Intelligente Haussteuerung

Smartes Wohnen am Ufer der Dahme

„Das Wasser im Blick“ ist der Slogan, mit dem der Entwickler BUWOG in Berlin-Grünau das neue Gebäudeensemble „The View“ aus drei Gebäuden im Quartier 52o Nord bewirbt. Direkt an der Dahme mit einer quartierseigenen Wasserfläche blickt man von jeder Wohnung und von jedem Balkon auf Wasser und ist doch nur 10 bzw. 15 Minuten vom Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof und dem Flughafen Schönefeld entfernt.

Gebäudetechnik

Wärme und Strom werden im quartierseigenen Blockheizkraftwerk (BHKW) mit zurzeit Primärenergiefaktor Null produziert und von dort in die einzelnen Gebäude verteilt. Das von Techem Solutions betriebene BHKW liegt direkt hinter dem öffentlichen Spielplatz. Es wird wärmegeführt gefahren; nicht benötigter Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Das Kraftwerk nutzt zu ca. 65 % nicht fossiles Biomethan gewonnen aus Biomasse.

In The View Haus II gibt es Fußbodenheizung mit individuell steuerbarer Einzelraumregelung; der Einbau eines Kamins war möglich. Zur Isolation wurde ein Aluminiumprofil der Fassade vorgehängt. Der Sonnenschutz wird durch außenliegende Textilrollos realisiert. Die Frischluftzufuhr erfolgt über Fenster und/oder Türen.

Eine große Zahl der Stellplätze in der Tiefgarage ist für Elektrofahrzeuge vorgerüstet, die ebenfalls über den Hausstrom mitversorgt werden. Die Garage wird nur über Gitter mit Außenluft versorgt. Aus Brandschutzgründen dürfen keine Güter z. B. in Kisten in der Garage abgestellt oder eingelagert werden.

Vor dem Aufgang zu den Gebäuden ist eine zentrale Paketstation eingerichtet. Das individuelle Nutzerprofil ermöglicht das Einlagern von Paketen und morgens auch von Brötchen jeweils über Dienstleister, die per SMS oder Mail von den Nutzern dazu ermächtigt werden. Die jeweilige Box wird zufällig an die Lieferanten vergeben. Für das Abholen brauchen der/die Nutzer/-innen dann eine PIN.

Vernetzte Aufzüge

Von der Tiefgarage und von den Eingangstüren bis in die Wohnetagen ist ein barrierearmer Zugang via Aufzug möglich. Das Zugangssystem KONE Residential Flow ermöglicht den horizontalen Zugang zum Gebäude und in die drei Aufzüge KONE MonoSpace 500 DX, die die Gebäude vertikal erschließen.

Haustürklingel, Schließtechnik und Aufzug sind feste Bestandteile des KONE-Zutrittssystems, das die Bewohner/-innen mittels App auf ihren Mobilgeräten nutzen können. Das Smartphone ersetzt den Haustürschlüssel; alternativ können RFID-Schlüssel und „normale“ Schlüssel für den Gebäudezugang verwendet werden. Das Zutrittssystem verlegt auch die Videogegensprechanlage auf das Smartphone. Bewohner/-innen können so von überall aus feststellen, wer gerade an der Eingangstür ist, um ihm oder ihr zu öffnen und den Aufzug hinunterzuschicken. Darüber hinaus können Bewohner/-innen via App auch den Aufzug - coronakonform berührungslos - bedienen. 

Die App kann jede/r Nutzer/-in selbst aus dem Android- bzw. Apple-Store herunterladen. Zur Sicherheit schaltet die Hausverwaltung die Nutzung zentral frei. Sie legt den Hauptnutzer fest, der dann selbst bis zu fünf Unternutzer z.B. Kinder bestimmen kann. Der Garagenzugang wird von der Hausverwaltung nur für die freigegeben, die ein Auto im Untergeschoss einstellen. Auch die Liste der Namen, die auf dem Bildschirm des Klingelschilds angezeigt werden, wird zentral gepflegt.

Teil von KONE Residential Flow ist auch ein digitales „Schwarzes Brett“, das im Aufzug die Bewohner/-innen über Neuigkeiten informiert. So wird zum Beispiel angekündigt, wenn Handwerker im Haus sind. Die Inhalte werden auch auf ein Display im Hausflur und auf das Smartphone gespielt, nachdem der Nutzer zuvor per SMS auf die neue Nachricht aufmerksam gemacht wurde.

Haus II im Ensemble The View

Die Planungen an The View haben 2018 begonnen. Fertiggestellt wurde das Wohn-Ensemble im Sommer 2021. Der letzte Einzug erfolgte am Tag vor der Besichtigung. 

Das Büro von Architekt Christopher Pätzold hat den Häusern I und III eine Trapezform gegeben mit individuell gestalteten Balkonen. Innen liegen 35 Wohnungen von 58 bis 144 qm mit 2 bis 4 Zimmern.
Das mittlere Haus II von LOVE architecture + urbanism aus Graz zeichnet sich durch markante schräge Stützsäulen und optisch schwebende Stege zur Verbindung zwischen den Wohnungen und Balkonen aus. „Der Steg ist die Seele des Gebäudes“ sagte der Architekt darüber. Bodentiefe Fenster und Glasfaltwände sorgen für optimalen Lichteinfall. Im Haus gibt es 28 Wohnungen von 64 bis 125 qm mit 1,5 bis 4 Zimmern.

Die Fassaden der Häuser rechts und links sind aus dunklem Holz und rostfarbenen Cortenstahl, was einen erhöhten Blitzschutz mit Überleitungen zwischen den einzelnen Stahlplatten erfordert.  Die Fassade des mittleren Hauses zeigt außen helles Holz, Aluminium und Sichtbeton sowie mit Stahlnetzen gesicherte Terrassen. Alles zusammen erinnert bewusst an Reling, Schiffsrumpf und Treibholz.

Quartier 52o NORD

Die drei Häuser sind Bestandteil des nachhaltigen Quartiers 52o NORD auf rund 100.000 qm Fläche mit 600 m Uferpromenade an der Dahme. Nach aufwändiger Sanierung des Bodens, bei der 1,5 m tief 200.000 t von Chemieproduktionsrückständen kontaminierte Erde abgetragen wurde, wurde 2015 der Grundstein des Geländes gelegt. Im Frühjahr 2017 wurden die ersten Wohnungen bezogen. Noch entstehen Nachbargebäude direkt neben The View. Bis 2024 werden ca. 1.000 Wohnungen für rund 2.000 Bewohner/-innen errichtet. Das Investitionsvolumen für 20 Bauabschnitte mit rund 50 Gebäuden ist mit ca. 360 Mio. € geplant. Entwickler des Geländes ist die BUWOG, eine Tochter der VONOVIA SE. Die Mietwohnungen im Bestand und die Kita werden bis auf Widerruf zentral durch Vonovia verwaltet. 

Diverse nachhaltige Ansätze finden sich auch im Gelände verteilt:

– In KfW 40 sind z.B. die Lotsenhäuser und die Kompasshäuser im Quartier errichtet worden. Einige Gebäude sind in Holzhybridbauweise entstanden.
– Parkplätze mit Elektroversorgung für PKW finden sich an mehreren Stellen im Gelände. Zurzeit werden gemäß Konzernziel rund 30% damit abgedeckt; langfristig sollen es 100% werden.
– Nach dem Modell der Schwammstadt („Sponge City“) wurde eine 6.000 qm quartierseigene Wasserfläche geschaffen. Die Länge des Regenwasserrückhaltebeckens für die umliegenden Gebäude beträgt rund 180 m. Die Entwicklung der Gewässeranlage wird von der TU Berlin gemonitort.

An der exklusiven Begehung vom Infocontainer bis zur Pizzeria im historischen Pförtnerhäuschen am zentralen Wasserbecken nahmen im Juli 2021 unter anderem teil:  BUWOG-Pressesprecher Michael Divé und Verwalterin Sabine Grodd von der Vonovia Immobilien Treuhand. Im Mittelpunkt der Besichtigung stand das mittlere Gebäude II von The View mit seiner extravaganten Architektur und zukunftsweisenden Gebäudetechnik.

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