Immobilien: Schrumpfende Bevölkerung sorgt für Preisturbulenzen

Schrumpft die Bevölkerung, sinken die Immobilienpreise: Diesen Zusammenhang hat eine empirische Untersuchung jetzt bundesweit bestätigt. Danach beeinflusst die Bevölkerungsentwicklung die Veränderung von regionalen Immobilienpreisen zu 30 %. Weitere Faktoren sind Wirtschaftskraft und touristische Attraktivität einer Region. Die Studie wurde im Rahmen der Transparenzoffensive Immobilienwirtschaft vom Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung mit Hilfe der ImmobilienScout24-Datenbank durchgeführt.

Wohnungsbesitzer in Regionen mit negativem Bevölkerungssaldo müssen trotz des aktuellen Immobilienbooms mit deutlichen Preisrückgängen rechnen. Laut Untersuchung lässt sich auf Kreisebene bundesweit ein deutlicher Zusammenhang zwischen Immobilienpreis- und Bevölkerungsentwicklung feststellen. So sinken Wohnungspreise in einem Landkreis um 2,2 %, wenn im selben Zeitraum die Bevölkerung um 1 % zurück geht. Auch bei Hauspreisen und Mieten lässt sich ein ähnlicher Effekt empirisch belegen.  

Der Preisrückgang lässt sich jedoch nicht überall gleichmäßig beobachten. Schrumpft etwa in Ballungsräumen die Bevölkerung, findet oft eine starke Ausdifferenzierung der Lagen statt. So lässt sich in schlechteren Lagen der untersuchten Regionen ein überdurchschnittlicher Preisrückgang beobachten, während in den attraktiven Standorten die Preise oftmals sogar steigen. Beispiele für eine solche Entwicklung sind die Städte Halle, Cottbus und Salzgitter.

„Der Bevölkerungsrückgang in Ballungsräumen verstärkt offenbar bereits vorhandene Ungleichheiten in den verschiedenen Stadtquartieren. Solvente Käufer und Mieter in der Region konzentrieren sich auf die attraktiven Viertel, was zu einem Anstieg der dortigen Preise und Mieten führt“, kommentiert Dr. Steffen Kröhnert, Leitender Wissenschaftler des Berlin Institutes für Bevölkerung und Entwicklung, die Ergebnisse.  

Insgesamt beeinflusst die Bevölkerungsentwicklung neben Wirtschaftskraft und touristischer Attraktivität etwa 30 % der Veränderung von Immobilienpreisen. Hiermit können künftig Preisprognosen verbessert werden: „Die demografische Entwicklung lässt sich nach aussage von Marc Stilke, CEO von ImmobilienScout24 und Initiator der Transparenzoffensive Immobilienwirtschaft, sehr gut vorhersagen: „Das wollen wir nutzen, um das künftige Niveau von Preisen und Mieten zu bestimmen.“ Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, die richtigen politischen Weichen für die Entwicklung der Immobilienmärkte zu stellen.

Die Untersuchung „Wohnen im demografischen Wandel“ wurde im ersten Halbjahr 2012  vom Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung durchgeführt. Dabei wurden erstmals die Entwicklungen von Miet- und Kaufpreisen bundesweit betrachtet. Die Untersuchung ist ein Projekt der  Transparenzoffensive Immobilienwirtschaft.  Weitere Informationen gibt es unter www.transparenzoffensive.net   

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