Flüssigkunststoff

Fugen dauerhaft abdichten

Fugen müssen allerlei Einflüssen widerstehen: Bewegungen, wechselnden Witterungsbedingungen sowie mechanischen und chemischen Belastungen. Nur wenn sie keine Schwachstellen aufweisen, ist sichergestellt, dass Feuchtigkeit nicht in das Bauwerk eindringt. Vliesarmierte Flüssigkunststoff-Systeme halten aufgrund ihrer Elastizität Bewegungen der Konstruktion aus. 

Bei Fugen im Baubereich handelt es sich um Räume zwischen Bauteilen oder Materialien, die ausschlaggebend sind, wenn es um den Erhalt von Bauwerken geht. Sie müssen einwandfrei abgedichtet sein, damit sich Feuchtigkeit keinen Weg in die Konstruktion bahnt oder Schäden in der Bewehrung verursacht. Hier kommen u. a. Fugenbänder (innen- und außenliegend) sowie Fugenprofile und -dichtstoffe zum Einsatz. Vor allem in Kombination mit Flüssigkunststoff haben sich diese in der Praxis bewährt. Im Gegensatz zu konventionellen Abdichtungen bieten Flüssigkunststoffabdichtungen, beispielsweise auf PMMA-Basis, eine schnelle, einfache und dauerhafte Lösung. Sie halten Bewegungen aus der Bauwerkskonstruktion, insbesondere bei Materialübergängen, sicher stand. Durch die Einarbeitung eines präzise zugeschnittenen Spezialvlieses in das Harz entsteht eine flexible Schicht, die dynamisch rissüberbrückend ist und Bewegungen der Konstruktion schadlos aufnimmt.

Hohe Anforderungen an Fugen

Wenn Bauteile oder unterschiedliche Baustoffe zusammengefügt werden, z. B. beim Anschluss einer Mauerwerkswand an eine Stahlbetonstütze, entstehen Fugen. Diese gilt es fachgerecht auszubilden. Dabei muss die Fugenabdichtung neben der Wind- und Wasserdichtigkeit vor allem statische Erfordernisse erfüllen. Ob Gleit-, Dehn-, Bauwerks-, Schattenfugen oder Sollbruchstellen – bei allen Arten von Fugen ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Abdichtung. Konstruktive Baumängel können dazu führen, dass Fugen an ihre Anwendungsgrenze stoßen, da beispielsweise Bewegungen nicht mehr überbrückt werden. Zudem sind sie bestimmten Belastungen ausgesetzt, die verschiedene Einflüsse auf die Bewehrung haben: Die Witterung wirkt sich z. B. durch Regen, Frost, Sonneneinstrahlung und Temperaturschwankungen insbesondere auf exponierte Bauteile wie Dächer oder Balkone aus. In Parkhäusern wirken hauptsächlich mechanische Belastungen durch Fahrzeuge auf die Fugen. Auch aggressive chemische Stoffe wie Tausalze nehmen Einfluss auf Oberflächen. Dies hat oftmals zur Folge, dass Fugen kurz- oder langfristig verspröden, schwinden und ihre Flankenhaftung verlieren. Dadurch werden sie undicht, Feuchtigkeit tritt ein und beschädigt die Konstruktion sowie Wohn- und Gewerberäume.

Vorausschauende Materialwahl

Je nach Einsatzort und Belastungsgrad muss die passende Fugenabdichtung gewählt werden. Entscheidend dabei ist, ob es sich um Arbeits- oder Bewegungsfugen handelt. Bei Arbeitsfugen sind keine Bewegungen in der Konstruktion zu erwarten, so dass diese zunächst mit einem ca. 15 cm breiten Abdichtungsstreifen gesichert und anschließend mit dem Systemaufbau in der Fläche überarbeitet werden. Bei Bewegungsfugen setzen Handwerker Schlaufen in die Fugenabdichtung ein. Diese können die zu erwartenden Bewegungen schadlos aufnehmen. Die weiteren Systemaufbauten werden bis an die Fugenflanken herangeführt. Zudem ist zu prüfen, welcher Untergrund vorhanden und wie dieser beschaffen ist. Mineralische Untergründe wie WU-Beton, Estrich oder Mauerwerk stellen andere Anforderungen an die Abdichtung als Metall, Holz oder Kunststoff.

Hochwertige Detail-Abdichtungssysteme aus Flüssigkunststoff eignen sich sowohl für begeh- und befahrbare, für begrünte oder für erdberührte Bereiche mit WU-Beton. Ob Arbeits- oder Bewegungsfuge, im Wandanschluss oder in der Fläche – das flüssig aufzutragende Reaktionsharz passt sich flexibel jedem Fugenbild und jeder Fugenbreite an. Chemischen und mechanischen Belastungen sowie Witterungseinflüssen halten die Flüssigkunststoffe dauerhaft stand. Hydrolyse-, wurzel- und rhizombeständige Harze können gemäß den Regeln der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) in erdberührten Bereichen ebenso wie beispielsweise auf Tiefgaragendecken angewendet werden. Zertifizierte Produkte wie Triflex ProDetail bieten größtmögliche Sicherheit in der Verarbeitung: Das Material ist als WU-Betonfugenausbildung gemäß der Prüfgrundsätze „Übergänge von Bauwerksabdichtungen auf Bauteile aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand“ (PG-ÜBB) geprüft. Speziell für Weiße Wannen entwickelt, sorgen derartige vliesarmierte Abdichtungssysteme aus Flüssigkunststoff für Sicherheit bis ins Detail. Auf diese Weise können alle Arten von Fugen auf engstem Raum und in komplizierten Ausführungen, z. B. Kreuzfugen, homogen abgedichtet werden. Die vollflächige Untergrundhaftung verhindert das Unterwandern der Abdichtung.

Fugenlösungen in der Praxis

Hersteller bieten für die diversen Anforderungen von Fugenabdichtungen individuelle Lösungen an. So hat Triflex eine speziell für WU-Betonfugen geeignete Abdichtung entwickelt: Triflex JWS. Solche Systeme kommen besonders im Neubau und in der Sanierung von Weißen Wannen zum Einsatz. Tiefgaragen, Dächer und erdberührte Bauteile mit WU-Beton lassen sich mit dem hydrolyse- und alkalibeständigen Flüssigkunststoff ausführen. So erhalten Fugen einzelner Bauteile sowie Durchdringungen eine zuverlässige Abdichtung.

Arbeits- und Bewegungsfugen lassen sich mit WU-Betonfugen-Abdichtungssystemen nach WU-Richtlinie ausführen. Als Untergrundvorbereitung schleifen Fachverarbeiter zunächst den Betonuntergrund an, um Zementschlemme zu entfernen. Anschließend grundieren sie den Fugenbereich. Sind Ausbesserungen erforderlich, kann dies mit einem Epoxidharz- oder PMMA-Mörtel erfolgen. Auf Arbeitsfugen wird ein Steinklebeband fixiert, so dass die folgende Abdichtung keine Zwischenhaftung erzielt. Dies stellt erhöhte Dehnstrecken des Materials sicher. Handelt es sich um Bewegungsfugen, ist eine Schlaufenausbildung durchzuführen. Dazu setzen die Handwerker ein Trägerband ein. Darauf folgt das Verfüllen der Schlaufenausbildung mit elastischem Material. Nachdem dieses getrocknet ist, legen die Verarbeiter eine PE-Rundschnur ein und kleben sie mit Steinklebeband ab. Die folgende Abdichtung mit Flüssigkunststoff ist bei Arbeits- und Bewegungsfugen identisch: In das ausreichend vorgelegte Harz wird ein Kunststofffaservlies ohne Lufteinschluss eingelegt. Bei Überlappungen von Vliesbahnen sind mindestens 50 mm einzuhalten. Werden Bauteile aus anderen Materialien angeschlossen, sind 100 mm erforderlich. Frisch in Frisch erfolgt das Applizieren einer weiteren Flüssigkunststoffschicht, so dass das Vlies vollständig getränkt ist. Eine abschließende Schicht dient als langlebiger Schutz. Auch Bauwerksanschlüsse können auf dieselbe Weise hergestellt werden. Aufgrund der flüssigen Verarbeitung ist ebenso die sichere Abdichtung von komplizierten oder geometrischen Formen möglich. Kurze Aushärtungszeiten der einzelnen Komponenten sorgen für eine schnelle Verarbeitung und eine zügige Fertigstellung von Projekten.

Technische Vorgaben als Leitfaden

Der Einsatz von praxiserprobten und entsprechend geltender Regeln geprüften Materialien stellt die zuverlässige Projektrealisierung sicher. Neben der Flachdachrichtlinie müssen die bauteilbezogenen Regelungen der DIN 18531 bis 18535 bei der Anwendung von Flüssigkunststoff als Abdichtungslösung für Fugen eingehalten werden. Diese gehen aus der DIN 18195 für die Abdichtung von wasserdichten Bauwerken oder Bauwerksteilen hervor. Zudem gelten die Standards der WU-Richtlinie für wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb). Sie machen Vorgaben zur Planung und zur Ausführung von wasserundurchlässigen Bauwerken aus Beton. Ebenso führt der DAfStb Regeln für Betonsanierungsmaßnahmen in der Instandsetzungsrichtlinie auf. Wie sich Fugen mit Flüssigkunststoff gemäß der geltenden Regeln und langzeitsicher abdichten lassen, zeigen zahlreiche Praxisbeispiele.

Ob Einzelreparaturen oder Komplettsanierung: Dank ihrer Flexibilität lassen sich mit Flüssigkunststoffabdichtungen spezifische Lösungen für Fugen erzielen. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, sollten die Harze ausschließlich von geschulten Fachunternehmen eingesetzt werden. Einige Hersteller bieten eine Fachberatung vor Ort an, um Detailfragen bei der Planung und Ausführung zu klären. Die fachgerechte Einweisung von Verarbeitern ist ein wichtiger Faktor, der die Dauerhaftigkeit der gewählten Systemlösung sicherstellt.

Zudem ist eine regelmäßige Wartung und Pflege bedeutend, damit Beläge auf PMMA-Basis langzeitsicher erhalten bleiben. Richtig verarbeitete Flüssigabdichtungen steigern die Leistungsfähigkeit und schützen die Gebäudekonstruktion dauerhaft vor Schäden infolge von eindringender Feuchtigkeit.

Je nach Einsatzort und Belastungsgrad muss die passende

Fugenabdichtung gewählt werden.

Entscheidend ist, ob es sich um Arbeits- oder Bewegungsfugen handelt.

Zertifizierte Produkte bieten größtmögliche Sicherheit.