Lüftungslösung für Dortmunder Mehrfamilienhaus

Frische Luft braucht neue Wege

Wenn es um den ausreichenden Luftwechsel im energieeffizienten Neubau geht, mussten sich Bauherren oder Planer bislang zwischen zentralen und dezentralen Lüftungslösungen entscheiden. Mit dem airModul von airFinity findet eine neue Technologie verstärkt Einzug im Geschosswohnungsbau.

Seit Dezember 2014 produziert im Dortmunder Kaiserviertel ein Mehrfamilienhaus mehr Energie als es für die Heizung, das war­­me Wasser und die Lüftung benötigt. Das gelingt durch ein eigenes Blockheizkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung, einer Photovoltaikanlage und einer gut gedämmten und dichten Gebäudehülle. Entstanden ist der 4-geschossige Wohnungsneubau einer Baugemeinschaft im Rahmen der Kampagne 100 EnergiePlusHäuser für Dortmund. Für Frischluft sorgt in diesem luftdicht verpackten Gebäude die sogenannte airModul-Technologie. Planung, Inbetriebnahme und spätere Wartung kommen als Komplettpaket. Die Unternehmens-Ingenieure sind von Anfang an in das Projekt involviert. Sie erstellen das Lüftungskonzept nach Norm und übernehmen auch die vollständige Brandschutzplanung für den lüftungstechnischen Teil. Später begleiten sie Planer und Bauunternehmer während der gesamten Bauzeit.

Die Lüftungsanlage selbst überzeugte mit ihrer durchdachten und platzsparend zu installierenden Bauweise: Obwohl sich die Lüftung dezentral für jede Wohneinheit separat steuern lässt, sind alle aktiven Komponenten der Anlage samt Filter zentral auf dem Dach untergebracht. Die Luftführung erfolgt – ähnlich wie bei einer Kaminlüftung – für jede Wohnung getrennt über einen eigenen, in einem vertikalen Schacht platzierten Kanalwärmetauscher und endet in einer eigenen Dachzentrale. Kleingeräte in den Wohnungen entfallen dadurch.

Das Verteilsystem wird innerhalb der tragenden Deckenkonstruktion eingebaut und mit dem jeweiligen Wärmetauscher verbunden. In zwei lufttechnisch voneinander getrennten Kammern werden die Fortluft und die Außenluft jeder Wohnung separat so geführt, dass es zu keiner Vermischung der Luftströme kommt. Die Lüftungsanlage erreicht einen Wärmebereitstellungsgrad von 84 % zzgl. der internen Wärmegewinne durch das Luftkanalnetz.

Lösung für jedes Dach

Knapp 200 km südlich, in Frankfurt am Main, ist die neue Lüftungstechnologie bereits schon seit einigen Jahren in zwei großen Wohnquartieren der ABG Frankfurt Holding im Einsatz. Mit der Hedderichstraße 81 folgt aktuell ein drittes Neubauprojekt mit 48 hochwertigen Eigentumswohnungen und sechs hochwertigen Mietwohnungen in der Mainmetropole. Die Fertigstellung ist für Ende 2016 geplant.  

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2019-05 Fassadendämmung

Integrierte, dezentrale Lüftungsanlage

In Kooperation mit der EnerSearch Solar GmbH bietet Sto eine Lüftungsanlage an, die in ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) integriert werden kann: StoAirtherm Control. Das Modul (720 x 460 x 140-400...

mehr

bulwiengesa-Studie belegt verzögerte Fertigstellungen von Wohnungen in Berlin – BFW fordert, Wohnungsbau zur Priorität zu machen

Trotz des derzeit regen Wohnungsneubaus geht die Fertigstellung von Wohnungen in Berlin nur mit großer Verzögerung voran. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Analyseunternehmen bulwiengesa im...

mehr
Ausgabe 2011-04 Abriss statt Sanierung

Neubau in Nienburg-Nordertor

Sanieren oder abreißen? Vor dieser Frage stand die GBN Wohnungsunternehmen GmbH, Nienburg/Weser, für einen Teil ihres Mietwohnungsbestands im Bereich des Stadtteiles Nordertor. Die Gebäude mit...

mehr

Nach Vorstandswahlen: Bundesverband für Wohnungslüftung stellt sich neu auf

Der Bundesverband für Wohnungslüftung (VfW, www.wohnungslueftung-ev.de) hat einen Neustart vollzogen und sich personell neu aufgestellt. Als einziger Verband widmet sich der VfW in seiner Arbeit...

mehr

Solarlux mit Innovationspreis Wohnungswirtschaft ausgezeichnet

Wie können Vermietbarkeit und Nutzerkomfort von Mietwohnungen erhöht werden? Welche neuen Produkte verkürzen die Bauzeit und verbessern gleichzeitig die energetische Leistung und...

mehr