VHD: Klimawandel erfordert gut gedämmte Häuser

Den einen hat es vielleicht gefreut, der andere mag es bedauert haben: Der Winter 2013/14 war in weiten Teilen Deutschlands ein Totalausfall. Grüne Weihnacht, von Schnee selbst zum Jahreswechsel nichts zu sehen - und jetzt, zum Winterende, blühen bereits die Forsythien. Fragt sich nur: Wie warm wird das Frühjahr und wie heiß danach der Sommer? Mit einer Holzfaserdämmung der Gebäudehülle beugen Hausbesitzer einer Überwärmung der Wohnräume wirksam vor. „Dass es auch schon früher milde Winter gab, ist unbestritten. Aber man sollte die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, dass sich das Globalklima mehr und mehr erwärmt. Damit es uns im nächsten Sommer im Haus nicht zu heiß wird, empfiehlt sich das Dämmen der Gebäudehülle“, rät Dr.-Ing. Tobias Wiegand, Geschäftsführer des Verbandes Holzfaser Dämmstoffe in Wuppertal.


Für die Dachflächendämmung eignen sich zwischen den Sparren Holzweichfasermatten, zur Auf- oder Untersparrendämmung kommen Holzfaser-Dachdämmplatten in Betracht. An den Außenwänden bewähren sich Holzfaser-Wärmedämmverbundsysteme als Hitzeschutzschild. Auch zum raumseitigen Dämmen gibt es spezielle Holzfaserplatten, die auf die besonderen bauphysikalischen Erfordernisse optimal abgestimmt sind. So oder so, mit Dämmstoffen aus Holzfasern lässt sich für ein angenehmes, ausgeglichenes Raumtemperaturniveau auch an heißen Sommertagen sorgen.


Die meisten Menschen empfinden Raumlufttemperaturen zwischen 23 und 25 °C als angenehm. Aber eine nur um 1°C höhere Raumlufttemperatur wirkt oft schon unbehaglich. Vor allem im Dachgeschoss, dessen Außenflächen der Sonnenbestrahlung direkt ausgesetzt sind, kommt es daher ganz besonders auf eine wirkungsvolle Dämmung an. Wird dort mit Holzfaserdämmstoffen gedämmt, verkürzen sich die Zeiträume erheblich, in denen Raumlufttemperaturen von 26 °C und mehr vorherrschen. Dachgeschossbewohner, die sich für eine Holzfaserdämmung entscheiden, werden die ausgleichende Wirkung als Wohltat empfinden.


Dass Holzfaserdämmstoffe die hohen Außentemperaturen, die zur Mittagszeit an heißen Sommertagen herrschen, wirksam am Vordringen in die Wohnung hindern, lässt sich schlüssig mit den spezifischen bauphysikalischen Eigenschaften des Naturmaterials erklären: Holzfaserdämmstoffe zeichnen sich durch eine niedrige Wärmeleitfähigkeit und hohe Wärmespeicherkapazität aus. Das versetzt sie in die Lage, große Mengen Wärmeenergie am Passieren der gedämmten Gebäudehülle zu hindern.


Anders als alle andere Dämmmaterialien bestehen Holzfaserdämmstoffe aus Nadelholzresten (Spreißeln, Schnitzen, Schwarten), die im Sägewerk in großen Mengen anfallen. Der Rohstoff verfügt von Natur aus über eine spezifische Wärmespeicherkapazität von 2100 J/kg. Das lässt Holzfaserdämmstoffe wie ein im Bauteil eingebauter Hitzepuffer funktionieren, der das Vordringen hoher Außentemperaturen in die bewohnten Räume um etliche Stunden verzögert. Wenn dann die abendliche Abkühlung einsetzt, kann das unerwünschte Zuviel an Wärme einfach hinausgelüftet werden.


„Tagsüber bleibt das Temperaturniveau in einer gedämmten Wohnung auf relativ konstantem Niveau, denn die Spitze der Hitzewelle wird von der Holzfaserdämmung ausgesperrt. Das macht sich sowohl in Etagenwohnungen als auch unterm Dach angenehm bemerkbar: Trotz hoher Außentemperaturen fühlt man sich in Gebäuden mit Holzfaserdämmung auch an heißen Tagen fit genug, um aktiv zu bleiben“, sagt Wiegand.


Wie gut Holzfaserdämmstoffe als Hitzepuffer funktionieren, wird in handwerklich gezimmerten Holzrahmenbauten, industriell geplanten Fertighäusern wie auch in ökologisch sanierten Mauerwerksgebäuden deutlich: Besucht man in einer Fertighausausstellung um die Mittagszeit ein Musterhaus mit herkömmlicher Dämmung und geht anschließend in ein Gebäude, das über eine Holzfaserdämmung verfügt, kann man den Temperaturunterschied direkt spüren.


Firmenneutrale Informationen über Holzfaserdämmstoffe und Wärmedämmverbundsysteme auf Holzfaserbasis gibt es im Internet unter www.holzfaser.org Dort steht auch ein sehr lesenswerter Fachaufsatz von Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser zum Herunterladen bereit, der die Eigenschaften verschiedener Dämmstoffe im Hinblick auf den sommerlichen Hitzeschutz auf wissenschaftlichem Niveau erläutert.

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