Baukredite: Monatsrate steigt, Forward-Darlehen rückläufig

Laut Datenanalyse der Dr. Klein Privatkunden AG steigen die Bauzinsen weiter leicht an. Die durchschnittliche Monatsrate, die für ein Darlehen von 150.000 € mit 2 % Tilgung, 80 % Beleihungsauslauf und zehnjähriger Sollzinsbindung ermittelt wird, beträgt nach Angaben von Vorstand Michael Neumann im August 469 € und damit 8 € mehr als im Juli. „Betrachtet man die Entwicklung der letzten zwölf Monate, liegt die Talsohle mit den niedrigsten Monatsraten hinter uns: Seit November 2017 sind die Kosten für diesen Durchschnittswert tendenziell gestiegen. Dennoch finden Darlehensnehmer nach wie vor sehr gute Finanzierungsbedingungen vor: Immobilienkredite sind weiterhin relativ günstig.“

Kreditnehmer liehen sich im August im Schnitt etwas weniger Geld für ihre Immobilien. Waren es im Juli noch 201.000 €, sank die Summe im August auf 200.000 €. Seit April 2016 beträgt die Darlehenshöhe konstant über 190.000 €.

Tilgungssatz, Beleihungsauslauf und Sollzinsbindung konstant

Wer im August in die eigene Immobilie investierte, entschied sich laut Neumann für eine schnelle Tilgung des Kredits: Mit 2,82 % ist der Tilgungssatz vergleichbar mit den Vormonaten (Juli: 2,84 und Juni: 2,86 %) nach wie vor recht hoch – selbst wenn er sich seit April in kleinen Schritten von der 3-Prozent-Marke entfernt.

Der Beleihungsauslauf beträgt 80,05 % und pendelt sich damit seit Mai bei 80 % ein. Zuvor lag er konstant unter diesem Wert. Auch bei der Sollzinsbindung von durchschnittlich 13 Jahren und 6 Monaten ist keine nennenswerte Veränderung im Vergleich zu den Vormonaten festzustellen. Verglichen mit dem Vorjahr wählten die Kreditnehmer eine um ein Jahr kürzere Zinsbindung: Von April bis September 2016 schrieben sie sich die Zinsen für mindestens 14 Jahre fest.

Forward-Darlehen bleiben im Allzeittief, Annuitätendarlehen auf Rekordhöhe

Zwar stiegen die Bauzinsen etwas an, die Nachfrage nach Forward-Darlehen befeuerte das im August allerdings nicht. Im Gegenteil: Ihr Anteil ging noch weiter zurück – auf 10,57 %. Neumann: „Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass sich Kreditnehmer die jetzigen Zinsen nicht für die Zukunft sichern würden.“ Von einem Forward-Darlehen wird erst dann gesprochen, wenn ein Forward-Aufschlag für die Zeit fällig wird, die es bis zur Auszahlung zu überbrücken gilt. Viele Banken bieten jedoch die Bereitstellung des Darlehens mehrere Monate ohne zusätzliche Kosten an, einige Institute sogar bis zu zwölf Monate. Vermittler können dank langjähriger Partnerschaften zu Kreditinstituten die Frist hier manchmal im Sinne des Kunden verhandeln.

Diametral entgegengesetzt zu den Forward-Darlehen verläuft die Kurve der Annuitätendarlehen. Zum vierten Mal in Folge erreicht ihr Anteil einen Rekordwert, der sich mittlerweile auf 78,95 % beläuft. Die Nachfrage nach KfW-Darlehen geht auf 5,95 % weiter zurück.