Holzbau mit vorgefertigten Teilen

Deutscher Architekturpreis für Plusenergiehaus-Schule

Förderung der Baukultur und des Wettbewerbswesens

Der mit 30.000 € dotierte Deutsche Architekturpreis (DAP) geht in diesem Jahr an die Arbeitsgemeinschaft Hermann Kaufmann ZT und Florian Nagler Architekten, für den Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf in Bayern. Nach der Juryentscheidung am 19. Mai diesen Jahres erklärte Bundesbauministerin Barbara Hendricks: „Die Sieger des Deutschen Architekturpreises 2017 beeindrucken mit zukunftsweisender Architektur. Der Neubau für das Schmuttertal-Gymnasium Diedorf ist als innovatives Plusenergiehaus ein Modellprojekt für nachhaltiges Bauen. Zugleich setzt er mit seinen offenen Lernlandschaften vorbildlich ein neues pädagogisches Konzept der Schule um.“

Gerade Neubauten und Modernisierungen für Schulen setzen ein wichtiges Zeichen dafür, wie sich Bildungsbauten im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung auf die Zukunft einstellen müssen und können. Mit der Architektur von Bildungsbauten bringen Bund und Länder zum Ausdruck, wie wichtig Bildung für den Staat ist. Der Schulbau ist aktuell und in den kommenden Jahren eine große Aufgabe für Landkreise und Kommunen – ob Sanierung oder Neubau. Die angespannte Haushaltssituation in vielen Kommunen erfordert dabei langfristig tragfähige Konzepte. 

Das preisgekrönte Schmuttertal-Gymnasium Diedorf, das im Auftrag des Landkreises Augsburg gebaut wurde, ist in Holzskelettbauweise errichtet und konnte dank des hohen Vorfertigungsgrades kostengünstig und schnell errichtet werden.

Der Deutsche Architekturpreis 2017 zeigt eindrucksvoll, wie Architektur den Begriff der Nachhaltigkeit als integrativen Bestandteil ausgezeichneter Architektur auszufüllen vermag. Bei Bauten für Forschung und Lehre geht es jedoch nicht nur um Ressourceneffizienz, sondern insbesondere auch um Identifikation und Zusammenleben. Wichtiger Indikator für zukunftsweisende nachhaltige Architektur ist immer auch, dass sich die Nutzer wohl fühlen. Im Falle des Schmuttertal-Gymnasiums Diedorf erleben dies nicht nur das Lehrer-Kollegium, sondern auch die Schüler des Landkreises Augsburg, die zukünftig von den offenen Lernlandschaften profitieren.

Das innovative Schulprojekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) projektbegleitend mit 1,1 Mio. € gefördert.

Die Bedeutung des Preises

Der Deutsche Architekturpreis wird seit 1971 vergeben. Bereits zum vierten Mal seit 2011 wurde er als Staatspreis für Architektur in Deutschland und gemeinsam durch das Bundesbauministerium (BMUB) und die Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK) ausgelobt. In erster Linie geht es darum, Wertschätzung zu zeigen. Architektur und Baukultur sind der Bundesregierung wichtig. Der Preis stärkt den öffentlichen Diskurs für die Belange des nachhaltigen, zukunftsfähigen Bauens und der Baukultur.

Mit dem Deutschen Architekturpreis sollen für die Entwicklung des Bauens in unserer Zeit beispielhafte Bauwerke oder Gruppen von Gebäuden und Außenräumen (Ensembles) ausgezeichnet werden, die einen hohen städtebaulichen Wert haben. Sie sollen eine besondere baukulturelle Qualität aufweisen bzw. von vorbildlichem Umgang bei der Sanierung und Modernisierung historischer Bausubstanz zeugen, dem nachhaltigen Bauen in ökologischer, ökonomischer und sozio-kultureller Hinsicht verpflichtet sein und positiv zur Gestaltung des öffentlichen Raumes beitragen. Die Auslober suchen ganzheitliche Konzeptionen, die eine zukunftsweisende Architektur- und Nutzungsqualität mit hohen energieeffizienten Maßnahmen vereinen.

Das Wettbewerbsverfahren zum Deutschen Architekturpreis wurde auch 2017 vom Re­­­ferat A2 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) durchgeführt.

160 Einreichungen

Die Jury hatte den Preisträger unter 160 Einreichungen auszuwählen. Erstmals konnten auch Projekte eingereicht werden, die im Namen der Bundesrepublik Deutschland oder überwiegend aus Zuwendungsmitteln des Bundes im Ausland fertiggestellt wurden. Die große Bandbreite der Einreichungen zum DAP 2017, von Neubau-, Modernisierungs- bis hin zu Sanierungsprojekten beeindruckte die Jury. Neben Wohnungs- Bildungs-, Kultur- und Verwaltungsbauten überzeugten auch Projekte, die interessante Denkanstöße zur Nachverdichtung und Transformation des gebauten Raumes geben und die gesellschaftliche Auseinandersetzung im Sinne der Nachhaltigkeit fördern.

Neben dem Hauptpreis von 30.000 € vergab die Jury unter Vorsitz des Münchner Architekten Prof. Markus Allmann zusätzlich vier Auszeichnungen mit jeweils 4.500 € Preisgeld und sprach sechs Anerkennungen mit je 2.000 € aus. Ausgezeichnet werden die Bauherren mit einer Urkunde, die Entwurfsverfasser mit einer Urkunde und dem Geldpreis.

Feierliche Preisverleihung

Mehr als 250 geladene Gäste folgten der Einladung zur feierlichen Preisverleihung durch Bundesbauministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann. Die Abendgala fand am 26. Juni 2017 in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin statt. Die Gäste nutzten die vor Ort gezeigte Ausstellung, um sich zu den prämierten Projekten zu informieren.

Die Auslobung des nächsten Deutschen Architekturpreises ist für 2019 geplant.

Weitere Informationen unter www.architekturpreis.de

Dipl.-Ing. (FH) Architektin Andrea Pfeil
BMUB Berlin, Referat B I 5 Bauingenieurwesen, Nachhaltiges Bauen, Bauforschung

Die Jury – Deutscher Architekturpreis 2017

- Monika Thomas, Architektin und   Abteilungsleiterin Bau im BMUB
- Prof. Markus Allmann, Architekt, München
- Prof. Ruth Berktold, Architektin, München
- Nils Buschmann, Architekt, Berlin
- Prof. Birgit Frank, Architektin, Berlin
- Sven Fröhlich, Architekt, Berlin
- Prof. Matthias Sauerbruch,   Architekt, Berlin
- Dr. Christopher Schwarz, Redakteur der                                                                                                                                                WirtschaftsWoche, Düsseldorf

„Architektur in Deutschland“

Zum gesellschaftlichen Diskurs über Baukultur trägt auch die Buchpublikation „Architektur in Deutschland“ bei, die zu jeder Preisverleihung des Staatspreises veröffentlicht wird. Die begleitende Dokumentation des Deutschen Architekturpreises wird seit 2011 durch das Bundesbauministerium herausgegeben. Die Projektrealisierung des Buches hat erneut das Referat A2 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) übernommen.
Exemplare können – soweit vorrätig – per E-Mail unter bestellt werden.