Agil in der Planung und Lean in der Ausführung

In einer Kolumne greift der Immobiliendienstleister Drees & Sommer Themen auf, die die Branche bewegen.

Wie können Bauprojekte schnell und effizient umgesetzt werden? Vor dieser Herausforderung stehen heute viele Auftraggeber. Insbesondere für Wohnungsbaugesellschaften und Bauherren der öffentlichen Hand wird es vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage nach Wohnungen und steigender Komplexität der Bauprojekte immer wichtiger, die Bauprozesse so schlank wie möglich zu gestalten. Abhilfe schafft hier Lean Construction Management, kurz LCM®.

Hinter den drei Buchstaben verbirgt sich ein ganzheitlicher Ansatz für die Planung und Ausführung von Bauprojekten, der seinen Ursprung in der Softwareentwicklung und in der Automobilindustrie hat. Das heißt: Probleme frühzeitig erkennen, Prozesse in den Mittelpunkt stellen und perfektionieren, Mehrwert maximieren, Verschwendung eliminieren, standardisiert vorgehen. Mit LCM® überträgt Drees & Sommer agile Prinzipien in die Planung und Lean-Prinzipien in die Ausführung und den Betrieb.

Schlanke Baustelle

Das Besondere dabei: LCM® in der Ausführung kann innerhalb von zehn Tagen erfolgreich und nachhaltig in ein Projekt eingeführt werden. So startet die Einführung mit einer Analysephase, deren wichtiger Bestandteil eine Social Network Analysis (SNA) ist. Mit ihr werden komplexe Beziehungs- und Interaktionsnetzwerke einfach dargestellt, um Kommunikationsengpässe aufzuzeigen und die richtigen Beteiligten am Lean-Prozess zu identifizieren.

In den folgenden Tagen findet eine Workshop-Reihe statt. Zuerst werden die Erwartungen der Teilnehmer, Risiken und Besonderheiten des Projektes besprochen, visualisiert und dokumentiert. Auf dieser Basis erfolgt dann eine Gesamtprozessanalyse, in der alle Beteiligten die zur Projektabwicklung erforderlichen Prozesse gemeinsam erarbeiten.

Durch verschiedenfarbige Post-It‘s werden Zuständigkeiten zugewiesen, der Ablauf einzelner Prozessschritte sowie potenzielle Probleme und Unklarheiten dargestellt. Während der Prozessplanung erfolgt die Terminierung und Taktung der einzelnen Prozessschritte. Die Ergebnisse werden im nächsten Schritt mit der Bauleitung und den ausführenden Firmen auf der Baustelle in eine Tafelplanung mit Vier-Wochen-Vorschau überführt.

Danach werden Prozesse in einem morgentlichen Kurzmeeting nachgehalten, die Gründe für Abweichungen dokumentiert, mögliche Hindernisse erkannt, kommuniziert und mit Problemkarten gekennzeichnet. Übergeordnetes Ziel ist, Transparenz und Stabilität im Bauablauf zu erzeugen.

Zeiteinsparungen von bis zu 30 %

Nach zehn Tagen ist die Einführung von LCM® in ein Bauprojekt abgeschlossen und der Projektablauf bis ins Detail und auf den Tag durchgetaktet. Alle diese Maßnahmen führen in Summe zu Zeiteinsparungen von bis zu 30 %. Alle gewinnen dabei: Die Auftraggeber profitieren durch beschleunigte Prozesse und deutlich weniger Behinderungen, die Auftragnehmer durch eine effizientere Baustelle, motivierte Mitarbeiter und Ressourceneinsparung.

Die LCM®-Methode ist in über 350 Projekten erprobt und lässt sich auf jegliche Form von Bauvorhaben anwenden, ob auf große oder kleinere, bei Hochbauten, auf Infrastrukturprojekte und unabhängig davon, ob der Auftraggeber ein Unternehmen oder eine Kommune ist.

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