Deutscher Immobilien Kongress 2015: Im Spannungsfeld zwischen Qualität, Quantität und Kosten

Beim Deutschen Immobilien Kongress (www.deutscher-immobilien-kongress.de) in Berlin diskutieren rund 450 Experten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung über Themen, die die Immobilienwirtschaft bewegen. Der Kongress des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen und des BVI Bundesverbandes der Immobilienverwalter wird fachlich von bulwiengesa unterstützt und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Im Spannungsfeld: Qualität, Quantität und Kosten“. Eröffnet wird der Kongress am 7. Mai vom BMUB-Staatssekretär Gunther Adler.

Der fachliche Diskurs in den Arbeitskreisen und im Immobilienverwalter-Plenum führt von der aktuellen Rechtsprechung und Miet- und Baurechtsänderungen über Klimaschutz bis hin zur Quartiersentwicklung. Vorab werden die neue bulwiengesa-Projektentwicklerstudie und die neuesten Entwicklungen im Prozess der Einführung von Zugangsvoraussetzungen für Immobilienverwalter präsentiert.

Die mittlerweile neunte Projektentwicklerstudie von bulwiengesa analysiert die derzeitige Auftragslage der Immobilienbranche. Das Ergebnis zeigt: Das Projektentwicklungsvolumen in den sieben deutschen A-Städten ist gegenüber dem Vorjahr um weitere 7 % auf 25,54 Mio. m² Nutzfläche gestiegen. Damit wird ein neuer Spitzenwert erreicht. Treiber der Entwicklung ist mit einem Anteil von fast 63 % erneut das Wohnsegment. „Die Nachfrage gestützt durch niedrige Zinsen und die potenziellen Erträge sind so hoch, dass Wohnprojekte im Wettbewerb um Grundstücke die anderen Nutzungsarten immer häufiger ausstechen“, begründet Andreas Schulten, Vorstand der bulwiengesa, den Trend.

Die gute Stimmungslage der Immobilienbranche wird auch von der neuen BFW-Mittelstandsumfrage 2015 bestätigt. Also alles in Ordnung? „Nein“, warnt BFW-Präsident Andreas Ibel. „Politik und Branche sind derzeit zwei Züge, die in unterschiedliche Richtungen fahren. Im besten Fall auf unterschiedlichen Gleisen voneinander weg, im schlechtesten Fall auf demselben Gleis aufeinander zu.“ Obwohl die Politik von bezahlbarem Wohnen und Bauen spricht, erwarten laut Umfrage die Immobilienunternehmen in den sieben A-Städten weitere Kauf- und Mietpreissteigerungen.

Es sind vor allem die langen staatlichen Planungs- und Bauzeiten, die Energieeinsparverordnung sowie eine steigenden Zahl von Auflagen durch die Kommunen, die die Baukosten in die Höhe treiben. Der dringend benötigte Neubau im niedrigen und mittleren Preissegment sei für die Immobilienunternehmen aufgrund der staatlich verursachten, gestiegenen Baukosten wirtschaftlich nicht mehr darstellbar, so Ibel. Nur eine Reduktion der staatlichen Kostentreiber beim Neubau kann eine Umkehr bewirken. Unabdingbar ist dabei für die BFW Mitglieder die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen. „Hier muss der Staat ansetzen“, so Ibel. „Die Mietpreisbremse ist der falsche Weg – auch wenn mit der Herausnahme des Neubaus ein großes Übel beseitigt wurde.“

BVI-Präsident Thomas Meier begrüßt die im Regierungsprogramm verankerte Einführung von Mindestanforderungen und Pflichtversicherungen für Immobilienverwalter. Damit kommt die Politik langjährigen Forderungen des Verbands zumindest teilweise nach. „Fachliche  Zugangsvoraussetzungen und Versicherungspflichten für Immobilienverwalter sind längst überfällig.“ Wohneigentum sei Vermögensbildung und bedürfe deswegen adäquater Rahmenbedingungen. Die Grundlage dafür sei im Koalitionsvertrag geschaffen. „Jetzt muss eine zügige Umsetzung erfolgen, damit Vermögen und Verbraucher in Zukunft in Deutschland noch besser geschützt sind.“ Der BVI nehme dabei mit seinen verbandintern umgesetzten Pflichten zu einer Vermögensschadenhaftpflicht-, Betriebshaftpflicht- und Vertrauensschadenversicherung eine Vorreiterrolle ein.
 

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