Bauwende-Bündnis fordert KfW-Förderung für klimafreundliche Baustoffe und Bauweisen

Angesichts einer neuen Studie der Steinbeis-Stiftung im Auftrag der Bundesregierung fordert das Bauwende-Bündnis (www.bauwende.de), die in den Baumaterialien enthaltene „Graue Energie“ mit Hilfe konkreter KfWFörderprogramme schnell zu reduzieren und damit umfassenden Klimaschutz im Gebäude- und Industriesektor anzugehen.

Die Notwendigkeit, neuen Wohnraum in Deutschland zu bauen, wird angesichts der Wohnungsnot in den Zentren und der stark gestiegenen Mietpreise mehr als deutlich und ist bei der Politik angekommen. Vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele der Bundesregierung ist es in dieser Situation erforderlich, Klimaschutz im Gebäudesektor von Beginn an mitzudenken und Wohnraum klimafreundlich und nachhaltig zu erschließen. Denn bei einem gut gedämmten Neubau ist in etwa die Hälfte der über den Lebenszyklus benötigten Energie schon verbraucht, wenn die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen.

Eine aktuelle Studie des Steinbeis-Transferzentrums für Energie-, Gebäude- und Solartechnik und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik im Auftrag der Bundesregierung liefert hierzu wichtige neue Erkenntnisse. Die Studie kritisiert die bisherige Vernachlässigung der „Grauen Energie“ bei Wohngebäuden, also der an die Materialien gebundenen Energie, die zur Herstellung, Instandsetzung und Entsorgung benötigt wird. Gefordert wird deshalb eine ganzheitliche energetische Betrachtung der Gebäude über den gesamten Lebenszyklus. Durch eine klimagerechte und energieoptimierte Wahl der Baumaterialien und der Baukonstruktionen können allein im Neubaubereich etwa sieben Millionen Tonnen  CO2 jährlich eingespart werden. Und dies auch noch kostenneutral oder zu geringen Mehrkosten.

Die Diskussion zum geplanten Gebäudeenergiegesetz zeigt, dass ordnungsrechtliche Änderungen langwierig sind. Das Bauwende-Bündnis fordert daher bei der KfW-Förderung zum Bauen und Sanieren jetzt mit der Berücksichtigung der „Grauen Energie“ einen ersten Schritt zu machen und anschließend die Förderprogramme auf eine gesamtenergetische Betrachtung über den ganzen Lebenszyklus umzustellen. Für einen zügigen Einstieg in die Förderung empfiehlt die Studie eine vereinfachte Nachweismethode und rät zu  CO2-basierten Messindikatoren; dies kann von BürgerInnen als Zielgruppe der Förderprogramme leichter nachvollzogen werden. Klimafreundliche Materialien und Bauweisen sollen dabei ebenso gefördert werden, wie klimaschützende Haustechnik. So können in einem technologieoffenen Verfahren diejenigen am stärksten von KfW-Zuwendungen profitieren, die am meisten zum Klimaschutz beitragen.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen das Bauwende-Bündnis in seiner Forderung nach schnellen und konkreten Maßnahmen, die für wirksamen und umfassenden Klimaschutz im Bausektor sorgen.

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