BBSR-Studie: Mehr Akzeptanz für den Wohnungsneubau

Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt anhand von 13 Fallstudien, wie Investoren und Kommunen Vorhaben des innerstädtischen Wohnungsbaus erfolgreich realisieren.

Neue Wohnungen entstehen innerstädtisch vor allem im Zuge der Nachverdichtung bestehender Quartiere – in Baulücken, auf Brachen und durch die Umnutzung ehemals gewerblich und öffentlich genutzter Bauten. Die Beispiele in der Studie zeigen, welche Herausforderungen viele Vorhaben des innerstädtischen Wohnungsbaus begleiten: Dazu gehören Nutzungskonflikte sowie eine komplizierte und langwierige Willensbildung, Planung und Genehmigung. Hinzu kommen nachbarschaftliche Widerstände, die teilweise mit grundlegenden Auseinandersetzungen über wohnungs- und stadtentwicklungspolitische Fragen einhergehen.

„Um das Wohnungsangebot insgesamt auszuweiten, müssen alle beteiligten Akteure intensiv nach Möglichkeiten der Innenentwicklung suchen. Die Beispiele zeigen, wie Kompromisse und sensible Formen der Information und Beteiligung zu gelungenen Projekten führen und Neubauvorhaben Akzeptanz verschaffen können. Sie bereichern die Debatte um gute Lösungen für den innerstädtischen Wohnungsbau und regen zur Nachahmung an“, sagt der stellvertretende Leiter des BBSR Robert Kaltenbrunner.

Aus den Fallstudien leiteten die Autoren Erfolgsfaktoren für Vorhaben des Wohnungsbaus in Städten ab: Die Stadtverwaltungen sollten der Studie zufolge die unterschiedliche Interessen der Bürgerschaft gleichmäßiger berücksichtigen – beispielsweise über aufsuchende Formen der Beteiligung.

Die Autoren empfehlen, Sachargumente für mehr Wohnungsneubau besser für die Bürgerschaft aufzubereiten. Dazu zählen Informationen zur Entwicklung der lokalen Wohnungsmärkte, zum Neubaubedarf und zu den in der Kommune bebaubaren Grundstücken. Baulandrichtlinien, Baulandmodelle und Konzeptvergaben ermöglichen der Studie zufolge effizientere Abläufe.

Eine koordinierende Stelle für den Wohnungsbau kann die Vorhaben zudem unterstützen, indem sie die Abstimmungen zwischen Fachämtern in die Hand nimmt und den Dialog mit Bürgerschaft sowie kommunalpolitischen Gremien und Investoren aufeinander abstimmt.

Das Forschungsinstitut Quaestio hat die Studie im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat sowie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) realisiert.

Interessierte können die Veröffentlichung „Erfolgsfaktoren für Wohnungsbauvorhaben im Rahmen der Innenentwicklung von dynamischen Städten“ kostenfrei beim BBSR unter anfordern. Eine PDF-Version ist unter www.bbsr.bund.de (Veröffentlichungen) abrufbar.

Thematisch passende Artikel:

10/2015 BBSR-Studie

Wohneigentum gefragt

Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften werden noch stärker nachgefragt als bisher. Mit einem jährlichen Flächenzuwachs von 1,5 % sind selbstgenutzte Eigentumswohnungen die...

mehr

BBSR-Studie: Mehr Wohnungsbau durch lokale Kooperation

Lokale Bündnisse werden in vielen Kommunen zunehmend als Instrument genutzt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Über freiwillige Vereinbarungen von Kommunen, Wohnungswirtschaft, Eigentümern und...

mehr

BBSR-Studie: Selbstgenutztes Wohnungseigentum künftig stärker nachgefragt als Mietwohnungen

Eigentumswohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) werden in den kommenden 15 Jahren noch stärker nachgefragt als bisher. Mit einem jährlichen Flächenzuwachs von 1,5 % sind...

mehr
03/2010 BBSR

Neue Wohnungsmarktprognose bis 2025

In vielen Regionen ist auch in den nächsten Jahren von einer stabilen bzw. wachsenden Wohnungsnachfrage auszugehen. Immer mehr regionale Wohnungsmärkte müssen dagegen in Zukunft mit...

mehr

Studie von BMUB und BBSR: Was den Bau bezahlbarer Wohnungen in wachsenden Städten hemmt

Der Wettbewerb um knappes Bauland und die damit verbundenen Preissteigerungen von Grundstücken bremsen den Bau bezahlbarer Wohnungen in wachsenden Städten. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom...

mehr