GEWOBAG: Quartier im Falkenhagener Feld wird mit vor Ort erzeugtem Strom versorgt

Zum 1. Mai geht es los: Im Falkenhagener Feld in Berlin-Spandau setzt die GEWOBAG (www.gewobag.de) mit dem Hamburger Energiedienstleister Urbana ein Pilotprojekt um, das, wie es heißt, in seiner Größenordnung deutschlandweit innovativ ist: Bei 1423 Wohneinheiten können die Mieter ab April 2014 neben Wärme zusätzlich Mieterstrom direkt aus dem Quartier beziehen.

Mietern, in deren Wohnumfeld sich ein Blockheizkraftwerk (BHKW) befindet, bietet die GEWOBAG über Urbana den dort erzeugten Strom an. Blockheizkraftwerke produzieren neben der Wärme auch Strom. Dieser Strom wird nun den Mietern angeboten. Er ist günstig und wird umweltfreundlich produziert.

Vorstand Markus Terboven: „Die Nebenkosten zu senken ist selbstverständlich ein wichtiges Anliegen für uns.“ Eine zentrale Rolle spiele hierbei der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung über ein neu installiertes BHKW. „Wir bringen damit nicht nur Wärme, sondern auch Strom unmittelbar in unser Quartier.“ Diese neue Energiestrategie sei „unsere Antwort auf das politische Leitbild in Zeiten der vielzitierten Energiewende: Weg von den großen Zentralen und hin zu kleinen dezentralen Einheiten der Energie- und Stromversorgung.“

Durch dezentrale Lösungen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden Wärme und Strom im Wohngebäude produziert. Ziel ist es, diesen Strom preiswerter anzubieten als der örtliche Grundversorger mit dessen niedrigstem Tarif. Dabei steht den Mietern völlig frei, ob sie den günstigen Strom beziehen möchten. Es besteht keinerlei Verpflichtung, aber eben eine Chance. Die Vor-Ort-Vermarktung von Strom kann als ein Baustein betrachtet werden, um die Energiewende bezahlbar zu machen: Für den Mieter sind – abhängig von Haushaltsgröße und Tarif – Einsparungen von bis zu ca. 100 € pro Jahr möglich.
 
Langfristiges Ziel der GEWOBAG ist die systematische Verbesserung der Energieversorgung ihrer Mietobjekte. Beim Wohnen wird die meiste Energie bei der Wärme- und Warmwasserversorgung verbraucht. Hier lägen die größten Einsparpotenziale, da moderne Heizungsanlagen deutlich energieeffizienter arbeiteten. Markus Terboven: „Wir steigern durch spezifische Maßnahmen die Energieeffizienz und modernisieren nach und nach unsere Heizungsanlagen.“ Das nütze nicht nur dem Klima, sondern helfe auch die Klimaschutzziele des Berliner Senat zu erreichen, und trage auch dazu bei, die sogenannten warmen Betriebskosten für die Mieter trotz steigender Energiepreise möglichst stabil zu halten.

Die dezentrale Erzeugung von Wärme und Strom und die Vermarktung des Stroms direkt an die Mieter gehört eigenen Angaben zufolge zu den zentralen Zukunftsaufgaben der GEWOBAG. Um das neue Energiemanagement auch organisatorisch auf solide Füße zu stellen, hat das städtische Unternehmen die GEWOBAG ED Energie- und Dienstleistungsgesellschaft mbH gegründet. Dort engagieren sich zukünftig alle im Unternehmen vorhandenen Experten zum Thema Energie. Die neue Tochtergesellschaft ist zukünftig Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Energieversorgung und ist zugleich Schnittstelle für alle Dienstleister, mit denen sie im Bereich Energieversorgung kooperiert.

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