Umfrage zur Mietpreisbremse: Immobilienprofis befürchten weiter steigende Mieten und Renovierungsstaus

Mit der beschlossenen Mietpreisbremse will die Bundesregierung dem Anstieg der Mieten in Ballungsgebieten entgegenwirken. Immobilienprofis sind allerdings skeptisch: 80 % der deutschen Makler glauben nicht, dass steigende Mieten durch die Mietpreisbremse verhindert werden können. Sie sehen das Problem vielmehr in der regionalen Wohnungsknappheit. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale, unter mehr als 800 deutschen Maklern, die direkt nach der Billigung der Mietpreisbremse durch den Bundesrat durchgeführt wurde. 79 % der Immobilienprofis lehnen die Mietpreisbremse ab; 7 % mehr als bei einer Befragung durch immowelt.de im November 2013.

Mietpreisbremse mit zahlreichen Schlupflöchern

Das Gesetz sieht einige Einschränkungen vor: Die Mietpreisbremse gilt nur für Mietverträge, die neu abgeschlossen werden. Neu gebaute Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 fertiggestellt wurden, sind ebenso ausgeschlossen wie aufwändig modernisierte Wohnungen. Die Renovierungskosten müssen in so einem Fall etwa ein Drittel der Kosten für einen vergleichbaren Neubau betragen. Und so halten auch gerade einmal 6 % der Makler die Mietpreisbremse für ein wirksames Instrument gegen steigende Mieten. Knapp die Hälfte (49 %) ist hingegen davon überzeugt, dass es viele Schlupflöcher gibt, um doch höhere Mieten durchzusetzen.

Gleichzeitig glauben 78 % der Makler, dass die Mietpreisbremse zu Renovierungsstaus führen könnte. Kleinere Renovierungen würden immer seltener durchgeführt, weil sich diese für den Vermieter nicht mehr rentierten. Vielmehr würden Vermieter in Zukunft häufiger generalsanieren, um die Wohnung anschließend losgelöst von der Mietpreisbremse vermieten zu können (59 %).

Mieten schon vorsorglich erhöht

Eine weitere Befürchtung hat sich offensichtlich bereits bewahrheitet: 53 % der Makler gaben an, dass Vermieter bei Neuvermietungen schon vor Beschluss der Mietpreisbremse die Mieten erhöht hätten. Nur ein Drittel konnte bislang keine Mietpreiserhöhung feststellen.


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