Stadt- & Quartiersentwicklung

Drei unter einem Dach

In Steinheim hat das Evangelische Johanneswerk mit dem Helene-Schweitzer-Zentrum ein zukunftsweisendes Pflege- und Wohnkonzept errichtet. Es beherbergt ein Alten- und Pflegeheim, barrierefreie Wohnungen und ein Nachbarschaftszentrum. Zur Ausstattung zählt ein dauerelastischer Bio-Polyurethanboden aus nachwachsenden Rohstoffen.

Mitte 2014 wurde im ostwestfälischen Steinheim das ca. 7. Mio. Euro teure Bauvorhaben „Helene-Schweitzer-Zentrum“ vom diakonischen Träger Evangelisches Johanneswerk verwirklicht. Der Gebäudekomplex beherbergt drei Einrichtungen und realisiert damit ein kommunikatives und zeitgerechtes Konzept der modernen Gemeinschaft: das Alten- und Pflegeheim Helene-Schweitzer-Haus, das als „erstes Gebäude ohne Flure“ erstellt wurde, das Johannesstift für barrierefreies Wohnen mit ambulanter Pflege sowie das Nachbarschaftszentrum, das eine Begegnungsstätte sowohl für die Bewohner als auch für die Steinheimer Bürgerinnen und Bürger darstellt. So entstand ein zukunftsweisendes und einmaliges Versorgungskonzept für ein freies, individuelles und menschenwürdiges Leben im Alter.

Ausgestattet wurde der modern gestaltete, 3-stöckige Neubau mit 4.500 m² Bioboden Purline von wineo. Dieser strapazierfähige und pflegeleichte Bio-Polyurethanboden ist durch seine positiven Gebrauchseigenschaften ideale Grundlage für eine gesunde Raumluft sowie ökologisches, behagliches Wohnen und sorgt zudem für eine angenehm leise Raumakustik.

Purline ist der weltweit erste dauerelastische Bio-Polyurethanboden, der aus nachwachsenden Rohstoffen (Rizinusöl und Kreide als Füllstoff) hergestellt wird. Er überzeugte den Betreiber und den planenden Architekten vor allem durch seine ökologischen und finanziellen Vorteile: Die dauerhafte Senkung der Fixkostenbelastung um bis zu 30% (lt. Studie vom Pfiff-Institut im Vergleich zu herkömmlichen, elastischen Böden), durch Einsparungen von Wasser, Pflegemitteln und zeitlichem Pflegeaufwand. Neben der positiven Kosten-Nutzen-Analyse überzeugten ebenfalls die Materialeigenschaften: Bei seiner Herstellung „Made in Germany“ wird auf den Einsatz von Chlor, Weichmachern oder Lösungsmittel verzichtet. Der Boden zeichnet sich durch ein nahezu 100-prozentiges Rückstellverhalten, extreme Belastbarkeit (Nutzungsklasse 43) und lange Lebensdauer aus. Selbst im Brandfall ist der emissionsfreie und geruchsneutrale Bioboden sicher und toxikologisch unbedenklich, denn Fluchtwege bleiben durch seine geringe Rauchentwicklung sichtbar. Die Rollenware wurde vollflächig verklebt  und ist mit nur 2,5 mm Produktaufbau auch für Sanierungen geeignet.

Der Bioboden hat die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBT, die CE-Kennzeichnung und entspricht den Qualitätsrichtlinien des TFI-TÜV ProfiCert. Zu international anerkannten Zertifikaten zählen u.a. der Blaue Engel, das finnische M1 für Bauprodukte, das dänische Indoor Climate Label sowie das französische A+ Siegel. Zudem wurde er vielfach von Architekten ausgezeichnet.

Gebäude-Planung „ohne Flure“

Oliver Kopetz, Architekt und Sachverständiger für barrierefreies Planen und Bauen von der Johanneswerk-Tochter proService GmbH hat die Zimmer des Wohn- und Pflege-Zentrums bewusst in Form von Windmühlenflügeln angeordnet, um „Flure“ zu vermeiden. „Beim Heraustreten aus den Zimmertüren ist sofort zu erkennen, wo die Mitte ist.“

Neben dem wichtigen Planungsaspekt der Sicherheit wurde großes Augenmerk auf das Thema Behaglichkeit durch einen leisen, schönen und wohngesunden Bodenbelag ge­­­­­legt, der zudem durch seine attraktive Farbvielfalt ein Maximum an individueller Gestaltungsvielfalt bietet. Für die Baukörper wurden unterschiedliche Designs des Biobodens ausgewählt: Im Eingangsbereich sowie für Verwaltung, Aufenthaltsräume, Küche und Wohnräume des Johannesstift wurde die wohnliche Holzoptik Pacific Oak verlegt. Im Helene-Schweitzer-Haus hingegen kamen farbenfrohe Designs in grün, blau, orange und gelb aus der Kollektion Levante zum Einsatz, die den Bewohnern gleichzeitig eine Orientierungshilfe bietet.

Helene-Schweitzer-Haus

Die Einrichtung bietet insgesamt 48 stationäre Plätze für an Demenz erkrankte Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf. In vier familiären Hausgemeinschaften bleibt hier viel Raum für gemeinsame Aktivitäten. Die Einzelzimmer mit eigenem Bad können von den Bewohnerinnen und Bewohnern ganz individuell eingerichtet werden.

Johannesstift

Sich wohl- und gleichzeitig sicher in den eigenen vier Wänden fühlen, das ermöglicht das Wohnen im Johannisstift. Es verbindet stationäre Pflege und barrierefreies Wohnen miteinander und ermöglicht ein selbst-bestimmtes und selbstorganisiertes Leben. Hier stehen 28 attraktive, barrierefreie Mehrzimmerwohnungen mit Balkon oder Terrasse für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung zur Verfügung. Die Wohnungen verfügen über 50 bis 95 m² Fläche und sind modern ausgestattet. Sowohl Einzelpersonen als auch Paare finden hier ein neues Zuhause und können die Angebote eines ambulanten Dienstes für Pflege und Assistenz nutzen.

Das Nachbarschaftszentrum

Unter dem Titel „Gemeinsam in Steinheim – GeiSt“ entstand mit dem Nachbarschaftszentrum mit angeschlossenem Koch- und Handwerkerbereich ein Quartiersstützpunkt, der die Gemeinwesenarbeit und aktive Nachbarschaft in Steinheim fördert. Mit Kultur- und Freizeitangeboten, aber auch ganz konkreter Unterstützung für jeden Einzelnen. Hier treffen sich Bewohnerinnen und Bewohner des Helene-Schweitzer-Zentrums, Angehörige, Vereine und Menschen aus der Nachbarschaft zur gemeinsamen, kreativen und vor allem kommunikativen Freizeitgestaltung.

Ein Versorgungskonzept für ein freies, individuelles und menschenwürdiges Leben im Alter.
Großes Augenmerk auf Behaglichkeit wurde durch einen ­leisen, schönen und wohngesunden Bioboden gelegt.
Das Nachbarschaftszentrum dient als Quartiersstützpunkt, der die Gemeinwesenarbeit und aktive Nachbarschaft in Steinheim fördert.

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