die Stadt Burg ist seit Ende 2016 dabei, ein neues Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. Das 2015 angelaufene Mieterstromprojekt ist Inspiration für die Kommunalverwaltung, die das Ziel hat, den Anteil Erneuerbarer Energien in der Stadt zu erhöhen. Derzeit erarbeiten Gemeinde und Bürger gemeinsam weitere Ideen für Maßnahmen, wie Erneuerbare ausgebaut und Energie gespart bzw. effizienter genutzt werden kann.

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