Stadt- und Quartiersentwicklung

Fugenbänder: Dichthalten ist die Devise

Wegen seiner Architektur und seines Ambientes wird Regensburg häufig als „nördlichste Stadt Italiens“ bezeichnet. Mediterrane Anklänge finden sich auch im neuen Wohnquartier „La Serena“, das im Südwesten der Stadt liegt. Zu seinen Kennzeichen gehören Wasserflächen und Kanäle, die zuverlässig abgedichtet werden mussten.

Regensburg gehört zu den ältesten Städten Deutschlands, die erste Erwähnung stammt bereits aus dem Jahr 770. Die Altstadt und der angrenzende Stadtbezirk Stadtamhof gehören seit 2005 zum UNESCO-Welterbe. An insgesamt drei Hochschulen wird gelehrt und gelernt, die viertgrößte Stadt Bayerns ist zudem Bischofssitz der Diözese Regensburg.

Im noblen Westen – auf dem nördlichen Geländeteil des ehemaligen Rennplatzes der Fürsten von Thurn und Taxis – entsteht derzeit das neue Wohnquartier „La Serena“. Es besteht aus 18 zeitlos eleganten Mehrfamilienhäusern, aufgeteilt in vier Quartiere mit 460 hochwertigen Wohnungen mit Tiefgaragen und umgeben von großzügigen Grün- und Wasserflächen, die in künstliche Seen münden. Allein die wasserführenden Kanäle und Seen verteilen sich auf rund 4.500 m², alle vier Quartiere werden von separaten Wasserflächen umgeben. So entsteht eine beinahe mediterrane Atmosphäre. Nicht zuletzt die modernen Lösungen für eine energiesparende Gebäudeausstattung machen die Neubauten zu attraktiven Wohnobjekten.

Die einzelnen Wohnhäuser von La Serena ließ der örtliche Projektentwickler und Bauträger, die BTT Bauteam Tretzel GmbH, aus WU-Beton als Transportbeton errichten, damit auf keinen Fall Wasser dort eindringen kann, wo es nicht eindringen soll. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf den Fugenabdichtungen zwischen den Bauteilen aus WU-Beton: Seit Jahrzehnten werden die Fugenabdichtungen bei dieser Bauweise erfolgreich mit Fugenbändern hergestellt.

Bereits bei Ingenieurbauwerken aus den 1950er Jahren ist bekannt, dass Bauwerksfugen mit hohen Beanspruchungen durch Fugenbänder sicher abgedichtet wurden. Bei der Abdichtung von Dehn- und Arbeitsfugen in WU-Bauwerken bietet deshalb die Systemlösung mit Fugenbändern die größte Sicherheit. Heute stehen für die vielfältigen Abdichtungsanforderungen und Beanspruchungen Fugenbandserien in unterschiedlichen Werkstoffen und einer großen Auswahl an Querschnitten zur Verfügung. Normen und Richtlinien gewährleisten ausführliche Anweisungen für die Herstellung, Planung und Verarbeitung. Durch die Verwendung werksgefertigter Fugenbandsysteme mit Werksstößen entsprechend der Normen und der damit verbundenen Minimierung der Baustellenstöße ergibt sich ein Höchstmaß an Sicherheit für das Abdichtungssystem mit Fugenbändern. Die Sika Deutschland, Stuttgart, ist bei Fugenbandsystemen breit aufgestellt und hat Fugenbänder aus PVC, Tricomer und Elastomer im Produktportfolio.

Verschiedene Fugenbandtypen für unterschiedliche Einsatzbereiche

Die eingebauten Dehnfugen in den insgesamt 20.000 m² großen Tiefgaragen-Deckenflächen von La Serena beugen Spannungsrissen und damit starken Schädigungen der Bauwerke vor. Sie entstehen etwa durch Setzungen, lastbedingte Längenänderungen oder enorme Wärmeeinwirkung.

Die Dehnfugen mussten für eine absolute Dichtigkeit separat abgedichtet werden und wurden mit hochelastischen Fugenbändern realisiert. Sie bestehen aus Tricomer, einem thermoelastischen Mischpolymer auf Basis von weichem PVC (PVC-P) und Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR) nach DIN 18541 oder DIN 18541-2. In vielen Bereichen übertreffen sie sogar die Anforderungen der Norm. Außerdem entsprechen sie der WU-Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfSTb).

Die thermisch schweißbaren Fugenbänder zeichnen sich durch hohe Festigkeit und Dehnung sowie hohes Rückstellvermögen aus. Tricomer besitzt eine elastomerähnliche Dauerelastizität und eine hervorragende Chemikalien- und Alterungsbeständigkeit. Die Bruchdehnung liegt bei über 350 % und die Zugfestigkeit bei mindestens 10 MPa. Diese Fugenbänder werden in der Güte „bitumenverträglich“ (BV) hergestellt und sind einsetzbar für Wasserdruck und Verformungen mittleren Grades. Das sind zentrale Eigenschaften für die zuverlässige Fugenabdichtung. Darüber hinaus sind sie auch gegen in der Natur vorkommende betonangreifende Stoffe beständig, ebenfalls gegen ein breites Spektrum von chemischen Agenzien. Beim Regensburger Wohnbauprojekt wurden alle eingesetzten Fugenbänder des Stuttgarter Herstellers größtenteils als einbaufertige Systeme angeliefert und verfügen über einen Mittelschlauch zum innenliegenden Einbau im Betonquerschnitt.

Die Dehnfugenbänder sind vom Typ Tricomer BV 320/6 mit einer Gesamtbreite von 320 mm und einem 6 mm dicken Dehnteil. Das zusätzlich eingesetzte oberseitige Fugenabschlussband zum Einbau in der Fuge, oberflächig zur Fase und mit sichtbarer Deckplatte, ist vom Typ Tricomer BV FA 90/3/3. Dieses Band hat eine Gesamtbreite von 95 mm, eine Fugenweite von 20 mm, die Deckplatte ist 5 mm dick und vier Sperranker werden auf 35 mm Profilhöhe montiert. Neben den Deckendehnfugen erhielten auch die Arbeitsfugen der Teichaufkantungen in den weitläufigen Wasseranlagen eine Abdichtung mit den Fugenbändern des Stuttgarter Herstellers. Die Trennflächen sind arbeitsbedingt durch den Betonagevorgang entstanden. Allein durch das Volumen der Wasserareale waren mehrere Zeitabschnitte zum Betonieren notwendig.

Den absolut dichten Verbund zwischen den einzelnen Bauteilen garantieren die Tricomer BV A 240-Fugenbänder für Arbeitsfugen. Sie haben zwar keinen Mittelschlauch, sind aber auch hier zum innenliegenden Einbau im Betonquerschnitt verwendet worden. Die Gesamtbreite beträgt 240 mm, die Breite des Dehnteils 85 mm und die Dicke des Dehnteils 4 mm. Die Dichtteile sind bei diesem Fugenbandtyp 77,5 mm breit.

Mit der Fertigstellung des Wohnquartiers La Serena haben die Bewohner eine hohe Lebensqualität in hochwertigen Bauwerken erhalten – umgeben von Parks, einem vielseitigen Freizeitangebot und einer ausgebauten Infrastruktur.

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