Technologien sollen den Menschen nutzen

Dr. Manfred Alflen, Vorstandsvorsitzender der Aareon AG, blickt in die Zukunft der Wohnungswirtschaft.

Stetig neue Technologien fordern uns Menschen immer wieder aufs Neue. Da stellt sich die Frage: Worauf kommt es wirklich an, damit wir neue technologische Lösungen auch gerne nutzen? Besonders schnell setzen sich solche Systeme durch, die dem Anwender das Leben erleichtern. Der Mehrwert rückt in den Vordergrund, die eigentliche Technologie in den Hintergrund. Eine Reflexion zur Entwicklung und Anwendung neuer Softwarelösungen von Dr. Manfred Alflen, Vorstandsvorsitzender der Aareon AG.

Der technologische Fortschritt ist weiter auf dem Vormarsch und der digitale Transformationsprozess hat durch die Covid-19-Pandemie einen deutlichen Schub erfahren. Die Vorteile der digitalen Möglichkeiten sind uns vielleicht noch nie so bewusst geworden wie gerade in dieser Krisenzeit. Denn sie stiften einen hohen Nutzen: Dazu zählen das problemlose Arbeiten im Homeoffice, virtuelle Meetings, Workshops und Veranstaltungen.

Dabei freuen wir uns insbesondere über einfache, möglichst selbsterklärende Lösungen. Je intuitiver die Bedienung und je größer der Mehrwert der jeweiligen Lösung ist, desto intensiver wird sie genutzt. Dieser Maxime gilt es daher schon bei der Produktentwicklung zu folgen. Entwicklungsansätze wie Design Thinking beziehen die Anwenderanforderungen direkt in den Entwicklungsprozess inklusive eines nutzerfreundlichen Designs ein.

Das führt auch zum Sinn neuer Technologien. Sie werden entwickelt, um den Menschen zu helfen, ihr (Arbeits-)Leben einfacher zu gestalten. So sehr der technologische Aspekt oftmals im Vordergrund steht, umso wichtiger ist es, sich darauf zu besinnen, wofür die Technologie eingesetzt werden soll und welche Vorteile sie bringen soll. Denn letztlich muss sie dem Menschen dienen und ihn unterstützen.

In der Immobilienwirtschaft geht der Trend beispielsweise zu ERP-Systemen mit benutzerfreundlichen, individuell anpassbaren Oberflächen, damit die Anwender mit wenigen Klicks schnell zum Ziel kommen und ein weitgehend ermüdungsfreies Arbeiten möglich ist. Weiter auf dem Vormarsch sind flexible Systeme, die durch eine webbasierte Technologie ortsunabhängig genutzt werden können. Business-Intelligence-Tools und Analytik-Komponenten helfen beim Automatisieren von täglichen Routineaufgaben. Außerdem lernt das ERP-System mit und kann wiederkehrende Aufgaben dank bestimmter Algorithmen selbstständig erledigen. Dabei ist es weniger fehleranfällig und kann Nutzern Hinweise und Empfehlungen zur Fehlervermeidung geben. Reportings können zudem schnell generiert werden. Um wiederum die Kundenbeziehung mit digitalen Lösungen noch komfortabler zu gestalten, stellen KI-basierte Chatbots in der Immobilienwirtschaft eine noch junge Entwicklung dar. Sie können Standardanfragen schnell und zufriedenstellend bearbeiten und somit Mehrwert schaffen.

Alle diese Beispiele zeigen: Die Technologie sollte für den Menschen da sein. Letztlich profitieren Unternehmen, wenn ihre Mitarbeiter die zur Verfügung gestellte Softwarelösung gerne nutzen, weil sie ihnen Vorteile bietet. Das steigert die Zufriedenheit der Mitarbeiter und letztlich die Unternehmensproduktivität.

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