„Mit Astra setzt die Branche auf den Technologieführer“

Wohnungsunternehmen investieren nachhaltig und langfristig. Auch wenn es um die Medienversorgung oder die Struktur und Qualität der Hausverteilnetze der Netzebene 4 geht. Dabei stehen die Ansprüche der Mieter und Wohnungseigentümer, ihr mediales Nutzungsverhalten und ihre Zahlungsbereitschaft im Zentrum des Handelns. Ein Interview mit Thomas Wrede, Vice President Reception Systems, der Astra-Muttergesellschaft SES.
Der Satellit hat in Deutschland als Empfangsweg mit über 18 Mio. Haushalten gegenüber dem Kabel mit knapp 17 Mio. Haushalten nach wie vor die Nase vorn. Was tun Astra und die Muttergesellschaft SES, damit dies so bleibt?

Thomas Wrede: Wie Sie aus der mittlerweile 25jährigen Geschichte von SES-Astra in Deutschland ablesen können, war und ist unsere Philosophie, den jeweils bestmöglichen Qualitätsstandard zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten. Das passt auch in Zukunft zu den Erwartungen der Wohnungsunternehmen und WEG-Verwalter. Wir sind mit der Einführung des digitalen Fernsehens, von HD und jetzt von HD+ der Trendsetter bei der Qualitätssteigerung von Bild- und Tonqualitäten.

Die anderen Übertragungswege wie DVB-T oder das Kabel hinken da immer etwas hinterher. Wir investieren kontinuierlich in neue Technologien, um den Wohnungsunternehmen die notwendige investive Sicherheit zu geben. Mit Astra setzt die Wohnungswirtschaft auf den Technologieführer.

Sehr interessant dürfte dabei die optische Verteilung von Satelliten-Programmen sein. Mit nur einer relativ kleinen Schüssel je Orbitalposition an einer unauffälligen Stelle, z.B. auf dem Flachdach, können praktisch beliebig viele Wohnungen mit einem erstklassigen Signal versorgt werden. Die Ein-Kabel-Lösung mit Glasfaserkabeln im Durchmesser von nur drei Millimetern ersetzt gleich vier dicke Koaxialkabel je Orbitalposition und überträgt die Signale auch auf größere Entfernungen im Gebäude oder in der Siedlung praktisch ohne Qualitätsverlust.

Das vereinfacht die Installation erheblich. Glasfaserkabel brauchen nicht geerdet zu werden. Das spart bares Geld. Vorhandene Fernsehkabel können ggfs. auf den letzten Metern in die Wohnungen hinein mit Hilfe eines Konverters genutzt werden. In diesen Fällen müssen die Handwerker nicht einmal die Wohnungen betreten. Passende Betreibermodelle und Rahmen- bzw. Wartungsverträge bieten spezialisierte Installateure an.

Der Satellitenbetreiber hat die Digitalisierung des Fernsehens, die Einführung von HDTV und HD+ maßgeblich vorangetrieben. Mit welchen technischen Neuerungen können die deutschen Fernsehzuschauer demnächst rechnen?

Thomas Wrede: Nach der Etablierung des HDTV Empfangs erfreut sich unser HD+ Angebot mit bereits über 20 HDTV Programmen mittlerweile einer großen Beliebtheit. Technologisch sind wir aber schon einen Schritt weiter. Ultra HD steht in den Startlöchern. Den Fernsehzuschauer erwartet ein völlig neues TV-Erlebnis mit einer noch nie dagewesenen Bildauflösung, Tiefenschärfe, und erweitertem Farbraum. Wir befinden uns bereits in der ersten Phase der Einführung von Ultra HD, bei der im Vergleich mit HD die Zahl der Bildpunkte von zwei auf acht Millionen Pixel vervierfacht wird.

In einer zweiten Phase werden wir dann die Bildwiederholfrequenz nahezu verdoppeln, um auch schnellen Bildfolgen, zum Beispiel bei Sportprogrammen, verzerrungsfrei darzustellen. Insgesamt bedeutet Ultra HD, dass vom Studio bis zum Zuschauer ein völlig neues Kamera-, Sende- und Empfangsequipment benötigt wird. Dies sind große Investitionen, die von den Programmanbietern erst peu á peu umgesetzt werden. Astra jedenfalls ist Ultra HD ready.

Mit der Unterstützung von HbbTV haben wir insbesondere im deutschen und im französischen Markt einen ersten Standard für interaktives Fernsehen gesetzt. Mit einem bestimmten Knopf auf der Fernbedienung können individuelle Zusatzinformationen abgerufen werden. Echte Rückkanalfähigkeit wäre technisch prinzipiell durch den Einbau eines Senders in die Schüssel möglich und wurde von der SES bereits vor vielen Jahren entwickelt, ist aber technologisch immer noch sehr aufwändig. Wir rechnen damit, dass hierfür mittelfristig das Internet der dominierende Übertragungsweg sein wird.

Stichwort Satellit und Internet: das waren bisher zwei völlig unterschiedliche Übertragungswege. Wachsen die Medien perspektivisch zusammen?

Thomas Wrede: Ja. Wir bieten hier zwei Produktlinien an. Mit unserer Sat-IP-Technik können die per Satellit empfangenen Fernsehkanäle in das jeweilige Hausverteilnetzwerk eingespeist werden, so dass die Fernsehprogramme auch mit Tablets, Notebooks, und Smart Phones mobil empfangen werden können. Übrigens: Panasonic hat soeben die ersten Fernsehgeräte vorgestellt, die einen integrierten Sat-IP-Receiver besitzen.

Mit Astra2Connect bieten wir außerdem echtes Internet via Satellit an. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Nutzer im ländlichen Bereich und bietet maximal 20 Mbit/s im Download und 2 Mbit/s im Upload an. In Trier erproben wir aktuell in einem Feldversuch, wie wir mit einer Astra2Connect Antenne gleich mehrere Einfamilienhäuser bis hin zu einer ganzen Siedlung versorgen können.

Auf dem platten Land sowie in den Klein- und Mittelstädten spielt der Satellit seine größten Vorteile aus. Aber auch in den größeren Städten ist er wettbewerbsstark. Was sind die größten Vorteile aus Sicht der Wohnungswirtschaft?

Thomas Wrede: Wir bieten dauerhaft einen diskriminierungsfreien, leistungsstarken und äußerst preiswerten Zugang zu den Fernsehsignalen. Damit ermöglichen wir der Industrie und dem Handwerk den vollen Wettbewerb bei Geräten, Ausrüstungen, Services und Betreibermodellen. Das drückt die Preise und verhindert Monopolisierungen zu Lasten der Kunden, also Ihrer Mieter und Wohnungseigentümer. Wir setzen auf die Konsumentenfreiheit und ermöglichen Ihnen, Internet entweder über Astra oder – wie auch Telephonie – auf dem freien Markt einzukaufen. Bei sogenannten Bundle-Angeboten im Kabel muss man doch manche Kröte schlucken. Es gab auch schon Mieter, die gegen die zwangsweise Gebührenerhebung in solchen Fällen geklagt und Recht bekommen haben.

Fusionen zwischen Mobilfunkanbietern und die Übernahme eines Kabelbetreibers durch ein Telekom-Unternehmen lassen Verbraucherschützer befürchten, dass auf diese Weise der Wettbewerb zu Lasten der Nutzer reduziert wird. Wo steht Astra mit der Satellitentechnik in diesem Szenario?

Thomas Wrede: Wir beobachten diese Entwicklungen sehr gelassen. Es existiert sicherlich ein Wettbewerb zwischen den unterschiedlichen Infrastrukturen für den wir uns aber bestens gerüstet sehen. Viel mehr bewegt uns und auch unsere Kunden das heutige und vor allem das zukünftige Nutzerverhalten Das beobachten wir sehr genau und passen unsere Produkte und Technologien daran an. Kundenorientierung war, ist und bleibt für Astra zentral.

„Wir bieten dauerhaft einen diskriminierungsfreien, leistungsstarken und äußerst preiswerten Zugang zu den Fernsehsignalen.“

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