Steuererleichterung liegt auf Eis: BID ist sauer auf Koalition

Die geplante Steuererleichterung für die energetische Sanierung von Gebäuden wurde von der Koalition gekippt. Die BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (www.bid.info) kritisiert, dass die Koalition damit dem Gelingen der Energiewende entgegenwirkt. „Einerseits erklärt die Koalition die Energiewende zu einem ihrer Kernthemen. Andererseits erschwert sie mit ihren Entscheidungen die Umsetzung“, kommentiert Jens-Ulrich Kießling, Vorsitzender der BID und Präsident des Immobilienverbandes IVD, den Rückzieher von Union und SPD.

Bund und Länder hatten sich im vergangenen Jahr auf das milliardenschwere CO?-Gebäudesanierungsprogramm geeinigt. Demnach sollten Eigentümer, die energetische Sanierungsmaßnahmen an ihren selbstgenutzten Wohnimmobilien vornehmen, zehn bis 25 % der Aufwendungen steuerlich geltend machen können. Die Möglichkeit sollte für einen Zeitraum von fünf Jahren bestehen und rückwirkend ab dem 1. Januar 2015 gelten. Nachdem sich der Koalitionsausschuss am vergangenen Dienstag infolge der Blockade durch Bayern dazu nicht einig werden konnte, liegt diese Maßnahme vorerst auf Eis.

Die BID warnt davor, dass mit dem Stopp des Programms dringend notwendige Investitionen in den Gebäudebestand verhindert werden. „Die Ziele der Energiewende können nur erreicht werden, wenn die Gebäude in Deutschland flächendeckend saniert werden. Das wiederum funktioniert nur, wenn Immobilieneigentümern die Sanierung steuerlich erleichtert wird.“, erklärt Kießling.

Die steuerliche Abschreibung der energetischen Sanierungsmaßnahmen wird bereits seit Jahren diskutiert – und immer wieder verschleppt. Derzeit wird dem Vernehmen nach geprüft, ob die KfW-Zuschüsse erhöht werden könnten. Diese Maßnahme hält die BID für nicht ausreichend. „Die energetische Sanierung des Gebäudebestandes wird ohne eine steuerliche Komponente der Förderung nicht erfolgreich sein“, so Kießling. Zwar gebe es von der KfW bereits günstige Darlehen und Zuschüsse. Dieses Programm sei jedoch für viele Eigentümer zu kompliziert und zu bürokratisch.

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