Besser fernsehen dank Glasfaser

Die Zukunft gehört der Glasfaser. Das Zentrum Wohnungswirtschaft der Telekom nutzt die schnellen Lichtleiter vor allem, um ihr Kabel-TV-Angebot in Deutschland weiter auszubauen. 

Das Glasfasernetz wächst: Allein die Deutsche Telekom will bis 2018 rund 12 Mrd. € in den weiteren Ausbau investieren. Insgesamt rechnen Experten mit einem Investitionsbedarf von bis zu 80 Mrd. €, um Deutschland flächendeckend mit Glasfaser versorgen zu können.

Deutschland erstmals auf Rangliste des FTTH-Council

Deutschland hat es erstmals auf die europäische Rangliste des FTTH-Council geschafft. Die Industrieorganisation FTTH-Council misst in regelmäßigen Abständen die Verbreitung von Glasfaseranschlüssen in die Wohnung (FTTH = Fiber-to-the-Home) und in die Gebäude (FTTB = Fiber-to-the-Building). Allein die Telekom vermeldete auf ihrer Jahresbilanzpressekonferenz Ende Februar einen Zuwachs um 532.000 auf 4,4 Millionen FTTB- und FTTH-Anschlüsse von Oktober bis Dezember 2015 – der bisher stärkste Zuwachs in einem Quartal. Insgesamt verzeichnet der Konzern damit im vergangenen Jahr einen Anstieg von 73,5 %.

Europaweit ist die Zahl der aktiven FTTB/H-Anschlüsse in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres um 19 % auf fast 36 Millionen gestiegen. Insgesamt sind 127 Millionen Haushalte in Europa mit FTTB/H angebunden. Das sind 17 % mehr als 2014. Die europäische Spitze bilden die Baltikum-Staaten Litauen und Lettland, bei denen jeweils mehr als 35 % der Haushalte und Gebäude direkt mit Glasfaser angeschlossen sind. Dritter im Bunde ist Schweden mit ebenfalls 35 % der Haushalte

Glasfaser bis ins Haus

Das Zentrum Wohnungswirtschaft der Telekom nutzt die Vorteile der schnellen Lichtleiter vor allem in bezug auf sein Kabel-TV-Angebot „Zuhause Kabel Fernsehen“, das sich speziell an Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und Hausverwaltungen richtet. „Für Wohnungsunternehmen bedeutet der Ausbau mit Glasfaser eine Investition in die Zukunft. Denn aufgrund der hohen Übertragungsgeschwindigkeiten sind Bild- und Tonqualität meist deutlich besser als bei älteren Versorgungsnetzen“, erklärt Johannes Jansen, Leiter des Zentrums Wohnungswirtschaft. Im Gegensatz zu anderen Kabelanbietern schließt die Telekom die Gebäude ihrer Kunden dabei nicht nur bis zum Verteilerkasten in der Straße an das Glasfasernetz an, sondern bis zum Übergabepunkt im Haus. „Bei unserem Kunden Vonovia, ehemals Deutsche Annington, haben wir die Glasfaser zum Teil sogar bis in jede einzelne Wohnung verlegt. Damit sind künftig sogar Bandbreiten von 800 Mbit/s möglich.“

Glasfaser punktet gleich mehrfach

Die Glasfaserleitung bietet im Vergleich zum Kupferkabel, bei dem die Signale mittels Strom weitergeleitet werden, gleich mehrere Vorteile: Vor allem ist die Bandbreite und damit auch die erzielbare Datenübertragungsrate um einiges höher als bei Kupferkabeln. Hinzu kommt, dass die Lichtleiter aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften Informationen über wesentlich längere Strecken ohne Qualitätsverlust übertragen können. Und schließlich ist die Glasfaser auch weniger anfällig gegenüber elektrischen oder magnetischen Störfeldern (Maschinen, Blitz oder Sender).

Vectoring als Brückentechnologie

Trotz des zunehmenden Glasfaserausbaus liegen in den meisten Häusern in Deutschland zumindest ab dem Übergabepunkt nach wie vor Kupferkabel. Mehr als 17 Millionen TV-Haushalte werden auf diese Weise auf den letzten Metern in die Wohnung mit Kabelfernsehen versorgt. Mit der sogenannten Vectoring-Technik, bei der die elektromagnetischen Störungen zwischen den Leitungen ausgeglichen werden, lässt sich aber auch über die herkömmlichen Kupferleitungen der Datendurchsatz auf bis zu 100 Mbit/s beschleunigen Die Telekom bewertet Vectoring daher als geeignete Brückentechnologie auf dem Weg in die Glasfaser-Zukunft und will in den kommenden vier Jahren rund 6 Mrd. € in den Festnetzausbau mit Vectoring investieren.

Fazit: Für Wohnungsunternehmen ist der Ausbau mit Glasfaser definitiv eine lohnende Investition in die Zukunft. Zusätzlich zu höheren Übertragungsraten und einer besseren Bild- und Tonqualität beim Fernsehen lassen sich über die Glasfaserleitungen auch neue IP-basierte Dienste, wie eine intelligente Haussteuerung oder Lösungen für das selbstbestimmte Wohnen im Alter, realisieren.

Zusätzlich zu höheren Übertragungsraten und einer besseren Bild- und Tonqualität beim Fernsehen lassen sich über die Glasfaserleitungen auch neue IP-basierte Dienste realisieren.