Immobilienprofis sind überzeugt: Bestellerprinzip wird die Mieten in die Höhe treiben

Wer den Makler beauftragt, muss ihn ab dem 1. Juni auch zahlen. Durch das Bestellerprinzip sollen Mieter entlastet werden: Sie müssen die Provision nur noch bezahlen, wenn sie den Makler explizit aufgefordert haben, eine Wohnung zu suchen und sie diese dann auch mieten. Immobilienprofis sind allerdings skeptisch: Nur 7 % der Makler glauben, dass Mietpreisbremse und Bestellerprinzip tatsächlich zu einer Entlastung der Mieter führen. 41 % sind überzeugt, dass es zumindest vorübergehend zu einer Entlastung kommt. Langfristig rechnen sie allerdings eher mit schlechteren Bedingungen für die Mieter. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von immowelt.de unter mehr als 800 deutschen Maklern. 78 % der Immobilienprofis lehnen das Bestellerpinzip demnach ab.

Kosten auf die Miete umgelegt

Dass die Wohnungssuche für Mieter in Zukunft wirklich günstiger wird, wird von vielen Immobilienprofis angezweifelt. Mieter, die einen Makler mit der Wohnungssuche beauftragen, werden diesen auch in Zukunft bezahlen müssen. Aber auch wenn der Vermieter die Maklerprovision zahlen muss, könnte es für den Mieter teurer werden: 70 % der Makler gehen davon aus, dass Vermieter die Kosten für Provisionszahlungen in Zukunft auf die Mieten umlegen werden. Letztendlich blieben die Mieter dann also doch auf den Kosten sitzen.

Mehr Streit zwischen Mietern und Vermietern

In Zukunft werden Vermieter vermehrt versuchen, ihre Immobilien in Eigenregie an den Mann zu bringen – davon sind 86 % der deutschen Makler überzeugt. Vermieter müssen dann zahlreiche Aufgaben selbst bewerkstelligen, bei denen sie bislang von professionellen Maklern unterstützt wurden. Dazu gehört etwa das Erstellen von Exposés, Grundrissen und Mietverträgen oder das Ermitteln ortsüblicher Vergleichsmieten. 79 % der Makler sehen die Gefahr, dass es dadurch in Zukunft zu mehr Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern kommen wird, bei denen der Makler bislang vermitteln konnte.

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