Stadt- und Quartiersentwicklung

Bouldering, Panna, Sutu & Co.

Nein, nein. Bouldering, Panna und Sutu sind keine exotischen Speisen. Es sind Sportarten, die den öffentlichen Freiraum beleben und die soziale Integration fördern.

Im Rahmen der demographischen Entwicklung und auch aus Kostengründen ist es in letzter Zeit öfters dazu gekommen, dass Spielplätze einfach abgebaut und nicht mehr an gleicher Stelle ersetzt wurden. Die Stadt- und Quartiersentwicklung hat jedoch erkannt, dass die soziale Integration insbesondere durch sportive Aktivitäten am ehesten gelingen kann, da u.a. der Zugang zueinander hier noch non-verbal möglich ist. Sämtliche Förderprogramme fordern solche niedrigschwelligen Angebote.

Unabhängig von der Notwendigkeit zum ausreichenden Vorhandensein klassischer Spielplätze fehlen adäquate Angebote für die Altersgruppe 12-16 Jahre. Hier bietet sich für den öffentlichen Freiraum die Konzeption eines sportiven Aktivitätsplatzes an. Trendsportarten wie Parkour und Bouldering können mit geeigneten Geräten ebenso Zuspruch finden wie die fußballspezifischen Angebote Panna und Sutu. Reine Outdoor-Fitnessgeräte runden das Angebotsspektrum ab (Gym und CrossFit). Hier werden auch andere Nutzergruppen zu unterschiedlichen Tageszeiten aktiv sein. Das Ausbilden eines Verantwortungsgefühls bei den Jugendlichen für „unseren Platz“ steht im Vordergrund. Anstelle mangels anderer Angebote die Plätze anderer Zielgruppen in Beschlag zu nehmen und unter Umständen zu zerstören bzw. unbenutzbar zu machen, sollte es gelingen können, eine neue Identität zu schaffen, die für die angesprochene Altersgruppe verständlich und nachvollziehbar ist. Sobald der Platz als wertvoll angesehen wird, findet keine Zerstörung mehr statt und ein Verantwortungsgefühl für den Besitz des Platzes bildet sich heraus. Diese wird sich in der Folge auf andere öffentliche Räume übertragen.

Parkour – Von der Vorstadt zum globalen Phänomen

Junge Leute weltweit betätigen sich heute immer weniger sportlich. Mit Videospielen und anderen Arten der elektronischen Unterhaltung verbringen sie einen großen Teil ihrer Freizeit drinnen am PC oder auf dem Sofa – was zu Lasten sozialer Inter­aktion und Spiel und Spaß im Freien geht. Der Mangel an körperlicher Betätigung im Freien wirkt sich wiederum auf die Gesundheit aus und ist wesentlich für verschiedene, durch die Lebensweise bedingte Erkrankungen verantwortlich. Doch zum Glück ist mitten im Großstadtdschungel ein Sport entstanden, der selbst hartnäckige Stubenhocker hinter dem Sofa hervorlockt. Durch seine Spontaneität und seinen bewährten Ruf bringt Parkour – die Art der flüssigen Bewegung durch den urbanen Raum – junge Leute in Bewegung.

Parkour ist ein Sport, bei dem es darum geht, seine eigenen Grenzen zu testen und auf scheinbar unmöglichen Routen den urbanen Raum zu durchqueren. Der Trendsport, bei dem es auf Körperbeherrschung und elegant-rationelle Bewegungen ankommt, gewann schnell an Beliebtheit. Zu den besten Eigenschaften des Parkour gehört die Fähigkeit, junge Leute, die nicht der Typ sind, um in Sport-Vereine zu gehen oder sich für traditionelle Sport­arten zu begeistern, zur Bewegung zu motivieren.

Bouldering – Felsklettern im Stadtpark

Junge Leute lieben den Kletterspaß. Obwohl das Klettern heutzutage als eine von vielen Sportarten betrachtet wird, ist es eigentlich eine ganz natürliche Form der menschlichen Bewegung. Beim Klettern wird der gesamte Körper gefordert. Hände, Füße und Augen müssen dabei genau aufeinander abgestimmt werden. Kletterer müssen in der Lage sein, ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten richtig einschätzen zu können. Als Sport lässt sich das Klettern in viele verschiedene Unterdisziplinen einteilen, von denen jede ihre eigenen Regeln aufweist. Das Bouldering ist die freieste dieser Kletterdisziplinen. Es gibt dabei keine wirklichen Regeln und man braucht keinerlei Spezialausrüstung dazu. Mädchen finden das Bouldering genauso spannend wie Jungen.

Wall Bouldering-Produkte sind in zwei Grundausführungen erhältlich – entweder als Kletter­würfel oder ähnlich einer Kletterwand. Bei beiden Produktarten sind Schrägflächen so konzipiert, dass die körperlichen Herausforderungen, die sie darstellen, selbst erfahrenen Kletterern ihr ganzes Können abverlangen. Der größte Würfel sowie die Wandkonstruktionen bieten mehreren Kletterern gleichzeitig ausreichend Platz. Dank der Vielzahl an verfügbaren Kletterrouten stellen selbst die kleineren Produktversionen ein breites Spektrum an physischen und intellektuellen Herausforderungen bereit.

Sutu – Gesund bewegen, vom Sofa nach draußen

Sutu ist eine interaktive Sportwand mit 16 druckempfindlichen Platten und LEDs. Sutu enthält vielfältige, herausfordernde Spiele, die präzise Bewegungen erfordern und zum Üben motivieren. Die Benutzer erhalten anregendes Feedback durch Töne und farbige Lichter. Technologie hat die Welt verändert – auch die Spielwelt der Kinder. Sutu ist Teil einer Spielkultur, die positive Elemente der Computerspiele – Spannung, Schwierigkeitsgrade und Wettbewerb – mit klassischen Aspekten des Spielens im Freien verbindet, unter anderem soziale Entwicklung, gesunde Bewegung und Gemeinschaftssinn. Sutu stimuliert Kinder, aktiv zu werden und draußen zu spielen, statt drinnen vor dem Computer zu hängen. Einen neuen Rekord aufzustellen kostet reichlich Einsatz, bietet aber auch viel Befriedigung. Vor allem gemeinsam mit Freunden.

Panna – Am Ball bleiben und Respekt üben

Spielarenen und Ballspiel-Produkte sollen die Spieler so richtig ins Schwitzen bringen, versprechen viele spannende Spiele und bieten eine Herausforderung für aktive Spielplatzgänger. Die Kids verlieren jedes Zeitgefühl und im Handumdrehen wird aus Fremden eine Mannschaft.

Die Panna-Fußballarena definiert Fußball neu. Panna ist eine runde Mini-Fußballarena aus Metall und wurde speziell für ein surinamisches Spiel namens Panna KO entworfen. Panna-Fußball erfordert eine extrem gute Koordination und Ballführung. Panna eignet sich durch seinen stabilen Käfig hervorragend für den Sportunterricht, aber ebenso für die Pause oder das gemeinsame Spiel nach der Schule.

Lokale Spiel- und Sportplätze in der Nähe von Wohngebieten und Schulen bieten Menschen jeden Alters einen Treffpunkt, um sich ganz ohne Leistungsdruck zu Sport und Spiel zu treffen. Der Spiel- und Sportplatz in der Gemeinde ist ein Treffpunkt für drei Generationen. Die lokalen Spiel- und Sportplätze eignen sich hervorragend zum Austoben in der Freizeit, zum Training mit der ganzen Familie, zum Sportunterricht sowie als Trainingsanlage für Sport- und Turnvereine.

Gym – Fitnesstraining für Alle

Öffentliche Gym-Parks machen Sportgeräte für alle zugänglich. Während der Benutzung der ansprechenden Metallgeräte fungiert der Sportler gleichzeitig als Motor und als Bremse und trainiert somit unterschied­liche Muskelgruppen, ohne es überhaupt zu merken.

Gym-Geräte eignen sich für alle Altersgruppen und Fitnesslevel. Für die Benutzung der intuitiven Geräte ist keine Erfahrung mit Fitnessstudios nötig, da das ergonomische Design den Sportler im Einklang mit den empfohlenen Techniken führt. Auf diesem Sportplatz kann jeder in seiner eigenen Geschwindigkeit und auf seinem eigenen Level trainieren – und er ist ein idealer Treffpunkt zum Auftanken beispielsweise während des Lauftrainings.

Durch die Kombination von Gym-Geräten mit anderen Elementen, z.B. einem Basketballplatz, wird ein abwechslungsreicher und zeitloser Ort für Outdoor-Aktivitäten geschaffen, der für alle zugänglich ist.

Fitness – Geschwindigkeit, Stärke und Gleichgewicht

Mit Fitness-Geräten kann die körperliche Fitness aufrechterhalten und sogar verbessert werden – Schritt für Schritt. Die Kombination aus Aktivitätenparcours und einer wirksamen, CrossFit-basierten Muskelbeanspruchung passt sich flexibel an die Ansprüche jedes Einzelnen an.

Diese vielseitigen Aktivitätenparcours helfen beim Aufbau von Stärke und Ausdauer. Verschiedene Trainingsgeräte sorgen dafür, dass die Übungen spannend bleiben und Ziele gesetzt werden können, auf deren Erreichung hingearbeitet werden kann. Jeder kann die Geräte im Einklang mit dem persönlichen Fitnesslevel verwenden – und sich an der körperlichen Betätigung erfreuen.

Mit Outdoor-Fitness-Geräten können Ausdauer, Stärke, Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Gleichgewicht und Geschwindigkeit verbessert werden. Eine umfangreiche Produktpalette erleichtert den gezielten Einsatz von Übungen für den gesamten Körper: Hindernisse überwinden oder umgehen, Gewichtheben, Klimmzüge, Laufen usw. Durch die Variierung der Geräte und die Erhöhung der Geschwindigkeit und der Anzahl der Wiederholungen kann sich jeder sein persönliches Fitnessprogramm ganz einfach selbst zusammenstellen – ob für gelegentliche Übungen oder ernsthaftes Sporttraining.

Das Konzept des Fitness Parks ist auf Erwachsene zugeschnitten und basiert auf sich wiederholenden Bewegungen und CrossFit-Trainingsstrategien. Fitness Track ist das Gegenstück für Kinder und Jugendliche, auf dem auch das spontane Kräftemessen möglich ist. Das Fitness-Konzept von Lappset wurde zusammen mit Mikko Salo, CrossFit-Weltmeister 2009, und Anu Puonti, Finnlands einziger offizieller CrossFit-Kids-Trainerin, entwickelt.

Förderprogramme fordern ­niedrigschwellige Angebote.

Es fehlen adäquate Angebote

für die Altersgruppe 12-16 Jahre.

Beim Klettern wird der

gesamte Körper gefordert.

Technologie hat auch die Spielwelt der Kinder verändert.

Lokale Spiel- und Sportplätze sind ­
Treffpunkte für drei Generationen.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2013-9 Moderner Fitness-Parcours

Gesundheit und Wohlbefinden für alle Altersgruppen

Gesellschaftliche Probleme, ausgelöst durch Inaktivität und Übergewicht, rücken in den Fokus des Interesses. Ein Lösungsansatz hierfür besteht darin, Fitnessgeräte im Außenbereich (z.B. in...

mehr
Ausgabe 2014-05 Stadt- und Quartiersentwicklung

Ein Parcours für Parkour

Die DOGEWO21, das größte in Dortmund ansässige Wohnungsbauunternehmen, entschied sich vor drei Jahren, im Dortmunder Stadtteil Löttringhausen einen Parkour-Platz zu eröffnen.Was in vielen...

mehr
Ausgabe 2021-06 Neue Sicherheitsanforderungen für Spielplätze

Am Ball bleiben

Damit Kinder Spielplätze gefahrlos nutzen können, müssen die Betreiber strenge Sicherheitsvorschriften beachten – das gilt auch für Spielplätze auf privatem Grund, die öffentlich zugänglich...

mehr
Ausgabe 2020-11 Neue Sicherheitsvorschriften für Kinderspielplätze

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Öffentlich zugängliche Spielplätze müssen regelmäßig geprüft werden. Die Betreiber müssen dabei strenge Sicherheitsvorschriften beachten. Was die Sache nicht einfacher macht: Die dabei...

mehr
Ausgabe 2021-09 Betriebliche Förderung lässt noch zu wünschen übrig

Gesundheit ist zu oft Nebensache

Motivierte, gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter sind für Unternehmen das Grundkapital. Betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung helfen, dieses Gut zu sichern. Das gilt erst recht, wenn...

mehr