Gebäudetechnik

Smarte Haussteuerung

Per Smartphone und Tablet das Haus intelligent zu steuern, ist inzwischen bezahlbar und technisch ausgereift. Eine übergreifende Lösung vereint erstmals die Lösungen unterschiedlicher Anbieter und Marken. Auch die Wohnungswirtschaft kann die Plattform für ihre Zwecke nutzen.

Die Jalousien öffnen und schließen, Lichtstimmungen definieren oder Elektrogeräte ein- und ausschalten. Im Smart Home gibt es viele Möglichkeiten, das Wohnen energieeffizienter, sicherer und komfortabler zu machen. Bisher bot der Markt jedoch ausschließlich Insellösungen. Die Folge: Trotz großen Verbraucherinteresses und vieler interessanter Anwendungsmöglichkeiten führte Smart Home bisher eher ein Schattendasein.

Einheitliche Basis für die komplette Haussteuerung

Für den Durchbruch auf dem Smart Home-Markt sorgt jetzt die Plattformlösung Qivicon, die die Deutsche Telekom gemeinsam mit den Partnern EnBW, eQ-3, Miele und Samsung mit dem Ziel entwickelt hat, Themenfelder wie Energieeffizienz, Sicherheit und Komfort für Menschen jeden Alters für zu Hause abzudecken.

„Unser Ansatz ist es, die stark fragmentierte Landschaft von Smart Home-Lösungen zusammenzuführen. Qivicon ist also keine geschlossene proprietäre Lösung, sondern eine Plattform für eine komplette, zuverlässige und leicht zu bedienende Haussteuerung, die das Angebot vieler Partnerunternehmen und Marken vereint: Energieversorger, Hersteller von Haushaltsgeräten, Gebäudetechnik, Un­­terhaltungselektronik sowie Gesundheitslösungen“, erklärt Holger Knöpke, der bei der Telekom den Bereich Connected Home leitet. „Bisher haben sich 25 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen der Plattformlösung angeschlossen. Neue Partner sind jederzeit herzlich willkommen.“

Gute Voraussetzungen für Smart Home-Lösungen

Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) verfügen bereits rund 40 % der Deutschen über ein Smartphone und 82 % über einen Breitbandanschluss. Die Unternehmensberatung Arthur D. Little prognostiziert, dass die Umsätze mit Smart Home-Lösungen in Europa bis 2020 um durchschnittlich 12 % pro Jahr wachsen werden. Und laut dem Technologieverband VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) sollen die kumulierten Umsätze im deutschen Markt bis 2025 rund 19 Mrd. Euro erreichen. Spätestens dann, so der VDE, gehören vernetzte und fernsteuerbare Funktionen in Neubauten zur Basisausstattung.

Dann wird Smart Home jedoch nicht nur in Häusern zur Standardausstattung gehören, sondern auch in Wohnungen. „Hier gilt es jetzt neue Geschäftsmodelle durch Kooperationen zwischen der Wohnungswirtschaft mit Dienstleistern zu entwickeln, erfolgreich zu pilotieren und dann flächendeckend auszurollen. Von daher ist die Wohnungswirtschaft gefordert, jetzt zu agieren“, rät Smart Home-Experte Knöpke. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt eine beispielhafte Zusammenarbeit der Deutschen Telekom und der Johanniter-Unfall-Hilfe. In einem Wohnprojekt in Sarstedt bei Hannover nutzen die Bewohner eine erweiterte Qivicon Lösung, damit sie länger eigenständig leben können. Das System verbindet erstmals Funktionen der Hausautomation, haushaltsnahe Dienstleistungen und digitale Kommunikation wie Videotelefonie miteinander. „Smart Home-Lösungen im Pflegebereich sind al­­lerdings nur ein Beispiel von vielen Möglichkeiten, wie die Wohnungswirtschaft mit Partnern und Dienstleistern attraktive innovative Angebote schnüren kann“, sagt Holger Knöpke.

Intelligente Anwendungen erleichtern den Alltag

Damit Smart Home-Lösungen genutzt werden, müssen diese möglichst einfach und intuitiv zu bedienen sein. Für Qivicon brauchen die Anwender lediglich einen Breitband-Internetanschluss eines beliebigen Telekommunikationsanbieters, kompatible Geräte und Apps der Partnerunternehmen sowie die Qivicon Home Base, die an den Internet-Router angeschlossen wird. Auf der Basis von für Smart Home optimierten Funkprotokollen verbindet diese Home Base als zentrale Einheit unterschiedlichste Geräte und Funktionen miteinander. Mithilfe von Apps steuern und überwachen die Nutzer angebundene Geräte wie Heizkörperthermostat, Überwachungskamera, Rauchmelder oder die Jalousie via Smartphone, Tablet oder PC.

Die ersten Partnerangebote aus den Bereichen Energiesparen, Sicherheit und Komfort für die Plattform sind seit Mitte Oktober 2013 erhältlich. Um Verbrauchern den Einstieg in das Smart Home zu erleichtern, bieten die Partnerunternehmen EnBW, Deutsche Telekom und Bitron Home ihren Kunden Starterpakete an. Sie enthalten immer die Qivicon Home Base plus unterschiedliche kompatible Geräte. Zu den Vertriebskanälen gehören Online-Portale der einzelnen Partnerunternehmen sowie ausgewählte Fachhändler und der Qivicon Online-Shop.

Das System verbindet Funktionen der Hausautomation, haushaltsnahe Dienstleistungen und digitale Kommunikation miteinander

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