Präsident des Bauindustrieverbandes NRW: Kapazitätsprobleme der Bauindustrie sind „Phantomdiskussion“

„Die Bauindustrie steht für die Modernisierung dieses Landes. Die Bauindustrie hat in den vergangenen Jahren viel geleistet“, mit diesen Worten begrüßte Dirk Grünewald, Präsident des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen, die Gäste des diesjährigen Freundschaftsmahles Sankt Martin und betonte damit die Anstrengungen und Verdienste der Bauwirtschaft in den vergangenen Jahren.

Angesichts der weiter anziehenden Hochkonjunktur habe die Bauindustrie beachtliche Erfolge vorzuweisen. Der Verbandspräsident wies daraufhin, dass die Bauindustrie die für 2018 erwartete Baunachfrage mitsamt Wachstum erfolgreich, zu angemessenen Preisen und mit hoher Qualität realisieren werde.

Die insbesondere von Seiten der Auftraggeber immer wieder thematisierten zu geringen personellen und technischen Kapazitäten der Bauindustrie bezeichnete Grünewald als „Phantomdiskussion“.

Stattdessen habe die Bauindustrie auf die seit 2006 steigende Baunachfrage zuerst durch Produktivitätssteigerungen und im Anschluss durch Personalaufbau reagiert. Erstmals seit 2003 seien in der Bauwirtschaft wieder über 800.000 Arbeitnehmer beschäftigt.

„2017 lag der Branchenumsatz nur knapp unter dem Allzeithoch von 1995“, so Dirk Grünewald. „Bei einem Umsatz knapp unter Allzeithoch können die Kapazitäten jawohl kaum das entscheidende Problem sein.“

In seiner Rede vor rund 400 Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft forderte der Verbandspräsident die Politik jedoch dazu auf, den Investitionszuwachs kontinuierlich zu gestalten und langfristig zu sichern. Ein stetiges vernünftiges Wachstum sei dabei besser als nur wenige Jahre andauernde Auftragsspitzen. Erst ein langfristiger Investitionsanstieg ermögliche der gesamten Lieferkette, ihre Ressourcen Jahr für Jahr zu steigern und der steigenden Nachfrage anzupassen. In der Folge könne man auch die aktuell wachsende Rohstoffknappheit reduzieren.

Als Festredner hießen die rund 400 Gäste der nordrhein-westfälischen Bauindustrie am gestrigen Abend den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Armin Laschet zum alljährlichen Branchenhöhepunkt im Düsseldorfer Maritim Hotel willkommen.

Laschet sprach in seinem Festvortrag über die Rolle Nordrhein-Westfalens als „Motor für eine neue Dynamik in Deutschland.“

Als diesjähriger Festredner freute sich Laschet zudem über einen Spendenscheck in Höhe von 40.000 €. In guter Tradition des heiligen Martin von Tours sammelt die Bauindustrie Nordrhein-Westfalen alljährlich anlässlich des Freundschaftsmahles Sankt Martin für einen vom jeweiligen Festredner auszuwählenden karitativen Zweck.

Ministerpräsident Armin Laschet kündigte am Abend an, die von den Gästen der Bauindustrie aufgebrachte Spende dem Müttergenesungszweck NRW zukommen lassen zu wollen.

Seit 1973 sammelten die Mitgliedsunternehmen des Bauindustrieverbandes Nordrhein-Westfalen bereits mehr als 1,5 Mio. € für einen guten Zweck.

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