Nassauische Heimstätte/Wohnstadt: NH ProjektStadt räumt bei Fördermitteln ab

Know-How zahlt sich aus. Auch in diesem Jahr hat die NH ProjektStadt, die Stadtentwicklungsmarke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, erfolgreich Fördermittel eingeworben. Mehr als 30 Kommunen haben deren Experten im Jahr 2017 begleitet, sowohl bei der Antragstellung, einige aber auch bei der Erarbeitung von Integrierten Stadtentwicklungskonzepten als Grundlage für den Fördermittelantrag. Vor kurzem hat die zuständige Ministerin Priska Hinz die Zuwendungsbescheide übergeben. Mehr als 63 Mio. € verteilen sich auf die Programme „Aktive Kernbereiche“, „Stadtumbau“ und „Soziale Stadt“. Knapp 23 Mio. € – und damit fast 40 % der Gesamtsumme – gehen aktuell an von der NH ProjektStadt betreute Kommunen. Für das Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sind bislang nur die Neuaufnahmen bekannt. Die Zahlen für die laufenden Maßnahmen werden in den kommenden Wochen veröffentlicht.

5 Mio. € für „Aktive Kernbereiche“

Besonders positiv war das Ergebnis für die NH ProjektStadt im Programm „Aktive Kernbereiche“. Dort gingen 48 % aller Fördermittel des Landes – knapp 5 Mio. € – an sechs Kommunen und zwei interkommunale Kooperationen. In Bürstadt, Limburg a. d. Lahn, Hanau, Heppenheim, Hofgeismar, Schlüchtern, beim interkommunalen Zusammenschluss von Grasellenbach (Ortsteil Hammelbach) und Wald-Michelbach sowie der Kooperation von Bad Wildungen, Edertal-Griflitz und Fritzlar sind somit die laufenden Maßnahmen in den Stadt- und Ortszentren gesichert. Die Ministerin betonte bei der Bekanntgabe der Bescheide, dass die Kernbereiche der Gemeinden die Herzkammer des gemeinschaftlichen Lebens seien. „Die Zentren sind wichtig, denn sie dienen den Bürgerinnen und Bürgern als sozialer, kultureller und gewerblicher Anlaufpunkt. Vor allem Handel, Dienstleistungen, Wohnraum und Möglichkeiten zum Engagement im Ehrenamt stehen im Fokus.“

Stadtumbau: mehr als 11 Mio. € für 16 Standorte

Im Programm „Stadtumbau in Hessen“ wurden insgesamt 33 Städte und Gemeinden mit staatlicher Förderung bedacht. 16 Kommunen werden von der NH ProjektStadt betreut. Darunter sind auch zehn Neuzugänge, von denen sieben von der NH ProjektStadt beraten werden. Laufende Maßnahmen können in Bad Arolsen, Bad Hersfeld, Darmstadt, Gießen, Lampertheim, Niestetal, Rüsselsheim, Witzenhausen sowie in der interkommunalen Kooperation aus Rüsselsheim, Raunheim und Kelsterbach mit Unterstützung der NH ProjektStadt weiter vorangetrieben werden. Die 16 Standorte konnten mehr als 11 Mio. € und damit fast die Hälfte der Gesamtfördersumme für dieses Programm auf sich vereinen. In dessen Fokus steht der klimaorientierte Stadtumbau, wie Hinz betonte. „Gefördert werden Städtebauprojekte, die zum Klimaschutz beitragen oder der Anpassung von Städten und Gemeinden an den Klimawandel dienen. Zugleich muss der Stadtumbau dem demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandel gerecht werden. Hierzu gehört auch eine gute Wohnraumversorgung für alle.“ 

Bürstadt und Oestrich-Winkel neu dabei

Die Fördergelder für das Programm „Soziale Stadt“ kommen zur Hälfte von Bund und Land, die Kommunen selbst steuern ebenfalls einen Eigenanteil bei. Ziel ist es, einzelne Stadtteile im Kern oder in der Peripherie mit individuellem Entwicklungsbedarf zu unterstützen und dabei die Bevölkerung aktiv einzubeziehen. 32 Projekte an 21 Standorten werden im Rahmen dieses Programms mit mehr als 28 Mio. € gefördert. 6,5 Mio. € gehen an Kommunen, die von der NH ProjektStadt beraten werden, nämlich an Kelsterbach, Neustadt (Hessen) und Wetzlar. Von den sechs Neuaufnahmen wurde Bürstadt von der NH ProjektStadt bei der Antragsstellung beraten. Im Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ geht es um den Erhalt historischer Gebäude mit identitätsstiftendem Charakter. Hier wird einer der beiden Neulinge, Oestrich-Winkel, von den Experten der NH ProjektStadt beraten. Die Förderung der laufenden Maßnahmen in diesem Programm wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Stadtentwicklung und Wohnungsbau gehen Hand in Hand

Zufrieden mit der bisherigen Fördermittelvergabe in diesem Jahr zeigte sich Monika Fontaine-Kretschmer, für die Stadtentwicklung zuständige Geschäftsführerin der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt. „Zahlreiche Projekte können wir nun konsequent fortführen und zugleich einige neue Vorhaben angehen.“ Fontaine-Kretschmer lenkte auch den Blick auf den jüngst von Ministerin Priska Hinz präsentierten Masterplan „Wohnen in Hessen“, demzufolge die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum künftig durch die Programme der Stadtentwicklung unterstützt werden soll. Diese Ankündigung sei ganz im Sinne der Unternehmensgruppe, die sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt habe. „In den nächsten fünf Jahren wollen wir knapp 5.000 Wohnungen bauen. Vor diesem Hintergrund ist die Aussage der Ministerin natürlich eine enorm wichtige Botschaft, auch mit Blick auf die vor einem halben Jahr gegründete Bauland-Offensive Hessen“, betonte die Geschäftsführerin.

Auf Initiative des Landes Hessen und mit der Hessischen Landgesellschaft als Partner werden in der Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe seit Mai 2017 Kräfte gebündelt, um brachliegende Grundstücke zu mobilisieren und Kommunen vor allem in den Ballungsräumen bei der Entwicklung von Bauland für bezahlbaren Wohnraum zu unterstützen. Derzeit werden mehr als 20 Anfragen aus allen Teilen des Landes bearbeitet, vor allem aus dem Kreis Offenbach, dem Kreis Gießen, der Wetterau und Kassel. Insgesamt geht es um Flächen in einer Größenordnung von rund 180 ha. In ein bis zwei Jahren könnten die ersten Flächen für bezahlbaren Wohnraum in die Vermarktung gehen.

„Die schönsten Flächen bringen aber nichts, wenn die Kommunen keinen Anreiz verspüren, in bezahlbaren Wohnraum zu investieren, weil sie vor den hohen Folgekosten für die Infrastruktur zurückschrecken“, betonte Markus Eichberger, seit Oktober Leiter des Unternehmensbereichs Stadtentwicklung. Wenn hier künftig auch die Programme der Stadtentwicklung greifen, sei das möglicherweise genau der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt. „Wir sorgen dafür, dass bebaubare Flächen zur Verfügung stehen, und das Land macht den Kommunen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum schmackhaft.“ Stadtentwicklung und Wohnungsbau würden dann Hand in Hand gehen, pflichtete ihm Fontaine-Kretschmer bei. „Ein Rädchen greift ins andere.“

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