Studentenapartments in Holz-Beton-Bauweise

Kurze Bauzeit dank hohem Vorfertigungsgrad

Planmäßig bezugsfertig wurden 129 Apartments für Studierende in Berlin. Für die kurze Bauzeit und eine nachhaltige Bauweise sorgte dabei ein Konzept, das auf einem hohen Vorfertigungsgrad basiert.  So realisierte Brüninghoff als Generalunternehmen das Gebäude in Holz-Beton-Hybridbauweise. Das Unternehmen setzte auf Holz als tragendes Element. Der Einsatz von Fertigteilen wurde dabei maximiert, um den Aufwand auf der Baustelle und das Risiko von Bauverzögerungen zu minimieren.

Nach nur acht Monaten Bauzeit war der sechsgeschossige, U-förmige Baukörper fertiggestellt. Das Baukonzept basiert auf einem technisch optimierten Prototyp, der im Auftrag und unter Führung der Berlinovo Grundstücksentwicklungsgesellschaft GmbH entwickelt wurde. Das Gebäude befindet sich an der Storkower Straße im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Es ist teilunterkellert und bietet Platz für 129 Mikro-Apartments (16 m² groß) – davon zwölf barrierefrei – und einen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss.

Um eine schnelle und wirtschaftliche Errichtung des Gebäudes zu erzielen, war es notwendig, den Einsatz von Fertigteilen zu maximieren und den Aufwand auf der Baustelle gering zu halten. Diese zentrale Herausforderung wurde durch eine Holz-Beton-Hybridbauweise gelöst.

Dem Baustoff Holz kam dabei eine wichtige Rolle zu. So wurden die tragenden Außenwände und innere Stützen in Holz umgesetzt – bei den Geschossdecken kam Stahlbeton zum Einsatz. Lediglich bei der Unterkellerung und der Bodenplatte entschied man sich klassisch für Beton. Holz ist in vielen Bereichen des Gebäudes auch jetzt nach der Fertigstellung sichtbar: So sorgen etwa die Oberflächen der Holzaußenwände im Innenbereich für ein natürliches Raumgefühl. 

Projektbezogenes Brandschutzkonzept

Für den Brand- und Schallschutz ergaben sich erhöhte Anforderungen. Aufgrund der Ausführung von tragenden Bauteilen aus Holz war im Rahmen des Brandschutzkonzepts eine Abweichung bei der zuständigen genehmigenden Behörde zu beantragen. Alle tragenden Wände und Stützen im Gebäude mussten prinzipiell eine Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten aufweisen. Auf eine separate Kapselung der tragenden Außenwände aus Brettsperrholz konnte damit verzichtet werden. 

Die 12 cm dicken Geschossdecken in Stahlbeton wurden als Fertigteile im Werk produziert und auf der Baustelle montiert. Die Fugen zwischen den Fertigteilplatten wurden nicht örtlich vergossen, sondern mechanisch verbunden. Dabei wirkt sich Beton – als nicht brennbarer Baustoff der Baustoffklasse A1 – positiv auf den Brandschutz aus. 

Um einen möglichst hohen Wohnkomfort für die Mieter zu erzielen, wurden die Empfehlungen für den erhöhten Schallschutz nach Beiblatt 2 zu DIN 4109 eingehalten. Die tragenden Brettsperrholz-Außenwände wurden zudem mit einem WDV-System aus 20 cm dicker Dämmung und Putzschicht versehen.

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