3. BFW-Neubauforum: Akuter Nachholbedarf beim Mietwohnungsneubau trotz steigender Baugenehmigungszahlen

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen und sein BFW Landesverband Berlin/Brandenburg Mitgliedsunternehmen luden jetzt zum dritten BFW-Neubauforum in das Deutsche Architekturzentrum DAZ ein.

„Die Immobilienwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Mieten sollen bezahlbar, Wohnungen altersgerecht nutzbar, energetisch saniert und in ausreichender Zahl vorhanden sein“, eröffnete BFW-Vizepräsident Andreas Ibel das Neubauforum. „Die Immobilienwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst und gern dazu bereit, in einem Bündnis für Wohnen nach Lösungen zu suchen“, betonte Ibel. Jedoch müssten beide Partner etwas dazu beitragen - so auch die Politik, indem sie Regulierungen zurückhält und Anreize schafft. Nur durch verstärkten Wohnungsneubau ließen sich steigende Mieten verhindern, so der BFW-Vizepräsident weiter.

Mehr als 140 Vertreter aus der Immobilienbranche sowie aus Politik und Verwaltung diskutierten über die allgemeinen Auswirkungen der Koalitionsbeschlüsse auf den deutschen Wohnungs- und Immobilienmarkt bis hin zum Wohnungsneubau in Ballungsgebieten mit besonderem Schwerpunkt auf Berlin.

Ibel wies auf Engpässe beim Mietwohnungsmarkt im niedrigen Preissegment hin, die trotz der erneut angestiegenen Baugenehmigungszahlen existierten. Angesichts der preistreibenden Faktoren im Neubau müssten dringend Konzepte entwickelt werden, um die Baukosten zu senken und somit Wohnraum für die breite Masse zur Verfügung zu stellen. Andernfalls würde zwar gebaut, jedoch entstünde kein weiterer Quadratmeter bezahlbarer Wohnraum.

„Unsere gemeinsame Aufgabe ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Hierzu führen wir den intensiven Austausch im Immobilienwirtschaftlichen Dialog sowie dem Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen. Die Entscheidung für die Mietpreisbremse hat die Koalition gemeinsam getroffen. Entgegen aller Kritik wird diese nicht zum Investitionshemmnis werden“, erklärte Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium.

„Trotz grundsätzlich positiver Rahmenbedingungen hegen wir die ernsthafte Sorge, dass aktuelle politische Maßnahmen den boomenden Wohnungsneubau in Berlin deutlich beeinträchtigen werden. Das betrifft die sogenannte Mietpreisbremse bei Neuvermietungen ebenso wie die wirtschaftliche Überlastung der Projektentwickler und Bauträger durch unfaire Städtebauliche Verträge. Damit in Berlin tatsächlich jährlich die allseitig für nötig gehaltenen 10.000 Wohnungen neu entstehen können, ist es wichtig, gemeinsam mit der Politik ein investitionsfreundliches Klima zu erzeugen“, erklärte Matthias Klussmann, Vorsitzender des BFW Landesverband Berlin/Brandenburg.

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