Auswertung des BBU: Berlin ist eine Genossenschaftshochburg

Rund 12 % aller Mietwohnungen in Berlin gehören Wohnungsgenossenschaften. Damit ist der Anteil deutlich höher als im gesamtdeutschen Durchschnitt (9,2 %). Besonders hoch ist der Anteil in Bezirken im Ostteil der Stadt, wo er bei bis zu gut 26 % liegt. Aber nicht nur bei den Mietwohnungsmarktanteilen, auch bei den Neubauinvestitionen weisen Berlins Wohnungsgenossenschaften Rekordwerte aus.

Das ergab eine Auswertung von Zahlen des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen. Vorstand Maren Kern: „Wohnungsgenossenschaften bieten gutes Wohnen in stabilen Gemeinschaften zu günstigen Konditionen. Wohnungspolitik muss deshalb darauf zielen, dass auch Genossenschaften noch stärker wachsen können.“

Marzahn-Hellersdorf prozentual an der Spitze

Besonders hoch ist der Anteil genossenschaftlicher Wohnungen am Mietwohnungsbestand in Marzahn-Hellersdorf (26,1 %), gefolgt von Lichtenberg (24,7 %) und Treptow-Köpenick (22,8 %). Führend in den westlichen Bezirken ist Reinickendorf (10,8 %). Am niedrigsten ist der Anteil genossenschaftlicher Wohnungen in Charlottenburg-Wilmersdorf (5,0 %) und Friedrichshain-Kreuzberg (3,2 %). Kern: „Diese Unterschiede zwischen Ost und West sowie zwischen Innen- und Außenstadt sind auch historisch gewachsen.“ 

Bei der absoluten Zahl der Wohnungen führt der Bezirk Lichtenberg (rd. 35.000 Genossenschaftswohnungen), gefolgt von Marzahn-Hellersdorf (rd. 29.000) und Treptow-Köpenick (rd. 25.000). Die meisten Genossenschaftswohnungen in einem westlichen Bezirk weist Tempelhof-Schöneberg (rd. 15.000) auf. Insgesamt gibt es in Berlin rund 200.000 Genossenschaftswohnungen, in denen schätzungsweise eine halbe Millionen Berliner wohnen. 

Sinkender Leerstand, steigende Investitionen, Tausende neue Wohnungen

Mit 0,8 % ist der Leerstand bei den Berliner Wohnungsgenossenschaften nochmal niedriger als der Leerstand bei den Berliner BBU-Mitgliedsunternehmen insgesamt (2016: 1,6 %). Gleichzeitig weiten die Genossenschaften ihre Neubautätigkeit kräftig aus. 2016 waren die Neubauinvestitionen im Vorjahresvergleich um rund 17 % auf 160 Mio. € gestiegen. Fertiggestellt wurden 632, begonnen 1.190 Genossenschaftswohnungen. In diesem Jahr ist ein Anstieg der Neubauinvestitionen um fast 32 % auf rund 211 Mio. € geplant – der höchste Wert seit Beginn der Erfassungen dieser Zahlen durch den BBU 1991. Fertiggestellt werden sollen in diesem Jahr 725 Genossenschaftswohnungen, bis 2020 sollen es insgesamt 2.869 sein. 

Kern: „Berlins Genossenschaften würden sicher auch noch mehr bauen, wenn sie mehr Bauland bekämen. Das wäre sehr im Sinne einer sozialen Stadtentwicklung.“
 

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