Barrierefreiheit

Ein Seniorenheim bekennt Farbe

Blau wie der Rurstausee, Grün wie die Wälder der Eifel, Rotbraun wie die Burg Nideggen und Gelb wie die Sonne: Im Neubau des Seniorenheims Schuch hat die Natur Einzug gefunden – und zwar in Form von Wandfarbe. Die farbige Innendispersion sorgt aber nicht nur für Geborgenheit und Heimatgefühle. Sie unterstützt auch maßgeblich die Orientierung der Bewohner/-innen in den neuen Räumen.

1993 hat das Ehepaar Hans-Willi und Annemarie Schuch sein Seniorenheim-Portfolio um ein weiteres Haus in Nideggen erweitert. In zweiter Generation übernahmen dann ihre Söhne Christoph und Bernhard Schuch das Ruder. Nach fast 30-jährigem Bestehen des Pflegeheims fanden sie: Es ist Zeit für eine Modernisierung der Einrichtung. Von 2018 bis 2020 entstand also im Zentrum der Gemeinde ein Neubau, der die beiden alten Häuser ersetzt. Für Entwurf und Planung des Gebäudes beauftragten die Bauherren das in Nideggen-Abenden gelegene Architekturbüro Graßmann.

Ein wichtiger Bestandteil des Neubaus war der Anstrich der Innenräume, denn gerade in einer sensiblen Umgebung wie in einem Seniorenheim spielt die Qualität der Farbe eine entscheidende Rolle. Der Malerbetrieb Winkler aus Jülich setzte bei diesem Projekt – unter der Leitung von Malermeister Michael Winkler und seiner Lebensgefährtin und Malermeisterin Rebecca Jordan – die Malerarbeiten um. Sie vermittelten auch den Kontakt zwischen den Farbexperten bei Brillux und dem erfahrenen Architekten Rainer Graßmann.

Doch Brillux sollte in diesem Projekt nicht nur für die Auswahl der passenden Produkte verantwortlich sein – auch dem Farbkonzept kam eine besondere Bedeutung zu. „Die Chemie passte von Anfang an. Wir wussten gleich, in welche Richtung wir gehen möchten“, sagt Graßmann. So hatte die Gestaltung vor allem zum Ziel, die Orientierung der Bewohner/-innen zu unterstützen und Arbeitsabläufe zu erleichtern. Das ist in dieser Einrichtung besonders wichtig, denn das Seniorenheim konzentriert sich vornehmlich auf die Pflege dementer Menschen. Die Brillux Farbdesignerin Andrea Schäfer nahm sich dieser Herausforderung an.

Brillux holt die Natur ins Haus

Das Grundkonzept des Gebäudes lieferte bereits die Basis für eine einfachere Orientierung: Auf jeder der vier Etagen befindet sich im Zentrum ein Gemeinschaftsbereich mit einer Küche. Von hier aus gehen zwei Flügel rechts und links ab in die Bewohnerzimmer. Die Farbgestaltung sollte die visuelle Barrierefreiheit weiter fördern. Schäfer erklärt, wie das gelang: „Die Flure, Gemeinschaftsräume und Aufzüge sind mit kräftigen Farben hervorgehoben und fallen dem Betrachter sofort ins Auge. Mitarbeiterbereiche sind hingegen optisch unauffällig gestaltet. So werden die Bewohner/-innen anhand der Farbe praktisch durch die Räume navigiert.“

Neben der Barrierefreiheit hatte die Gestaltung noch einen weiteren Zweck: die Schaffung von Geborgenheit. Bei der Auswahl der passenden Farbtöne für Flure und Gemeinschaftsbereich „tauchte“ Andrea Schäfer deshalb in die Natur von Nideggen ein. Anhand von Landschaftsbildern des Ortes extrahierte sie die Farbtöne und ließ sie in das Konzept miteinfließen. „Während das zweite Obergeschoss mit seiner blauen Farbe an das Wasser des Rurstausees erinnert, dominiert auf der ersten Etage ein grüner Ton, der für die Eifel steht. Im Erdgeschoss habe ich mich vom Naturstein der Burg Nideggen inspirieren lassen“, erklärt Schäfer.

Für das Untergeschoss wählte sie eine besonders freundliche Farbe – gerade, weil hier vergleichsweise wenig Licht einfällt, habe sie sich für ein leuchtendes Gelb entschieden, welches an einen sonnigen Tag auf den Wiesen in Nideggen erinnert. Damit schafft die Farbdesignerin eine Brücke zwischen Innen und Außen, denn das Haus liegt genau am Rande des Rurtals mit Blick auf den Wald.

Neben der Auswahl der Wandfarbe für dieses spezielle Projekt, stand Brillux auch bei den Polsterstoffen, Küchenfronten und weiteren Materialien dem Architekten und den Bauherren beratend zur Seite.

Überzeugende Qualität

Im Januar 2020 begann der Malerbetrieb dann mit der Umsetzung des Farbkonzeptes. Für den Decken- und Wandanstrich empfahl Detlef Kramme, Technischer Berater bei Brillux, die Produkte Dolomit ELF 900 in diversen Farben und Superlux ELF 3000 in Weiß und Hellbeige – mit ihnen wurde der größte Teil der Malerarbeiten durchgeführt. Die Produkte sind ideal für den Einsatz in sensitiven Umgebungen geeignet, da sie das ELF-Siegel tragen. ELF steht für emissionsarm, lösemittel- und weichmacherfrei. „Mit unseren ELF-Dispersionen beweisen wir: Kreativität und Gesundheitsverträglichkeit schließen sich nicht aus“, so Kramme. Die lange Offenzeit der Farben ermöglicht ansatzloses Arbeiten mit minimaler Rollstruktur sowie eine gute Ausbesserungsfähigkeit. Ein weiterer Vorteil von Dolomit ELF 900 ist sein stumpfmatter Glanzgrad. Detlef Kramme, Technischer Berater bei Brillux, erklärt, warum: „Matte Anstriche machen störende Unebenheiten im Untergrund weniger sichtbar.“

Malermeister Michael Winkler ist mit den Ergebnissen von Dolomit ELF 900 und Superlux ELF 3000 zufrieden: „Die Innendispersionen überzeugten uns mit einem hohen Deckvermögen und einem gleichmäßigen Verlauf. Darüber hinaus ließen sie sich leicht verarbeiten.“

Als Untergrund für die Farben dienten hauptsächlich Lightvlies 130, einstrukturloser Wand- und Deckenbelag, sowie Rauvlies 51, ein Wandbelag mit Vliesträger-Technologie und Raufaserstruktur. Für die Türzargen und den Rahmen um die Fahrstühle verwendeten die Maler Hydro-PU-XSpray Seidenmattlack 2288: Das geruchsarme, spritzfertige und lichtbeständige Produkt ist optimal für hochwertige Lackierungen im Innenbereich geeignet.

Lob von den Projektbeteiligten

Nachdem Winkler und sein Team im September die letzten Malerarbeiten abgeschlossen hatten, folgte im November 2020 der Bezug des Neubaus. „Wir alle sind der Meinung, dass es sich gelohnt hat, diesen Weg zu gehen“, lautet Graßmanns abschließendes Fazit. Die Zusammenarbeit mit Brillux beschreibt er als kreativ und konstruktiv. Dem kann Winkler nur zustimmen. Auch er bewertet sowohl den Projektverlauf als auch das Ergebnis als sehr zufriedenstellend.

Ein wichtiger Bestandteil des Neubaus war der Anstrich der Innenräume, denn gerade in einer sensiblen Umgebung wie in einem Seniorenheim spielt die Qualität der Farbe eine entscheidende Rolle.

Neben der Barrierefreiheit hatte die Gestaltung noch einen weiteren Zweck: die Schaffung von Geborgenheit.

Objektdaten

Seniorenheim Schuch

Standort:
Rather Str. 21, 52385 Nideggen

Farbgestaltung: Januar 2020 - September 2020

Eigentümer/Bauherr:
Seniorenheime Schuch GmbH & Co. KG

Architekt: Architekturbüro Rainer Graßmann, Nideggen

Ausführender Malerbetrieb:
Michael Winkler Malerbetrieb

Technischer Berater Brillux:
Detlef Kramme

Brillux Farbdesignerin:
Andrea Schäfer

Eingesetzte Brillux Produkte:

– Dolomit ELF 900

– Superlux ELF 3000

– Haftgrund ELF 3720

– Hydro-PU-XSpray Filler 2220

– Hydro-PU-XSpray Seidenmattlack 2288

– Lightvlies 130

– Rauvlies 51, grob

– Vlieskleber ELF 375

– Lacryl Tiefgrund ELF 595

– Fugen- und Wandspachtel 1875

– Creativ Floc 47
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