„Schon aus Komfortgründen unverzichtbar“

Interview mit Architekt Artur Gärtner über die nachträgliche Aufzugsnachrüstung. Sein Büro ist auf hochwertigen Wohnungsbau im Berliner Altbaubestand spe­­­zialisiert.­

Was sind die Hauptgründe für die Aufzugsnachrüstung?

Gärtner: Bei unseren Wohnungsprojekten geht es oft um Nachverdichtung durch einen hochwertigen Ausbau des Dachgeschosses oder Aufstockung um ein Penthouse. Für die anspruchsvollen Mieter oder Käufer dieser Wohnungen ist ein Aufzug schon aus Komfortgründen unverzichtbar. Teils wird die Nachrüstung auch durch das Baurecht gefordert. Bei einer Aufstockung ist es sinnvoll, nicht nur den neu geschaffenen Wohnraum zu erschließen, sondern auch die restlichen Etagen mit Haltestellen anzubinden. Dadurch lässt sich mit geringem Mehraufwand die Vermarktbarkeit des ganzen Hauses verbessern.

Welchen Stellenwert hat der Aufzug bei ihren Projekten?

Gärtner: Wir planen von vornherein mit einem Aufzug, auch wenn es nicht explizit von den Auftraggebern gefordert wird. Damit stoßen wir auf große Akzeptanz. Bisher mussten wir lediglich bei einem Bauvorhaben auf die Nachrüstung verzichten. Dort durfte die Fassade aus Denkmalschutzgründen nicht verändert werden.

Was empfehlen sie in gestalterischer Hinsicht?

Gärtner: Wir setzen auf eine sachlich zurückhaltende Gestaltung ohne historisierende Elemente. Eine Kabinengestaltung in Edelstahl steht für Qualität und Dauerhaftigkeit und wird von vielen Eigentümergemeinschaften bevorzugt. Darüber hinaus empfehlen wir, zumindest eine Kabinenwand zu verglasen. So wirken die meist kleinen Aufzüge großzügiger.

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