Wohnen im „Effizienzhaus Plus“: Aktuelle Forschungsberichte bestätigen die Leistungsfähigkeit des Konzepts

Wie die Zukunft des energieeffizienten Bauens in Deutschland aussehen könnte, veranschaulichen die bislang 20 veröffentlichten Abschlussberichte der Modellvorhaben im Netzwerk Effizienzhaus Plus. Das Netzwerk wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert und von unterschiedlichen Forschungsinstituten wissenschaftlich begleitet. Die durch technisches Monitoring erfassten Daten der im Effizienzhaus Plus Standard errichteten Gebäude zeigen: Ein klimaneutrales und energieeffizientes Wohnen ist möglich.

Die insgesamt 36 Modellprojekte werden von unterschiedlichen Forschungsinstitutionen über einen Zeitraum von zwei Jahren messtechnisch begleitet. Die Querauswertung der Messdaten wird vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart vorgenommen. Eine transparente Auswertung gewährleistet die Veröffentlichung der Messdaten und Forschungsergebnisse auf der Website der Initiative Effizienzhaus Plus.

Das vielfältige Netzwerk Effizienzhaus Plus verdeutlicht, das architek-tonischer Anspruch, Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz durchaus vereinbar sind. Zu den architektonisch ansprechenden Gebäuden mit guten Ergebnissen in der Begleitforschung zählt z.B. das Münnerstädter Effizienzhaus Plus „MüPEG“. Dieses Gebäude wurde inzwischen auch mit dem 2015 vom Passivhaus Institut eingeführten Passivhaus Premium Standard zertifiziert, dessen Voraussetzungen es als Effizienzhaus Plus bereits vier Jahre vorher erfüllt hatte.

Die Hälfte aller Wohneinheiten im Gebäudebestand in Deutschland wurde zwischen 1949 und 1978 erbaut, einem Zeitraum, in dem energieeffizientes Bauen noch nicht vorrangig verfolgt wurde. Daher bietet die energetische Sanierung des Gebäudebestands ein großes Potential zur CO2-Einsparung. Das energy+ Home in Darmstadt zeigt beispielhaft, wie ein Reihenendhaus aus den 1970er Jahren zu einem Effizienzhaus Plus umgebaut werden kann.

Die Verbindung aus einem kostengünstigen, wartungsarmen Haustechnikkonzept und einer nachhaltigen Bauweise gehört zu den besonderen Qualitäten des Effizienzhaus Plus in Lüneburg. Die Mehrkosten für das Einfamilienhaus in Lüneburg amortisieren sich bereits nach 12 Jahren. Damit ist das Projekt extrem wirtschaftlich.

Das von der AGB Frankfurt Holding umgesetzte Effizienzhaus Plus in der Cordierstraße in Frankfurt am Main zeigt beispielhaft, wie Mehrfamilienhäuser im Effizienzhaus Plus Standard bei begrenztem Kostenbudget innerstädtisch realisiert werden können und veranschaulicht Lösungsmöglichkeiten für die Herausforderungen im Gebäudebetrieb.

Dem Gebäudesektor kommt im Hinblick auf die deutsche Energiewende eine bedeutende Rolle zu. Um die Klimaschutzziele und eine CO2 Einsparung von mindestens 80 % bis 2050 zu erreichen, ist es dringend erforderlich die energetische Versorgung von Gebäuden klimaneutral zu gestalten. Die bereits veröffentlichten Abschlussberichte beweisen, dass es sich bei dem Effizienzhaus Plus um ein zukunftsweisendes Konzept für Neu- und Bestandsbauten handelt.

Auf den Seiten der Forschungsinitiative Effizienzhaus Plus (www.forschungsinitiative.de) finden sich weiterführende Informationen und Vorstellungen der einzelnen Modellvorhaben. Dort stehen unter anderem neben detaillierten Endberichten abgeschlossener Projekte, Steckbriefe und Grafiken des technischen Monitorings zum Download bereit.


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