Dresden: „Green City Plan“ verspricht mehr Lebensqualität

Dresden will mit einem Masterplan die vom PKW- und LKW-Verkehr ausgestoßenen Schadstoffmengen, insbesondere Feinstaub und Stickoxide, reduzieren und umweltfreundliche Verkehrsarten in und um Dresden stärken. Um den Klimaschutz voranzutreiben, hat die Stadt den „Masterplan Luftreinhaltung“ (Green City Plan) erarbeitet. Grundlage sind verschiedene Maßnahmen zur Gestaltung nachhaltiger und emissionsarmer Mobilität.

Da für deren Umsetzung ein Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 240 Mio. € nötig ist, beantragte die Stadt im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017 – 2020“ Fördergelder der Bundesregierung, um Investitionen in die urbane Infrastruktur refinanzieren zu können. Das Planerbüro Verkehrsplanung Köhler und Taubmann GmbH (vkt) sowie das Projektmanagement- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer (www.dreso.com) unterstützten Dresden bei der Entwicklung des Masterplans.

Mit einer Mitfahrgelegenheit zur Bahnhaltestelle, weiter mit der Bahn und die letzten Meter bis zum Arbeitsort mit einem Elektro-Fahrrad zurücklegen: So einfach ist Fortbewegung im Alltag nicht in allen deutschen Städten. Lange Wartezeiten und fehlende Verbindungen und Haltestellen lassen viele Menschen zum eigenen Auto greifen. Die Folge: Luftschadstoffe, vor allem in Form von Feinstaub (PM) und Stickstoffdioxid (NO2) steigen und die Lebensqualität in Städten sinkt.

Mit dem Green City Plan will Dresden solchen Entwicklungen weiter entgegenwirken, um Luftschadstoffgrenzwerte gemäß EU-Richtlinien nicht nur einzuhalten, sondern künftig deutlich zu unterschreiten. Wichtige Ansatzpunkte zur Luftschadstoffminderung bietet der Kfz-Verkehr, als einer der Hauptverursacher der Emissionen.

In Kooperation entwickelten verschiedene Projektpartner im Zeitraum zwischen Januar und Juli 2018 gemeinsam mit der Stadt den Green City Plan mit konkreten Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Dresden. Er enthält insgesamt zehn Maßnahmenschwerpunkte mit 17 Einzelmaßnahmen. Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung spielen Digitalisierung und Elektrifizierung. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen erklärt: „Wir wollen in Dresden auf umweltfreundliche Mobilität setzen. Dafür müssen wir jetzt passende Vorschläge aus dem Green City Plan umsetzen, damit mehr Pendler aufs Rad, öffentliche Verkehrsmittel oder Elektrofahrzeuge umsteigen.“

Im Rahmen des Masterplans sind beispielweise mindestens 76 sogenannte intermodale Mobilitätspunkte in der Stadt und im Dresdner Umland geplant. Dort können Verkehrsteilnehmer schnell zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln wie Fahrrad, Straßenbahn, Carsharing-Angeboten –darunter E-Autos – umsteigen. Der erste Mobilitätspunkt am Pirnaischen Platz ging bereits am 21. September 2018 in Betrieb.

Neben der stadtweiten öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge will die Stadt außerdem ein Lastenradverleihsystem – inklusive E-Bikes – aufbauen. Vorbilder dafür gibt es beispielsweise aus Dänemark und den Niederlanden. Der Ausbau des Radwegenetzes und eine Art Fahrrad-Navi, die „Fahrrad-Verbindungsauskunft“ sollen den Bürgern den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel erleichtern. Dresden will außerdem Pendler-Parkplätze erweitern und ältere Dieselbusse austauschen.

Um die Luftqualität in Dresden tatsächlich zu verbessern, ist ein Zusammenspiel verschiedener, aufeinander abgestimmter Maßnahmen wichtig. Entscheidend für eine bessere Lebensqualität ist eine ganzheitliche Betrachtung der Stadtentwicklung und Infrastruktur. „In Frage kommende Maßnahmen bewertete und priorisierte das Projektteam daher auf Basis einer speziellen Bewertungsmethodik“, erklärt Andy Brunner, Senior Projektpartner der Drees & Sommer SE und verantwortlich für den Standort Dresden.

Zu den Projektpartnern gehören neben der Stadt Dresden, der Dresdner Verkehrsbetriebe AG auch externe Partner wie das internationale Projektmanagement- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer, die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH als Projektträger und die Verkehrsplanung Köhler und Taubmann GmbH. Unterstützung erhielt das beauftragte Verkehrsplanungsbüro bei der Evaluation und Bewertung der Maßnahmen außerdem von der Professur für Verkehrsökologie der Technischen Universität Dresden und dem Institut für Energie- und Umweltforschung. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur förderte das Projekt.

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