Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen: Partner setzen ihre Zusammenarbeit fort

Die immobilienwirtschaftlichen Verbände hatten im November vergangenen Jahres ihr Mitwirken im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen (www.bmub.bund.de/buendnis-wohnen) auf Eis gelegt. Die Immobilienwirtschaft hatte kritisiert, dass die Folgen der Klimaschutzvorgaben für den Gebäudesektor im damals von der Bundesregierung beschlossenen Klimaschutzplan 2050 noch nicht kalkuliert seien. In konstruktiven Gesprächen haben sich jetzt das Bundesbauministerium und die Verbände darauf geeinigt, in den kommenden Monaten und Jahren Maßnahmen zu entwickeln, die sowohl dem Klimaschutz als auch dem bezahlbare Wohnen und Bauen gerecht werden.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks: „Es ist eine gute Nachricht, dass alle Bündnispartner wieder an Bord sind! Im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen arbeiten alle am Wohnungsbau Beteiligten seit 2014 erfolgreich zusammen. Wir haben gemeinsam die Wende auf dem Wohnungsmarkt geschafft. Diese Erfolgsgeschichte können wir nun fortschreiben – auch über die Bundestagswahl hinaus.“ Laut Hendricks werden in dieser Legislaturperiode mehr als eine Million Wohnungen fertiggestellt. Die Zahl der Baugenehmigungen sei so hoch wie seit vielen Jahren nicht. Auf den Baustellen brumme es und die Zahl der Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft steige stetig an.

„Unsere Wohnungsbauoffensive hat wichtige und richtige Impulse gegeben, um die dringend benötigten Wohnungen auch im bezahlbaren Segment zu bauen", so Hendricks weiter. Obendrein habe man sich zur richtigen Zeit zusammengetan, „um auch die Integration der vielen Flüchtlinge in unserem Land voranzubringen." Dass der Gebäudebestand bis 2050 nahezu klimaneutral sein müsse, werde von Niemandem angezweifelt. „Den Weg dahin beschreiten wir nun in einer Innovationspartnerschaft wieder gemeinsam. Ich freue mich sehr, dass wir uns darauf verständigt haben, in den kommenden Monaten Maßnahmen zu entwickeln, mit denen wir den Anforderungen an den Klimaschutz und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gleichermaßen gerecht werden."

„Bezahlbares Wohnen und Bauen ist ein zentraler Faktor für den sozialen Frieden und einen attraktiven Wirtschaftsstandort Deutschland“, unterstreicht Andreas Ibel, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID). Im Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen habe die BID in intensiver, vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Bundesbauministerium Empfehlungen für mehr bezahlbaren Neubau erarbeitet.

„Auf dieser Vertrauensgrundlage wollen wir auftretende Zielkonflikte zwischen der Klimaschutzpolitik und der Wohnungs- und Immobilienpolitik auflösen“, betont Ibel. „Wir haben das Bündnis auf eine neue Arbeitsgrundlage gestellt und den Weg für eine langfristige gemeinsame Zusammenarbeit über die Bundestagswahl hinaus abgesteckt.“ Im Rahmen einer Innovationspartnerschaft werden man innovative, wirtschaftliche Ansätze für eine technologieoffene Minderung von Treibhausgasen entwickeln. „Dabei wurde auch festgelegt, dass eine sozialverträgliche Klimaschutzpolitik immer eine aktive Förderpolitik und steuerliche Anreize mitbedenken muss.“ Hierzu werden laut Ibel geeignete Förderinstrumente geprüft und bedarfsgerecht alternative Finanzierungs- und Fördermodelle entwickelt. „Darüber hinaus werden wir gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte auf den Weg bringen.“

Haus & Grund strebt nach den Worten von Präsident Kai Warnecke eine langfristige Partnerschaft mit der Bundesregierung an, um Klimaschutz und bezahlbares Wohnen und Bauen sinnvoll miteinander zu verbinden. „Uns ist es wichtig, dass die Politik auch die Bedürfnisse der Eigentümer und Bewohner der Gebäude im Blick behält. Daher freuen wir uns, dass Haus & Grund und die übrigen immobilienwirtschaftlichen Verbände gemeinsam mit dem BMUB in den kommenden Monaten Maßnahmen erarbeiten werden, die beiden Zielen – Klimaschutz und bezahlbares Wohnen – gerecht werden.“

Das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen führt Bund, Länder, Kommunen, Wohnungs- und Bauwirtschaft, den Deutschen Mieterbund, Gewerkschaften sowie weitere gesellschaftlich relevante Akteure zusammen, um die Herausforderungen am Wohnungsmarkt zu bewältigen. Ziel ist es, gemeinsam die Voraussetzungen für den Bau und die Modernisierung von Wohnraum in guter Qualität, vorzugsweise im bezahlbaren Marktsegment, zu verbessern und das Wohnungsangebot in den Ballungsgebieten mit Wohnraummangel zu erweitern.

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