BBB im Gespräch: Modulbau machts möglich: schnell, flexibel und wirtschaftlich

„Modulbauweise schafft flexiblen Wohnraum“ titelten wir in unserer November-Ausgabe 2016 und stellten fünf Wohnanlagen der Rüsselheimer gewobau vor, die in ALHO-Modulbauweise errichtet wurden. Jetzt sprachen wir mit dem Geschäftsführer der Gesellschaft, Torsten Regenstein.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Grundstücke für Ihre Bauvorhaben ausgesucht? Welche Rolle spielt dabei eine Durchmischung hinsichtlich Altersstruktur, sozialer Stellung und Fami­lienstand der Bewohner?

Regenstein: Es wurden in Abstimmung mit der Stadt Rüsselsheim vorhandene bebaubare Grundstücke ausgewählt, die eine sozialverträgliche Lage aufweisen. Die anfänglich noch als Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge genutzten Gebäude sollten so geplant werden, dass sie zwischen elf und 16 Wohneinheiten aufweisen und jeweils 68 bis 98 Bewohner aufnehmen können.

Die Gebäude wurden sehr bewusst nicht als temporäre Bauten angelegt, sondern im Sinne einer nachhaltigen Nutzung für den normalen Wohnungsbau geplant. Die verschiedene Anordnung der Wohnhäuser durch Auswahl unterschiedlicher Grundstücke führt zu einer guten Einbindung in die vorhandene Infrastruktur der Stadt. Alle Standorte liegen in oder in unmittelbarer Nähe von gewachsenen Wohngebieten.

Wie ist bezahlbarer Wohnraum wirtschaftlich für Wohnungsbaugesellschaften realisierbar?

Regenstein: Wir planen in mittelfristigen Zeitplänen für Modernisierungen und Neubauten, schreiben öffentlich aus und prüfen in Zusammenarbeit mit dem Rechnungsprüfungsamt der Stadt Rüsselsheim am Main die Auftragsvergaben sorgfältig im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Maß­­nahmen. Entsprechend mittelfristig legen wir unsere Finanzierungsplanung an.

Welche Anforderungen an die Bauten / Architektur stellte die gewobau?

Regenstein: In die Gebäudeplanung waren auch Architekten der Wohnungsbaugesellschaft einbezogen. Die Ausschreibungsunterlagen enthielten eine Musterplanung, in der neben Vorgaben zu den Qualitäten und Quantitäten auch die Wohnungstypen mit klassischen Wohnungsgrundrissen vorgegeben waren.

Es wurde ein modularer Gebäude-Baukasten entwickelt, der auf unterschiedliche Grundstücksbedingungen angepasst werden kann. Von Beginn an wurden die Objekte so konzipiert, dass diese einer späteren klassischen Wohnnutzung zugeführt werden können.

Warum haben Sie sich bei den oben genannten Wohnbauten für ALHO Modulbauweise entschieden? Wie lief die Entscheidungskette ab?

Regenstein: Das Thema Bauzeiten und eine frühestmögliche Fertigstellung standen bei der Realisierung der Bauvorhaben im Fokus. Die Vorteile einer industriellen Vorfertigung sind für uns neben der gleichmäßig hohen Ausführungsqualität, die vergleichsweise kurze Ausführungszeit.

Auch war bezüglich der Beauftragung nur wenig Zeitvorlauf möglich. Eine konventionelle Bauweise wäre angesichts der erforderlichen Terminierung nicht zu realisieren gewesen. Die Vergabe wurde auf Grundlage einer öffentlichen Ausschreibung mit Beauftragung an den wirtschaftlichsten Bieter – in diesem Fall das Unternehmen ALHO – durchgeführt.

Wir haben uns vergleichbare Wohnanlagen des Unternehmens in Köln angeschaut und die Abstimmung der Bauten mit dem zuständigen Dezernat der Stadt Rüsselsheim – nach dem vorgegebenen Bemusterungskatalog und angepasst an die jeweiligen Grundstücke – ausgearbeitet.

Die Zusammenarbeit mit ALHO war gut und konstruktiv, vor allem wurden der vorgegebene Zeitrahmen eingehalten und die abgestimmten Qualitäten ausgeführt.